Ulmen-Grundschule: Lagerhallen weichen Sporthalle

Im Herbst sollen die maroden Lagerhallen an der Bergedorfer Straße abgerissen werden. Als Baustart für die neue Sporthalle der Ulmen-Grundschule ist März 2022 vorgesehen. Foto: Sabine Flatau
Im Herbst sollen die maroden Lagerhallen an der Bergedorfer Straße abgerissen werden. Als Baustart für die neue Sporthalle der Ulmen-Grundschule ist März 2022 vorgesehen. Foto: Sabine Flatau

Ab Oktober werden die maroden Gebäude an der Bergedorfer Straße 59 abgerissen. Auf dem Grundstück entsteht eine neue Sporthalle für die Ulmen-Grundschule. Von Sabine Flatau.

Das ersehnte Ziel für Kinder, Eltern und Lehrer der Ulmen-Grundschule in Kaulsdorf rückt näher. Die neue Sporthalle für die Schüler soll ab März 2022 gebaut werden. Nach etwa zwölf Monaten könnte sie fertig sein. Der Neubau wird auf dem Grundstück Bergedorfer Straße 59 errichtet, wo jetzt noch drei alte Lagerhallen aus DDR-Zeit stehen. Diese Hallen lässt das Bezirksamt im Herbst abreißen.

Die Grundschule, deren Schülerzahl auf fast 600 angewachsen ist, leidet an Platzmangel. Sie braucht dringend neue Räume. Die alte Turnhalle wird derzeit zur Mensa mit Aufwärmküche umgebaut. Der Sportunterricht findet von Mai bis Oktober auf dem Schulgelände statt. Von Oktober bis Mai werden die Kinder mit Bussen zur Turnhalle der Volkshochschule an der Mark-Twain-Straße gefahren.

Um die schwierige Situation zu verbessern, hatte Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) bereits 2017 die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung um Amtshilfe gebeten. Die Landesbehörde sagte zu, für die Ulmen-Grundschule eine Dreifelder-Sporthalle auf dem Grundstück an der Bergedorfer Straße zu errichten und zu finanzieren. Als Voraussetzung musste das Bezirksamt den Bebauungsplan für das Gebiet ändern und darin den Standort einer Sporthalle festschreiben. Das ist unterdessen geschehen.

Neue Sporthalle kostet 10,5 Mio. Euro

Auch für die Baufreiheit auf dem Grundstück Bergedorfer Straße muss das Bezirks­amt sorgen. Das ist noch nicht passiert. Es habe rechtliche Unklarheiten hinsichtlich der Finanzierung des Abrisses gegeben, sagt Juliane Witt (Linke), Stadträtin für Facility Management. Im Haushalt des Bezirks war dafür keine Position vorgesehen. „Mit Schreiben der Senatsfinanzverwaltung vom 9. Juli 2021 ist endlich auch für diese Aufgabe eine finanzielle Sicherstellung geschaffen worden“, erklärt Stadträtin Witt. Das Bezirksamt könne die Kosten verrechnen und bekomme das Geld im Nachhinein vom Land zurück. Mitte Juli wurde der Abriss der alten Hallen ausgeschrieben. Firmen konnten sich bis Mitte August für den Auftrag bewerben. Im Oktober sollen die Arbeiten beginnen und im Dezember abgeschlossen sein. Das Grundstück liegt etwa 550 Meter von der Ulmen-Grundschule entfernt.

Die Kosten für die neue Sporthalle liegen laut Stadtrat Lemm bei 10,5 Millionen Euro. Eine Zuschauergalerie mit 60 Plätzen ist vorgesehen. Die Halle soll auch Vereinen zur Verfügung stehen. Sie ist nicht der einzige Neubau auf dem Grundstück Bergedorfer Straße 59. Auf einer Teilfläche, die an die Fichtenstraße grenzt, ist eine Kindertagesstätte mit 90 Plätzen entstanden. Träger der Einrichtung ist die Berliner Traumzauberland gGmbH. Am 20. August wurde dort die Eröffnung gefeiert.

Anwohner haben Bedenken zu beiden Neubau-Vorhaben. Sie befürchten, dass sich das Verkehrsaufkommen in der Bergedorfer Straße und der Fichtenstraße erhöhen wird und zusätzliche Parkplätze gebraucht werden. Eine weitere Befürchtung: Veranstaltungen in der Sporthalle könnten Lärm verursachen. Gemäß dem Schallschutz-Gutachten, das das Bezirks­amt anfertigen ließ, soll die Halle nur bis 21.30 Uhr für den Freizeitsport genutzt werden.

Im Abschnitt der Fichtenstraße, wo Eltern ihre Kinder zur Kita bringen, seien Gehwege und Parkmöglichkeiten bislang weder geplant noch begonnen worden, sagt Eberhard Roloff, Sprecher für Siedlungspolitik der Linken-Fraktion in der BVV. „Das sollte eigentlich geregelt sein, bevor die Kita in Betrieb geht.“ Die neue Sporthalle passe in das Gebiet, meint Roloff. „Letztlich, denke ich, werden sich alle damit anfreunden“. In der Nähe der Areals Bergedorfer Straße 59 liegt die Kleingartenanlage Kaulsdorfer Busch e.V.  „Wir freuen uns, wenn wieder Leben auf dem Grundstück einzieht“, sagt der Vereinsvorsitzende Enrico Hanft. Das ungenutzte Gelände werde derzeit als illegaler Müllabladeplatz genutzt.

Auch Wohnungsbau ist gestattet

Die neue Sporthalle nimmt nicht die gesamte Fläche in Anspruch, die durch den Abriss der alten Hallen frei wird. Im südlichen Teil des Grundstücks sei laut Bebauungsplan auch Wohnungsbau gestattet, kritisiert der CDU-Abgeordnete Mario Czaja. Das Land Berlin behalte sich die Vermarktung von Teilen des Grundstücks vor. Die CDU-Fraktion in der BVV Marzahn-Hellersdorf meint, eine mögliche Bebauung mit zweigeschossigen Wohnhäusern passe nicht in den Kiez „und würde die Verkehrs- und soziale Infrastruktur zusätzlich belasten“. Sie schlägt vor, stattdessen einen Schulgarten für die Ulmen-Grundschule anzulegen. Der Antrag ist Thema in der August-Sitzung der BVV. Eine andere Idee kommt von Eberhard Roloff und weiteren Engagierten. Sie wollen, dass neben der Sporthalle ein Spielplatz und Parkflächen für Autos entstehen.