Später Lückenschluss in Hohenschönhausen

Der Bezirk Lichtenberg macht den Weg für einen städtebaulichen Wettbewerb im Stadtteil Neu-Hohenschönhausen frei. Entstehen soll ein urbanes Zentrum. Von Marcel Gäding.

Nachdem Versuche gescheitert sind, für die Gestaltung des Zentrums von Hohenschönhausen einen privaten Investor zu finden, nimmt der Bezirk die Sache selbst in die Hand. Das Bezirksamt Lichtenberg hat sich darauf verständigt, im Rahmen eines sogenannten städtebaulichen Wettbewerbs Ideen zu sammeln, wie das neue Zentrum von Hohenschönhausen künftigt aussehen soll.
Damit kommt mehr als 30 Jahre nach der Gründung des letzten Ostberliner Stadtbezirks Bewegung in die Planung. Denn bislang gab es vom Zentrum Hohenschönhausen allenfalls Lippenbekenntnisse. Zwar entstanden Mitte und Ende der 1990er-Jahre das Einkaufszentrum „Linden-Center“ und ein großes Multiplexkino. Doch ein Großteil der rund sechs Hektar großen Flächen blieb unbebaut und wird bis heute als Parkplatz benutzt. „Hohenschönhausen war der Bezirk, der 1990 nicht fertig wurde“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) dem Bezirks-Journal. Erst vor gut einem Jahr zog man Entwürfe für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zurück, nachdem der Verkauf landeseigener Flächen an einen privaten Investor scheiterte.

Bevor nun öffentliche und private Partner gesucht werden, die aus der Brachfläche ein urbanes Zentrum entwickeln, sind Ideen gefragt. Ziel sei es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das Gebiet neu zu ordnen und baulich zu entwickeln. Sehr konkret weiß der Bezirk jedoch, dass im neuen Zentrum unbedingt ein Kulturhaus entstehen soll. Das Geld dafür liegt bereits quasi auf dem Konto. Unter anderem wird laut darüber nachgedacht, dort Platz für die Anna-Seghers-Bibliothek zu schaffen, die bislang zur Miete im Linden-Center untergebracht ist. Bezirksbürgermeister Michael Grunst wünscht sich zudem Angebote der medizinischen Versorgung sowie verschiedene Wohnformen.

Einziger Haken: In den jetzt veröffentlichten Unterlagen zum städtebaulichen Wettbewerb fehlt der Bahnhof Hohenschönhausen im sogenannten Betrachtungsraum. Seit Jahren fordern Anwohner und Initiativen jedoch, die Station zu entwickeln und die Aufenthaltsqulität sowie die Anbindung an die umliegende Großsiedlung zu verbessern. Der Bahnhof war seinerzeit lediglich als eine Art Haltepunkt ohne Bahnhofsgebäude eingerichtet worden.