Seilbahn darf (vorerst) weiterfahren

Die einzige Seilbahn in Berlin verkehrt zwischen dem Altbezirk Hellersdorf und dem Altbezirk Marzahn - seit der IGA 2017. Foto: Marcel Gäding
Die einzige Seilbahn in Berlin verkehrt zwischen dem Altbezirk Hellersdorf und dem Altbezirk Marzahn – seit der IGA 2017. Foto: Marcel Gäding

Der Betrieb der einzigen Seilbahn in Berlin ist gesichert – zumindest vorerst. Wie die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf am Dienstag mitteilte, konnte zwischen der Grün Berlin GmbH und der Betreiberin Leitner AG eine entsprechende Vereinbarung getroffen werden.

Die Fraktion beruft sich auf Informationen des landeseigenen Unternehmens, das unter anderem die Gärten der Welt betreibt. Die Seilbahn ging 2017 mit der Internationalen Gartenausstellung IGA in Betrieb. Sie führt von der Hellersdorfer Straße über den Kienberg rüber in die Gärten der Welt am Blumberger Damm. Nach dem Ende der IGA hatte sich das Land Berlin bereit erklärt, den Betrieb der Seilbahn zunächst bis Ende 2021 finanziell zu unterstützen. Bis heute war jedoch unklar, ob es auch für die Zeit danach Geld gibt.

Nun ist nach Angaben der Linksfraktion der Betrieb bis Ende 2022 gesichert. „Die finanzielle Vorsorge dafür hat die rot-rot-grüne Koalition mit dem aktuellen Doppelhaushalt getroffen“, erklärte die Partei. Strittig sei zuletzt gewesen, ob eine längere Vereinbarung geschlossen werden kann. „Entsprechende Vorsorge muss der Haushaltsgesetzgeber nun in der nächsten Legislatur schaffen.“ Als einzigartiges Verkehrsmittel in Berlin sei die Seilbahn für viele Menschen in Marzahn-Hellersdorf inzwischen zu einem Symbol geworden, „das ein bestimmtes Selbstbewusstsein unseres Bezirks ausdrückt“.

Für die CDU in Marzahn-Hellersdorf ist die Zusage, den Betrieb ein weiteres Jahr zu finanzieren, nach Darstellung ihres Kreisvorsitzenden Mario Czaja nichts als ein Wahlkampfmanöver. „Es gibt weiterhin keine langfristige Perspektive und Berlin bekennt sich nicht zu einem modernen, umweltfreundlichen Verkehrsmittel, der Bedeutung der Seilbahn für die Anbindung Marzahns an die U5 und der einzigen barrierefreien Erschließung des Kienbergs. Stattdessen ist klar erkennbar, dass es nur darum geht, keine Verunsicherung im Wahljahr 2021 zu erzeugen“, heißt es in einer Erklärung der CDU.

Ursprünglich sollte die Seilbahn Teil des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg werden. Bislang aber konnte sich das Land Berlin nicht dazu durchringen, die Seilbahn an die Berliner Verkehrsbetriebe zu übertragen. (bzj.)