Marzahn-Hellersdorf: erst der Abriss, dann der Neubau

Baukräne bestimmen (wieder) das Bild in der Großsiedlung Hellersdorf. Bebaut werden Flächen, die jahrzehntelang brachlagen oder auf denen einst bereits Mehrfamilienhäuser standen. Foto: Marcel Gäding
Baukräne bestimmen (wieder) das Bild in der Großsiedlung Hellersdorf. Bebaut werden Flächen, die jahrzehntelang brachlagen oder auf denen einst bereits Mehrfamilienhäuser standen. Foto: Marcel Gäding

Wurden nach der Jahrtausendwende in Marzahn-Hellersdorf noch ganze Wohnkomplexe dem Erdboden gleichgemacht, werden jetzt so viele neue Wohnungen gebaut wie lange nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Jahresberichts hervor, den Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) für den Bereich Stadtentwicklung vorgelegt hat.

Im vergangenen Jahr wurden demnach 1.400 Wohneinheiten errichtet – darunter in der Albert-Kuntz-Straße 50-62 (284), in der Ludwig-Renn-Straße 56-64 (255), in der Lion-Feuchtwanger-Straße 19-21 (215), in der Tangermünder Straße 77-89 (156), in der Wuhlestraße 2 (142) und am Kummerower Ring 40 (56 WE).

„Marzahn-Hellersdorf erlebt insgesamt eine Bautätigkeit wie seit 30 Jahren nicht mehr“, erklärt Dagmar Pohle in ihrem Statistik-Bericht. „Seit 2018 wurden jährlich mehr als 1.000 Wohneinheiten auf den Markt gebracht.“ Derzeit verfügt der Bezirk über mehr als 140.000 Wohneinheiten. 2014 waren es noch 132.000.

Und ein Ende des Baubooms ist noch nicht in Sicht: So entstehen derzeit auf dem Gelände des Gutes Hellersdorf 1.200 Wohnungen. Im vergangenen Jahr ergingen zudem Baugenehmigungen für 170 Bauprojekte und einem Bestand von 3.000 Wohnungen – darunter in der Karl-Holtz-Straße (439), in der Marchwitzastraße 29-31 (237), in der Mittenwalder Straße 10 (173), in der Hoyerswerdaer Straße 27-41 (138), in der Mehrower Allee 28-32 (126) und in der Alten Hellersdorfer Straße 108 (133). Hier entstehen jeweils Bauvorhaben mit mehr als 100 Wohneinheiten, die das Wohnumfeld nachhaltig prägen werden. Insgesamt wurden im Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2020 mehr als 170 Bauprojekte begonnen. Diese haben ein Gesamtvolumen von mehr als 3.000 Wohneinheiten. Genehmigt, aber noch nicht im Bau sind Vorhaben in der Tangermünder Straße 2 (180), Am Schloßhof 8-18 (184) und in der Lion-Feuchtwanger-Straße 63 (124), in der Pöhlbergstraße 35 (219) und in der Senftenberger Straße 12-22 (150).

Schwerpunkte der Neubauvorhaben sind die Großsiedlungen in Marzahn und Hellersdorf. In den Siedlungsgebieten von Kaulsdorf, Mahlsdorf und Biesdorf hingegen stagniert die Entwicklung – unter anderem, weil es dort kaum noch nennenswerte freie Baugrundstücke gibt. „In Biesdorf und Kaulsdorf hat sich die Bautätigkeit gegenüber den vergangenen Jahren mehr als halbiert. Quantitativ wurden die meisten kleinen Neubauprojekte in Mahlsdorf begonnen.“ (bzj.)