Energiekrise: Rathaus Lichtenberg bleibt nachts dunkel

Das nächtlich beleuchtete Rathaus Lichtenberg. Um Energie zu sparen, bleibt es nun dunkel. Foto: Marcel Gäding
Das nächtlich beleuchtete Rathaus Lichtenberg. Um Energie zu sparen, bleibt es nun dunkel. Foto: Marcel Gäding

Die Energiekrise führt dazu, dass das Rathaus Lichtenberg dunkel bleibt. Doch es wird weitere Einschnitte im Bezirk geben. Von Marcel Gäding.

Das Rathaus Lichtenberg gehört zu den Wahrzeichen im Bezirk. Sobald es dunkel ist, wird das Gebäude in der Möllendorffstraße mit Hilfe von Scheinwerfern angestrahlt. Doch seit Anfang des Monats ist das Geschichte.

Wie andere Kommunen auch, muss der Bezirk die Vorgaben der neuen Energieeinsparverordnung umsetzen: Bundesweit dürfen demnach öffentliche Gebäude nur dann beleuchtet werden, wenn dies der Verkehrssicherheit dient. Im Zuge der Energiekrise sind Städte und Gemeinden, aber auch Vermieter und Privathaushalte angehalten, wo es geht, Strom, Gas und Fernwärme zu sparen.

Inzwischen hat Berlin einen Weg beschlossen, wie das funktionieren soll. So werden die Temperaturen in Büros von öffentlichen Gebäuden tagsüber auf 20 Grad Celsius gedrosselt, in Fluren und Treppenhäusern auf 16 Grad Celsius. Ausgenommen davon sind Dienststellen von Polizei, Feuerwehr, Schulen und Kitas. In Sporthallen und Sportfunktionsgebäuden werden die Temperaturen auf 17 Grad Celsius abgesenkt. Parallel sollen Heizungsanlagen optimiert werden. Warmes Wasser wird in öffentlichen Gebäuden abgeschaltet, ausgenommen Dusch- und Waschräume in Sport- und Schwimmhallen. Dort wird zudem das Wasser in den Becken auf nur noch maximal 26 Grad Celsius erwärmt.

Das Bezirksamt Lichtenberg hat nach Angaben einer Sprecherin eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, die nun prüft, wie sich der Energieverbrauch in den 407 öffentlichen Gebäuden – darunter 73 Schulen, 53 Sporthallen, 47 Kitas und vier Verwaltungsgebäude – reduzieren lässt. Einsparmöglichkeiten sehe man bei Heizung, Warmwasser und Strom. Am 23. August beschloss das Bezirksamt, die Einsparvorgaben des Senats umzusetzen, wonach der Gesamtenergieverbrauch um mindestens 10 Prozent reduziert werden soll. „Das durchschnittliche Einsparpotenzial der Maßnahmen liegt bei 5 Prozent. Die gesamte Energieeinsparung durch Realisierung aller Einsparmaßnahmen wird deutlich höher sein, lässt sich jedoch erst im Nachgang ermitteln“, teilte die Bezirksverwaltung auf Nachfrage des Bezirks-Journal mit.

Neben der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe sollen auch Schulen Vorschläge liefern, wie sich Energie einsparen lässt. „So hat die Schul- und Sportstadträtin Filiz Keküllüoğlu Schulgemeinschaften eingeladen und ist mit ihnen in den Austausch zu Energieeinsparpotenziale eingetreten.“ Einen Austausch gibt es zudem mit Sportvereinen. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke). So sei es sicher kein Beinbruch, wenn Ligavereine wie Lichtenberg 47 ihre Spiele statt um 17 Uhr bereits um 13 Uhr ansetzen. Dadurch könnte dann auf das Flutlicht in der Winterzeit verzichtet werden. „Wenn es möglich ist, sollten Spiele zeitlich vorgezogen werden.“