Birken erinnern an Soldatenfriedhof

Die neu gepflanzten Birken im Schlosspark. Foto: Dr. Heinrich Niemann
Die neu gepflanzten Birken im Schlosspark. Foto: Dr. Heinrich Niemann

Biesdorf. Birken erinnern ab sofort an den sowjetischen Soldatenfriedhof, der sich von 1946 bis 1958 im Schlosspark Biesdorf befand. Dort wurden 462 Soldaten, Offiziere und zivile Tote beerdigt. Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus pflanzten Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke), die Bezirksstadträtinnen Juliane Witt (Die Linke) und Nadja Zivkovic (CDU) sowie Vertreterinnen und Vertreter des Schlossvereins und des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf drei junge Birken mit Blick auf die ehemaligen Grabstätten. „Birken haben einen besonderen Symbolwert mit Blick auf den Großen Vaterländischen Krieg. Sie wurden Opfer der verbrannten Erde, die die deutsche Wehrmacht mit ihrer Kriegsführung hinterließ, viele säumten aber auch den Weg der Befreiung vom Faschismus und viele Gräber Gefallener, so wie auch an diesem historischen Ort“, sagte Dagmar Pohle. Die Rote Armee hatte das dem Bezirk Lichtenberg gehörende Areal mit dem noch am 21. April 1945 brandzerstörten Schloss und dem von Kriegseinwirkungen weitgehend verschonten Park nach Kriegsende für einen Friedhof beschlagnahmt. Die südliche Hälfte des Parks (etwa sieben Hektar) wurde mit einer Klinkermauer umgeben, an der Lindenallee (heute Brodersenallee) sowie östlich hinter dem Pleasureground wurden gesonderte Grabfelder für Offiziere, Soldaten und zivile Opfer angelegt. Das Erdgeschoss des zerstörten Schlosses erhielt ein provisorisches Dach, eine Trauerhalle sowie Verwaltungsräume. Mit der Umbettung der Gräber auf den nach Plänen des Gartenarchitekten Johannes Mielenz und des Bildhauers Erwin Kobbert im November 1958 eingeweihten sowjetischen Ehrenhain im Parkfriedhof Marzahn wurde der Friedhof aufgehoben und die Mauer zurückgebaut.