Tonnenweise Müll in Lichtenberger Parks

Riesig ist dieser zusätzliche Müllbehälter im Lichtenberger Rathauspark. Doch auch dieser Abfallcontainer hält Besucher nicht davon ab, ihren Müll achtlos auf Wiesen und Beete zu werfen. Foto: Marcel Gäding
Riesig ist dieser zusätzliche Müllbehälter im Lichtenberger Rathauspark. Doch auch dieser Abfallcontainer hält Besucher nicht davon ab, ihren Müll achtlos auf Wiesen und Beete zu werfen. Foto: Marcel Gäding

Ausrangierte Sofas, kaputte Kühlschränke oder Gartenabfälle bereiten dem Straßen- und Grünflächenamt zunehmend Probleme. Die Entsorgung des Mülls in Lichtenberger Parks geht inzwischen in die Zehntausende. Von Marcel Gäding.

Neu angelegte Beete, Sitz- und Spielmöglichkeiten und blühende Sträucher: Der Park neben dem Rathaus Lichtenberg ist eine kleine Oase. Erst im vergangenen Jahr ließ das Bezirks­amt die 1,8 Hektar große Grünfläche zwischen der Rathaus- und Möllendorffstraße aufwendig sanieren – zur Freude vieler Kiezbewohner, die dort gerade jetzt im Sommer das herrliche Grün genießen und ihre Zeit verbringen. Doch kaum war die Anlage wieder für die Öffentlichkeit freigegeben, offenbarte sich ein altbekanntes Problem: Müll auf Wiesen und Wegen, Graffitischmierereien an den neuen Sitzmöbeln. Weil die aufgestellten Papierkörbe nicht ausreichen, stellte das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt einen großen Abfallbehälter auf.

Martin Schaefer ist als Bezirksstadtrat unter anderem für die auf mehr als 800 Hektar verteilten Grünflächen in Lichtenberg zuständig. Wenn der CDU-Politiker montags in die Arbeitswoche startet, blickt er von seinem Fenster auf die Hinterlassenschaften der Parkbesucher. Schaefer hat mal in den Zahlen geblättert und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis. 2020 mussten in den Park- und Grünanlagen 280 Tonnen Müll und Straßenkehricht beseitigt werden. „Hinzu kommen 20 Tonnen illegal entsorgten Sperrmülls“, berichtet Schaefer. „Ob Sofas oder Kühlschränke – manche Leute schmeißen das einfach in die Grünanlagen.“ Im vergangenen Jahr musste der Bezirk für die Entsorgung von Abfall und Sperrmüll an die 35.000 Euro berappen. „Dieses Geld fehlt uns für andere Dinge“, sagt der Bezirksstadtrat. Außerdem belastet der Müll auch die bezirklichen Gärtner, die 2020 rund 2.190 Arbeitstage allein mit dem Abfall beschäftigt waren. Schaefer hat nachgerechnet: „Das sind rund zehn Vollzeitbeschäftigte, die nicht mehr für die gärtnerische Pflege zur Verfügung stehen.“

Natürlich ist das Problem mit dem Müll in den Parkanlagen nicht neu. „Es ist in den vergangenen Jahren aber schlimmer geworden“, sagt Martin Schaefer. Weil wegen der pandemiebedingten Einschränkungen beispielsweise Jugendclubs geschlossen waren, zog es Jugendliche in die Grünanlagen oder auf die Spielplätze. Nach den Wochenenden sah es dort dann besonders schlimm aus. Dabei wird schon dreimal pro Woche gereinigt. Große Probleme gebe es beispielsweise an der Rummelsburger Bucht, wo sich an den Wochenenden mehrere Tausend Menschen aufhalten.

Etwas Entspannung verspricht hingegen die neuerliche Zusammenarbeit mit den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR). Deren Mitarbeiter sind inzwischen für die Müllentsorgung im Fennpfuhl, im Stadtpark Lichtenberg, am Orankesee und am Rummelsburger See zuständig. „Wir brauchen die BSR als Partnerin mehr denn je“, sagt Martin Schaefer – und hofft, die Männer und Frauen in Orange auch für andere Grünanlagen im Bezirk zu gewinnen. „Wir allein stoßen an unsere Grenzen.“

Nur mit der Müllentsorgung ist es aber nicht getan. Unter anderem soll es eine „Taskforce Vermüllung“ geben, der Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes, des Ordnungsamtes und des Umwelt- und Naturschutzamtes angehören. Geplant ist auch, „Wastewatcher“ auf Streife zu schicken: speziell geschulte Ordnungsamtsmitarbeiter, die ein Auge auf jene werfen, die für den Müll in den Parkanlagen verantwortlich sind. Im Fennpfuhlpark kommen außerdem Parkmanager zum Einsatz.