Hoch hinaus: Die HOWOGE stockt erste Wohnhäuser auf

So soll der künftige Achtgeschosser in der Seefelder Straße nach der Aufstockung aussehen. Simulation: S&P Sahlmann Planungsgesellschaft
So soll der künftige Achtgeschosser in der Seefelder Straße nach der Aufstockung aussehen. Simulation: S&P Sahlmann Planungsgesellschaft

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE schafft neuen Wohnraum – und will jetzt im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus. Auf dem Dach eines Sechsgeschossers in der Seefelder Straße entstehen im Rahmen eines Pilotprojekts 28 neue Wohnungen. Die Bewohner begleiten das Projekt jedoch kritisch.

Im Vorgarten eines Sechsgeschossers an der Seefelder Straße in Alt-Hohenschönhausen liegen bereits Absperrzäune. In den kommenden Monaten wird das in den 1980er-Jahren errichtete Mehrfamilienhaus Typ WBS70 zu einer Großbaustelle. Auf dem Dach entstehen 28 neue Wohnungen, wie die HOWOGE mitteilt. Für die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft ist das ein Novum: Dort und an der Franz-Schmidt-Straße im Pankower Ortsteil Buch schafft sie neuen Wohnraum, in dem sie nach oben baut. Die Einstiegsmieten sollen pro Monat und Quadratmeter zwischen 6,50 und 8,20 Euro liegen. Wie beim Neubau in der Fläche werde die Hälfte der durch die Aufstockung entstehenden Wohnungen öffentlich gefördert, erklärt die HOWOGE. Gebaut werde in „ökologischer Holzhybrid-Bauweise“. Allerdings müssen für die zusätzlichen Etagen die Fundamente der Bestandsbauten verstärkt werden. 13 Monate soll gebaut werden. Die ersten Mieter könnten im Frühjahr kommenden Jahres einziehen.

Der Sechsgeschosser in der Seefelder Straße wurde in den 1980er-Jahren errichtet. Foto: Marcel Gäding
Der Sechsgeschosser in der Seefelder Straße wurde in den 1980er-Jahren errichtet. Foto: Marcel Gäding

Langjährige Mieter begleiten das Projekt in der Seefelder Straße allerdings kritisch. „Anfangs fehlte es an jeder Form der Anwohnerbeteiligung“, sagt Wolfgang Mey, Mitglied im örtlichen Kiezbeirat und einer der Mieterinnen und Mieter. Denn die Bewohner des Sechsgeschossers in Alt-Hohenschönhausen müssen einige Zeit mit erheblichen Belastungen leben. Neben den notwendigen Fundamentarbeiten entstehen unter anderem auch Aufzüge, zudem soll es Arbeiten an der Hausfassade geben. Immerhin konnten die Bewohner in der Seefelder Straße erreichen, dass es während der Bauphase ein Büro geben wird, an das sich die Mieterinnen und Mieter wenden können. Grundsätzlich gehe es nicht darum, zusätzlichen Wohnraum zu verhindern, wie Ingolf Hähnel, der Sprecher des Kiezbeirats, sagt.

Immerhin wächst das Haus an der Seefelder Straße um „nur“ zwei Etagen. Natürlich hätte man auch höher bauen können, wie HOWOGE-Geschäftsführer Ulrich Schindler einräumt. Allerdings hätte man damit die „Hochhausgrenze“ überschritten. Das wäre mit erheblichen Brandschutzauflagen verbunden gewesen.

Im Rahmen des Pilotprojekts soll auch geklärt werden, ob weitere WBS 70-Bauten in Berlin aufgestockt werden können. „Ob eine Empfehlung an die anderen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ausgesprochen und das Potenzial auf den Dächern der WBS 70-Platten-bauten im HOWOGE Bestand ausgenutzt werden kann, wird erst nach Abschluss des Piloten festgestellt“, erklärt die HOWOGE. (gäd.)