Vandalismus hinterlässt Spuren am Schloss Biesdorf

Das Schloss Biesdorf wurde bis 2016 umfangreich wieder aufgebaut und saniert. Vor allem die Fassade leidet unter dem Vandalismus. Foto: Marcel Gäding
Das Schloss Biesdorf wurde bis 2016 umfangreich wieder aufgebaut und saniert. Vor allem die Fassade leidet unter dem Vandalismus. Foto: Marcel Gäding

Offenbar aus Langeweile haben sich Unbekannte in den vergangenen zwei Jahren am Schloss Biesdorf und im umliegenden Park „ausgetobt“. Der Bezirk hat reagiert und seine Maßnahmen zum Schutz des Areals verstärkt.

Es ist eines der Wahrzeichen des Bezirks, das 1867/1868 errichtete Schloss Biesdorf. Zusammen mit dem Schlosspark gehört es nicht nur zu den beliebten Sehenswürdigkeiten, sondern ist seit der aufwändigen Sanierung ein wichtiger kultureller Ort, der über die Grenzen von Marzahn-Hellersdorf hinaus bekannt ist. Doch seit 2019 häufen sich Meldungen über Vandalismusschäden, deren Zahl seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 deutlich zugenommen hat. Vor allem junge Leute hinterließen in den vergangenen Monaten an der Fassade des Schlosses sowie auf der Terrasse massive Schäden: abgeschlagener Putz, angezündeter Müll und zerstörte Möbel auf der Terrasse, Scherben zerschlagener Flaschen. Der für die bezirkseigenen Immobilien zuständige Stadtrat Torsten Kühne (CDU) teilte auf Nachfrage des Bezirks-Journal mit, dass es auch immer wieder zu Lärmstörungen komme und dass sich Unbekannte Zugang zur Parkanlage verschaffen, in dem sie zum Beispiel die Parktore aushebeln.

Noch ist unklar, wie hoch die Schäden beziffert werden können. „Da es sich bei Boden und Fassade um denkmalgeschützten, offenen Sandstein handelt, ist die denkmalgerechte Reinigung und Sanierung kostenintensiv“, sagt Torsten Kühne. „Je Schadensereignis ist hier mit Kosten im mindestens vierstelligen Bereich zu rechnen.“ Allerdings sei mit der Beseitigung der Schäden noch nicht begonnen worden, da zunächst geprüft wird, wie man Schloss und Park besser schützen kann.

Hierzu ist der Bezirk im Austausch mit der zuständigen Polizeidirektion. „Der Parkzaun um das Gelände wird sukzessive instandgesetzt, um einen Zugang zum Gelände außerhalb der Öffnungszeiten zu erschweren. An der Westseite wird der Zaun derzeit durch den Eigentümer des angrenzenden Baugrundstücks erneuert“, erklärt Bezirksstadtrat Kühne. Zudem gebe es vermehrt Rundgänge von Parkmanagern, die auch gezielt Personen im Schlosspark ansprechen.

Zu den Maßnahmen gehört auch, dass das Parkmanagement noch strenger auf die Schließung der Parkanlage zum Ende der Öffnungszeiten achtet. Für die Nächte wurden Kontrollfahrten des Wachschutzes angeordnet. Offenbar fruchten die Maßnahmen bereits. Die Zahl der Vorfälle sei zurückgegangen. „Das Parkmanagement spricht bereits von einem Corona-Effekt, dessen Wirkung nun nachzulassen scheint“, sagt Torsten Kühne. „Die Hoffnung ist, dass es so bleibt, und nicht im Herbst durch eventuelle erneute Einschränkungen auch neue Fälle von Vandalismus auftreten.“

Die spätklassizistische Villa, die heute als Schloss Biesdorf bezeichnet wird, wurde im Auftrag des Freiherrn von Rüxleben errichtet. Die Parkanlage wurde vom Berliner Tiergartendirektor Eduard Neide (1818-1883) konzipiert. Seit 1927 gehört das Anwesen der Stadt Berlin. Erst 2002 begann die aufwendige Restaurierung des Schlosses, die 2016 beendet wurde. In dem Zuge erhielt das Schloss auch wieder seine zweite Etage, die während der Zeit des Nationalsozialismus zerstört wurde. (gäd.)