Mehr Platz für die Straßenbahn in Mahlsdorf

Nicht viel Platz ist auf der Hönower Straße für Autos und die Straßenbahn. Das soll sich ändern, wenn der Autoverkehr eine neue Straße bekommt. Foto: Marcel Gäding
Nicht viel Platz ist auf der Hönower Straße für Autos und die Straßenbahn. Das soll sich ändern, wenn der Autoverkehr eine neue Straße bekommt. Foto: Marcel Gäding

Der Ortskern von Mahlsdorf soll vom Verkehr entlastet werden. Im kommenden Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beginnen.

Seit Jahren streiten Bezirks- und Landespolitik darum, wie der Verkehr künftig durch den Marzahn-Hellersdorfer Ortsteil Mahlsdorf fließen wird. Und wie es scheint, nehmen die Planungen nun konkrete Formen an. Zum einen soll der Ortskern von Mahlsdorf vom Autoverkehr entlastet werden. Zum anderen plant die BVG den Ausbau der Straßenbahn auf je ein Gleis pro Richtung.

Bislang ist die Hönower Straße in Mahlsdorf eine viel befahrene Engstelle: Weil Platz fehlt, schlängelt sich die Straßenbahn auf einem Gleis zum S- und Regionalbahnhof, während für Autofahrer Tempo 30 in beide Richtungen gilt. Seit Jahren wird diskutiert, welche Verkehrslösung für Mahlsdorf optimal ist.

Nun werden die Planungen inklusive der Zeitpläne konkreter: Die Straßenbahn verkehrt weiter über die Hönower Straße, wird jedoch zweigleisig ausgebaut. Wie die Senatsverkehrsverwaltung kürzlich mitteilte, sollen die entsprechenden Vorplanungen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Auch der Autoverkehr wird neu geregelt: Geplant ist, dass er vom Hultschiner Damm aus Richtung S-Bahnhof Mahlsdorf über eine neue Strecke geführt wird. In Höhe des Gründerzeitmuseums soll es ein Abzweig zu der Neubautrasse geben, die wiederum über die Straße An der Schule Richtung Pestalozzistraße zur Hönower Straße geplant ist. Dabei quert diese neue Umgehungsstraße unter dem Arbeitstitel „Neuer Hultschiner Damm“ die Bundesstraße 1 und 5.

„Dass es nun einen klaren Zeitplan für den Beginn des Planfeststellungsverfahrens für den Neuen Hultschiner Damm gibt, zeigt, dass es endlich mit der Verkehrslösung für Mahlsdorf vorangeht“, erklären Kristian Ronneburg, der Linken-Chef von Marzahn-Hellersdorf, und Bjoern Tielebein, Vorsitzender der Linksfraktion. „Die politischen Blockaden, die das Projekt seit Jahren verzögert haben, haben SPD, Grüne und LINKE mit gemeinsamem politischem Willen in dieser Legislatur endlich aufgelöst.“ Das Planfeststellungsverfahren für die Straße sei wiederum losgelöst von der Straßenbahn. Ziel müsse es sein, dass die Straßenbahn nach dem Ausbau im Jahr 2025 im Zehn-Minuten-Takt verkehrt.

Die CDU im Bezirk zeigt sich eher skeptisch. Sie befürchtet, dass die neue Straße auch mehr Verkehr für die umliegenden Wohngebiete bringt und die Verkehrssicherheit vor der neuen Oberschule gefährdet ist, an der die neue Straße vorbeiführt. Außerdem kritisiert die CDU die fehlende Bürgerbeteiligung: „Die Mahlsdorfer wurden vom Planungsprozess ausgesperrt und wesentliche Fragen der Verkehrsführung für einen verlässlichen Tramtakt und die verkehrliche Entlastung des gesamten Ortsteilzentrums sind ungeklärt“, sagt Mario Czaja, der Vorsitzende der CDU.

Allerdings dürfte die Aussage von Czaja für Verwunderung sorgen: In der Vergangenheit gab es mehrere Bürgerversammlungen, in deren Rahmen die Planungen erörtert wurden. Die Ergebnisse hat die Senatsverkehrsverwaltung sogar auf einer eigenen Webseite zur „Verkehrslösung Mahlsdorf“ zusammengefasst – zumindest, was den Ausbau der Straßenbahn betrifft. (gäd.)