Zentralfriedhof Friedrichsfelde: Urnen in Wänden und Platz für Buddhisten

Neue Urnenwände auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Diese Bestattungsform reduziziert den Pflegeaufwand erheblich. Foto: Bezirksamt Lichtenberg
Neue Urnenwände auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Diese Bestattungsform reduziert den Pflegeaufwand erheblich. Foto: Bezirksamt Lichtenberg

Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde wird im 140. Jahr seines Bestehens behutsam erneuert. Unter anderem werden dort neue Begräbnisformen angeboten. Auch sollen dort Buddhisten ihre letzte Ruhe finden.

Er zählt zu den größten Begräbnisstätten Berlins – der Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde. 140 Jahre nach dessen Eröffnung beginnt nun die behutsame Umgestaltung des 250.000 Quadratmeter großen Areals in der Gudrunstraße.

Das Büro für Stadtplanung, Landschaftsplanung und Stadtforschung TOPOS hat im Auftrag des Bezirksamtes ein Entwicklungskonzept für den Zentralfriedhof Friedrichsfelde erarbeitet. Darin enthalten sind Pläne, wie die Flächen gepflegt und genutzt werden sollen.

Unter anderem sollen künftig auch stärker alternative Bestattungsformen Berücksichtigung finden. Zudem enthält das Papier Aussagen, wie der Bezirk die Pflege und den Unterhalt wirtschaftlicher gestalten und die Biodiversität verbessern kann. Erste Bauarbeiten des über mehrere Jahre angelegten Projektes haben bereits begonnen.

„Am Zentralfriedhof Friedrichsfelde lassen sich historische Ereignisse der letzten 140 Jahre nachvollziehen. Zum Jubiläum wird der Blick nach vorne gerichtet und der Friedhof behutsam neugestaltet“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke). „Gleichzeitig wird aber der Charakter nicht verändert, sodass uns der Friedhof mit seinem unschätzbaren Wert als Erinnerungsort erhalten bleibt.“ Der Wandel des Bezirkes spiegele sich aber auch am Zentralfriedhof. „In Zukunft wird es dort zum Beispiel auch eine buddhistische Grabesstätte geben.“

Mit den neuen Bestattungsformen soll es vielen Menschen ermöglicht werden, von ihren Liebste in Würde Abschied zu nehmen, wie der für Straßen- und Grünanlagen zuständige Lichtenberger Bezirksstadtrat Martin Schaefer (CDU) sagt: „Es ist eine besondere Aufgabe, unseren Zentralfriedhof zukunftsfit zu gestalten.“

Im vorderen Bereich des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde wird ein neues Grabfeld mit Urnenwänden gestaltet. Eingefasst mit einer Hainbuchenhecke wird dieser Bereich nicht nur gestalterisch hochwertig, sondern mit einer Rundbank und weiteren Bänken ausgestattet auch barrierearm und altersgerecht sein. Zunächst werden vier Urnenwandanlagen mit 40 Kammern aufgestellt. Zusätzlich wird ein neuer „Lichtenwald“ im hinteren Bereich des Zentralfriedhofs als naturnaher Bereich mit zusätzlich gepflanzten Bäumen ausgestaltet. Dieser bietet die Möglichkeit einer Urnenbestattung in einer naturnahen Umgebung an Bäumen.

Der Zentralfriedhof wurde im Jahr 1881 nach Plänen des bekannten Gartendirektors Hermann Mächtig angelegt. Anfang der 1950er-Jahre erfuhr der südliche Eingangsbereich mit der Errichtung der Gedenkstätte der Sozialisten eine wesentliche Umgestaltung. (bzj.)