Unfallkrankenhaus Berlin: Zur Reha nur ein paar Schritte

Hell und freundlich präsentiert sich das Atrium der Rehaklinik. Foto: ukb
Hell und freundlich präsentiert sich das Atrium der Rehaklinik. Foto: ukb

Wer nach einem Aufenthalt im Unfallkrankenhaus Berlin zur anschließenden Reha muss, braucht dafür nicht mehr weit fahren: Künftig können Patienten gleich nebenan therapiert und auf ein Leben nach der Klinik vorbereitet werden. Dafür errichtete das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) auf seinem Gelände in Biesdorf eine neue Reha-Klinik.

Drei Jahre dauerten die Bauarbeiten für den fünfgeschossigen Neubau. Auf einer Gesamtfläche von rund 17.000 Quadratmetern finden neben der neuen Klinik für Integrative Rehabilitation auch eine neue Klinik für Beatmungsentwöhnung, eine deutlich erweiterte Neurologische (Früh)-Rehabilitation und ein vergrößerter Bereich Sportmedizin ihren Platz. Insgesamt stehen in den fünf Stationen 151 Betten zur Verfügung.

Ausgestattet wird der 135 Meter lange und 35 Meter breite Neubau auf dem ukb-Gesundheitscampus unter anderem mit Therapieflächen für Ganganalyse und Gehschule, Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Entspannungstherapie sowie einem Kneipp-Becken in einem der drei Innenhöfe. Alle Patientenzimmer sind Einzelzimmer mit Bad und verfügen zum großen Teil auch über einen Balkon beziehungsweise eine Loggia. Großzügige Badezimmer sind mit modernen Glasduschen ausgestattet und gehören neben einem Zimmer-Safe, internetfähigem Fernsehen und einem flächendeckenden WLAN zum Einrichtungsstandard. Bei längeren Aufenthalten stehen den Patienten in einer Waschküche im Untergeschoss Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Im Erdgeschoss können sich Besucher und Patienten in der Cafeteria mit Erfrischungen versorgen. Auf jeder Etage laden Lounges und Teeküchen die Patienten zum Verweilen ein. Ein Restaurant mit einer Aussicht bis zum Fernsehturm und einer großen Dachterrasse mit Blick in die Parklandschaft bilden den buchstäblichen Höhepunkt im vierten Stock des Neubaus.

Blick auf den Neubau der Rehaklinik des Unfallkrankenhauses Berlin. Foto: ukb
Blick auf den Neubau der Rehaklinik des Unfallkrankenhauses Berlin. Foto: ukb

Reha-Klinik kostete 70 Millionen Euro

Grund für die Erweiterung des ukb-Campus ist der steigende Bedarf an Reha-Behandlungen für unfallversicherte Patienten, der mit dem Neubau nun abgedeckt werden kann. „Zum Kernauftrag der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken gehört die integrierte oder integrative Rehabilitation“, sagt Prof.  Axel Ekkernkamp, der Ärztliche Direktor und Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung von rund 70 Millionen Euro Bau- und Einrichtungskosten erfolgte über den Gemeinschaftsfond der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Die neuen Bereiche stehen nicht nur Unfallversicherten zur Verfügung. In den Berliner Krankenhausplan 2016 wurden zusätzliche 30 Betten Neurologische Frührehabilitation aufgenommen, ebenso zehn Betten für Beatmungsentwöhnung – auch weil die gesetzlichen Krankenkassen hierfür einen erheblichen Bedarf sehen. Durch den Neubau wurden im ukb zudem rund 150 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Architektur, die Heilung fördert

Für die Gestaltung des Reha-Neubaus zeichnete das Büro der Architektin Prof. Christine Nickl-Weller verantwortlich, das 2015 mit den Planungen begann. Sie sei Expertin für die sogenannte „Heilende Architektur“, wie eine Sprecherin des Unfallkrankenhauses sagt: „Durch Faktoren wie Lichteinfall, Gestaltung von Wand und Fußboden, Raumanordnung und Akustik wird der Genesungsprozess positiv beeinflusst.“ Die Innengestaltung der Klinik sei bestimmt von warmen freundlichen Farben und hellem Mobiliar und trage so zu einem angenehmen Ambiente für Patientinnen und Patienten und für die beschäftigten Pflegekräfte, Therapeuten und Ärztinnen und Ärzte bei.

„Mit der Inbetriebnahme unserer neuen Reha-Klinik haben wir die Möglichkeit, die Rehabilitation Unfallverletzter völlig neu zu denken“, sagt Dr. Andreas Dietrich, der Chefarzt der Klinik für Integrative Rehabilitation. „Wir können alle Gruppen unter einem Dach behandeln – vom noch beatmungspflichtigen Patienten über die pflegeintensiven Patienten der neurologischen Frührehabilitation bis zum hoffentlich alsbald arbeitsfähigen Patienten der muskuloskelettalen Reha.“ (bzj.)