Kleiner Panda trägt den Namen „Urs“

Friedrichsfelde. Der im vergangenen Jahr im Tierpark Berlin geborene Panda hat einen Namen: Er heißt „Urs“. Zur Taufe kam kürzlich Urs Fischer, Trainer des 1. FC Union Berlin. Der Verein ist Pate der Kleinen Pandas. Ende September hatten der Tierpark Berlin und der 1. FC Union Berlin zur großen Namenssuche aufgerufen. Aus mehreren hundert Vorschlägen hatte eine dreiköpfige Jury bestehend aus Tierpfleger Nils Frankenfeld, dem stellvertretenden Zoologischen Leiter Dr. Florian Sicks und Jochen Lesching, Vorsitzender der Stiftung „UNION VEREINT. Schulter an Schulter“ sich für den Namen entschieden. „Ich freue mich natürlich, dass so viele Unioner und Tierpark-Fans den Namen ‚Urs‘ vorgeschlagen haben und sich scheinbar mit der Abstammung meines Vornamens sehr gut auskennen“, schmunzelt Union-Trainer Urs Fischer. Ursus steht im lateinischen für Bär. Während sich der kleine Urs zur Taufe noch etwas schüchtern zeigte, waren Rosie, Ruby und Polly, seine Verwandten aus der Nachbarschaft, umso interessierter und kamen in den Genuss, vom großen Urs mit ein paar köstlichen Leckereien gefüttert zu werden. Die Eltern Joel und Shine kamen 2020 im Rahmen eines weltweiten Erhaltungszuchtprogramms (GSMP) für Kleine Pandas in den Tierpark Berlin. „Die Kleinen Pandas, auch Rote Pandas oder Katzenbären genannt, werden von der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft. Umso wertvoller ist der zweite Nachwuchs von Joel und Shine für die Erhaltung der gesamten Art“, freut sich Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „In den nächsten Tagen haben auch unsere Gäste gute Chancen, den kleinen Urs auf der Außenanlage sehen, mir wurde gerade gestern von ersten Sichtungen berichtet.“

Kleine Pandas sind nicht direkt mit den berühmten Großen Pandas verwandt. Sie gehören einer eigenen Familie, den „Katzenbären“, an. Dennoch teilen sie viele Eigenschaften mit ihren Namensvettern. So ernähren sie sich ebenfalls hauptsächlich von Bambus. Auch haben sie – wie Große Pandas – einen verlängerten Handgelenkknochen, den sie wie einen Daumen zum Festhalten von Bambusstangen nutzen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Kleinen Pandas erstreckt sich neben Nordindien auch auf die Bergregionen Nepals, Bhutans, Burmas und Chinas. Die größte Bedrohung für diese sympathischen Tiere stellt der Verlust geeigneter Lebensräume im Himalaya-Gebirge dar. Wie auch in Europa macht den Wildtieren dort die zunehmende Fragmentierung ihres Lebensraumes sehr zu schaffen. Dies stört den genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populationen. Das betrifft nicht nur die Großen Pandas in China, sondern auch ihre kleineren Namensvetter, die eng an die dicht mit Bambus untersetzten Bergwälder des Hochgebirges zwischen 1.500 und 4.000 Metern Höhe gebunden sind.