Foodsharing: In Karlshorst gibt es Lebensmittel kostenlos

Isabel Vela Sanchez (Bezirksamt Lichtenberg), Alexander Bittner sowie Inga Bloch (SozDia-Stiftung) und Benno Schäfer von der JULI Jugendhilfe (v.l.n.r.) freuen sich darüber, dass nun Lebensmittel kostenlos verteilt werden, die sonst entsorgt wurden. Foto: Benno Schäfer
Isabel Vela Sanchez (Bezirksamt Lichtenberg), Alexander Bittner sowie Inga Bloch (SozDia-Stiftung) und Benno Schäfer von der JULI Jugendhilfe (v.l.n.r.) freuen sich darüber, dass nun Lebensmittel kostenlos verteilt werden, die sonst entsorgt wurden. Foto: Benno Schäfer

Im iKARUS Stadtteilzentrum befinden sich seit Kurzem Kühlschränke mit geretteten Lebensmitteln. Gespendet werden sie von Supermärkten und Bäckereien.

In einem Kühlschrank des iKARUS Stadtteilzentrum liegen saftige Erdbeeren, Toastbrote, Paprika und mehrere Tafeln Schokolade. Bei den Lebensmitteln handelt es sich um Produkte, die aus Geschäften, Supermärkten und Bäckereien aus der Nachbarschaft stammen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum jedoch abgelaufen ist. Doch zum Wegwerfen sind sie zu schade – denn die Ware ist noch einwandfrei. Entsorgten Einzelhändler früher „abgelaufene“ Lebensmittel über Spezialunternehmen, können sie diese nun für den guten Zweck spenden. Foodsharing nennt sich dieses aus dem Englischen übernommene Prinzip. Lebensmittel retten könnte man auch auf Deutsch sagen.

Im iKARUS Stadtteilzentrum gibt es seit Ende Juni zwei Kühlschränke, die allen offenstehen und an denen man sich kostenlos bedienen darf: Ehrenamtliche Helfer bringen täglich neue Ware, die früher weggeworfen worden wäre. „Jedes Jahr werden tonnenweise Lebensmittel entsorgt“, sagt Isabel Vela Sanchez vom Bezirksamt Lichtenberg. Daher zögerte sie nicht lange, als sie von der Initiative foodsharing.de nach einem Standort für Kühlschränke gefragt wurde, in denen solche Lebensmittel gesammelt und unkompliziert an Interessenten abgegeben werden können. Das iKARUS Stadtteilzentrum im Ortsteil Karlshorst erklärte sich sofort bereit, zwei dieser Kühlschränke aufzustellen. „Die Ware, die dort mitgenommen werden kann, ist vollkommen in Ordnung“, versichert Sanchez. Dabei sei nichts aus der Mülltonne. „Alles stammt von Geschäften, die sich an dem Projekt beteiligen.“

Foodsharing: kostenlose Lebensmittel noch haltbar

Die Initiative foodsharing.de hat bundesweit inzwischen mehr als 100.000 Mitglieder. In Berlin sollen es nach Angaben von Hella Möhring 10.000 sogenannte „Foodsaver“ sein: Sie suchen jeden Tag Geschäfte auf, die Lebensmittel spenden und bringen sie an eine der sogenannten „Fairteilstellen“, zu denen nun auch das Karlshorster Stadtteilzentrum gehört. „Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, sind die Lebensmittel bei entsprechender Kühlung noch haltbar“, sagt Möhring, die eine der Botschafterinnen der Initiative ist. An erster Stelle steht beim Foodsharing die Nachhaltigkeit – nicht nur bei den Lebensmitteln, sondern auch bei der Abholung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bis jetzt beteiligen sich 20 Betriebe aus Lichtenberg an der Aktion, berlinweit liegt die Zahl bei 600. Isabel Vela Sanchez sagt, dass das Projekt keine Konkurrenz zu den Tafeln sein soll, die Lebensmittel ausschließlich an Bedürftige weiterreichen. Und auch Hella Möhring betont, dass die Lebensmittel von jedermann an einer der „Fairteilstellen“ abgeholt werden könnten. „Wir sind keine Bedürftigenorganisation!“

Geplant ist jetzt, das Projekt auf weitere Ortsteile von Lichtenberg auszuweiten. Im Gespräch ist, Kühlschränke in Hohenschönhausen und Rummelsburg aufzustellen. Auch will man weitere Einzelhändler und Gastronomen gewinnen, sich an dem Foodsharing zu beteiligen.

Die beiden Kühlschränke im iKARUS Stadtteilzentrum, Wandlitzstraße 13, 10318 Berlin, können im Rahmen der Öffnungszeiten ohne Anmeldung aufgesucht werden: Dienstag bis Donnerstag, von 9 bis 14 Uhr und Freitag, von 9 bis 13 Uhr. Weitere Standorte sind im Internet abrufbar: www.foodsharing.de (gäd.)