Wohnungsgenossenschaft soll Schloss Hohenschönhausen übernehmen

Das Schloss Hohenschönhausen wurde 2008 an den gleichnamigen Förderverein verkauft. Foto: Marcel Gäding
Das Schloss Hohenschönhausen wurde 2008 an den gleichnamigen Förderverein verkauft. Foto: Marcel Gäding

Diese Nachricht kommt überraschend: Die Wohnungsbaugenossenschaft Neues Berlin will das Schloss Hohenschönhausen übernehmen. Das teilte das Wohnungsunternehmen am Dienstag mit.

Erst vergangene Woche waren Pläne bekannt geworden, wonach der bisherige Eigentümer das Schloss Hohenschönhausen in der Hauptstraße verkaufen will. Der Förderverein Schloss Hohenschönhausen e.V. hatte das Gebäude vor 13 Jahren von der öffentlichen Hand übernommen und nach eigenen Angaben rund 2 Millionen Euro in das denkmalgeschützte Haus investiert (wir berichteten).

Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung hatte im Internet entsprechende Verkaufsanzeigen entdeckt und wollte vergangene Woche Donnerstag in der BVV-Tagung vom Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) wissen, ob der Bezirk davon wüsste. Dieser verneinte in einer kurzen Antwort.

Mit dem jetzt vereinbarten Verkauf „übernimmt NEUES BERLIN langfristig die Verantwortung für die gemeinwohlorientierte Nutzung sowie die denkmalgerechte Sanierung und Restaurierung des Hauses“, erklärte die Genossenschaft. „Der Förderverein, der 1998 gegründet wurde, um das ehemalige Gutshaus wieder begehbar und seine Geschichte erlebbar zu machen, bleibt strategischer und kompetenter Partner für die Restaurierung, geschichtliche Aufarbeitung und programmlichen Angebote im Haus.“ Wesentliche Ziele des seit fast 25 Jahren ehrenamtlich agierenden Fördervereins seien erreicht – „nun wird die Verantwortung für den dauerhaften Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes in andere Hände übergeben“. Wie NEUES BERLIN mitteilte, sei geplant, das Gebäude zügig zu Ende zu sanieren und zu restaurieren „und das gesamte Haus für den Kiez, für Lichtenberg und für überregionale Gäste dauerhaft und gemeinwohlorientiert zu öffnen und zu betreiben“. Der umliegende Park werde nicht bebaut. „Dieser soll als Erholungs- und Begegnungsraum geöffnet und der alte Baumbestand nach Möglichkeit erhalten werden.“ In Zukunft solle das seit 2008 so genannte Bürgerschloss für öffentliche und private Veranstaltungen, für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und vieles weitere nutzbar sein. Auf einer extra eingerichteten Internetseite ist zu lesen, dass das Schloss spätestens 2025 wieder eröffnen soll.

Ungeklärt bleibt, ob der Förderverein Schloss Hohenschönhausen das Gebäude ohne Weiteres verkaufen kann. Denn die bislang in das Haus investierten Finanzmittel stammen fast ausschließlich aus öffentlicher Hand. So kam Geld unter anderem von der Lottostiftung, vom Bezirk und vom Bundestag. (gäd.)