Lichtenbergerin wird 111 – und gehört damit zu den ältesten Deutschen

Älteste Frau Deutschlands? Asta Hasse mit Sohn Manfred Hasse (81), aufgenommen an ihrem 110. Geburtstag 2019. Foto: Volkssolidarität Berlin/ Mario Zeidler
Älteste Frau Deutschlands? Asta Hasse mit Sohn Manfred Hasse (81), aufgenommen an ihrem 110. Geburtstag 2019. Foto: Volkssolidarität Berlin/ Mario Zeidler

Ein Präsentkorb und Blumen von Lichtenbergs Bezirksbürgermeister, darüber freut sich Asta Hasse heute an ihrem Geburtstag. Das Wiegenfest ist ein besonderes, denn die betagte Dame wurde auf den Tag genau vor 111 Jahren geboren. Damit zählt sie zu den ältesten in Deutschland lebenden Menschen.

Die Meldung, die am Mittwochvormittag über die Ticker geht, ist zurückhaltend formuliert. „Älteste Lichtenbergerin wird 111 Jahre alt“ steht in der Überschrift. Wer jedoch beim Guinness-Buch der Rekorde nachschaut, stellt fest: Mit ihren 111 Jahren spielt Asta Hasse ganz oben in der Liga der ältesten Menschen der Welt. Die aktuell älteste Frau der Welt ist die Japanerin Kane Tanaka mit 117 Jahren. Mathilde Mange aus Nordrhein-Westfalen war 113, als sie im Oktober 2019 verstarb. Es ist also gut möglich, dass Asta Hasse sogar die älteste noch lebende Deutsche ist.

Aufgewachsen ist Asta Hasse als eines von zehn Kindern im pommerschen Saaben, das heute zu Polen gehört. „Als Kind erlebte sie noch Zeiten als es kein Strom zu Hause gab“, schreibt das Bezirksamt. Ihren Mann lernte sie in den 1930er-Jahren kennen. Mit ihm zog sie nach Berlin, in die Kastanienallee in Prenzlauer Berg. Weil das junge Paar im Zweiten Weltkrieg allerdings ausgebombt wurde, zog es zurück nach Pommern. Dort kam 1939 ihr Sohn zur Welt. Zum Kriegsende, nach einem Bombenangriff auf das Heimatdorf und einer Flucht mit Wagen und Pferd, kam die Familie zunächst in Schleswig-Holstein auf einem Bauernhof bei Verwandten unter. Ab 1950 lebte Asta Hasse mit ihrer Familie schließlich wieder in Berlin, wo sie eine Wohnung in der Kopenhagener Straße mietete. Unweit des Gleimtunnels sah Asta Hasse den Bau der Mauer, aber auch deren Fall. Erst im Alter von 107 entschied sie sich für ihren Umzug in eine Seniorenresidenz der Volkssolidarität im Berliner Bezirk Lichtenberg, „wo sie gut und gerne lebt“.

Obwohl es Grund zum Feiern gibt, muss die große Sause dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. „Ich hoffe, dass wir den nächsten Geburtstag dann wieder persönlich gratulieren können“, sagt Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke). (bzj.)