Ein Radschnellweg entlang der U5

Pascal Grothe, Anwohner und Sprecher des Grünen-Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf, setzt sich seit Jahren für eine Radschnellverbindung entlang der U 5 ein. Foto: Sabine Flatau
Pascal Grothe, Anwohner und Sprecher des Grünen-Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf, setzt sich seit Jahren für eine Radschnellverbindung entlang der U 5 ein. Foto: Sabine Flatau

Eine Machbarkeitsstudie soll Varianten für einen Radschnellweg entlang der U-Bahnlinie 5 in Marzahn-Hellersdorf untersuchen. Das Geld für die Studie stellt die Senatsverkehrsverwaltung zur Verfügung. Doch es fehlt Personal. Von Sabine Flatau.

Die Idee, einen Radschnellweg entlang der U-Bahnlinie 5 anzulegen, gibt es seit Jahren. Nun kommt das Vorhaben voran. Eine Machbarkeitsstudie soll angefertigt werden. Sie wird prüfen, welche Varianten für den Radschnellweg in Frage kommen.  Die Mittel, um diese Untersuchung zu bezahlen, hatte das Bezirksamt bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beantragt. Jetzt teilte die Stadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Nadja Zivkovic (CDU) mit, es gebe eine Antwort der Landesbehörde auf das Anliegen des Bezirks. Jede potenzielle, sinnvolle Erweiterung des Berliner Radverkehrsnetzes sei begrüßenswert, so Staatssekretär Ingmar Streese in seinem Schreiben. Deshalb gebe er dem Antrag des Bezirks statt und werde die anstehende Untersuchung durch die Senatsverwaltung finanziell unterstützen. Das Bezirksamt solle einen Zeit- und Kostenplan bei der zuständigen Arbeitsgruppe in der Landesbehörde einreichen.

„Die Finanzierung der Studie erfolgt komplett über die Senatsverwaltung “, sagte Stadträtin Zivkovic auf Anfrage des Bezirks-Journals. Doch es gibt ein Problem. „Wir haben leider nicht die personellen Möglichkeiten, die Studie durchzuführen.“ Sie habe um Amtshilfe bei der Landesbehörde gebeten, so die Stadträtin. Aber auch dort sind die Mitarbeiter ausgelastet und können nicht noch zusätzliche Aufgaben übernehmen. Nadja Zivkovic hat deshalb die GB infraVelo GmbH angesprochen. Das landeseigene Unternehmen untersucht und plant neue Radschnellverbindungen in Berlin. „Da gäbe es gegebenenfalls die Möglichkeit, es an eine bestehende Studie anzuhängen.“ Dies müsse jedoch erst mit der Senatsverkehrsverwaltung abgesprochen werden, da sie der Auftraggeber für die GB infraVelo ist. Gespräche dazu werde es voraussichtlich noch im September geben.

Bestehende Trasse erweitern

Eine Initiative aus Marzahn-Hellersdorf hat die Idee von der Radschnellverbindung an der U5 vorangebracht. „Die vorhandene Trasse zwischen Tierpark und Biesdorf-Süd zeigt, wie entspanntes Radfahren abseits der großen Kfz-Pendlerstrecken aussehen kann“, heißt es auf radbahn-u5.jimdofree.com. „Wir regen eine Erweiterung der bestehenden Trasse Richtung Hellersdorf an, da damit viele Menschen in den Genuss einer Radschnellverbindung kommen.“ Die Strecke soll sich vom U-Bahnhof Biesdorf-Süd bis zur Station in Hönow ziehen. Pascal Grothe, Anwohner und Sprecher des Grünen-Kreisverbandes, hat sich mit den Details beschäftigt. „Diese Radbahn ist einfach herzustellen, mit wenig Aufwand“, sagt er. Die Trassen seien weitestgehend frei. „Viele Teile der Strecke sind schon asphaltiert.“ Die Kosten würden deshalb nicht exorbitant hoch.

Im Abschnitt zwischen den U-Bahnhöfen Biesdorf-Süd und Elsterwerdaer Platz verlaufe nördlich der Gleise ein Versorgungsweg der Wasserbetriebe, sagt Pascal Grothe. Dies sei eine Möglichkeit, die Radbahn zu führen. Sie könne in der Machbarkeitsstudie geprüft werden. Eine andere, einfach zu realisierende Variante sei, die Radbahn auf der Schackelsterstraße zu führen, südlich der Gleise. „Sie könnte zur Fahrradstraße gemacht werden.“ Von der Schackelsterstraße würden Radfahrer auf der Wulkower Straße bis zur viel befahrenen Köpenicker Straße gelangen.

Eine Insel für Radfahrer

Von der Köpenicker Straße zur B1 gibt es bereits einen Weg für Radfahrer und Fußgänger. Er könnte für die Radbahn hergerichtet werden. Ebenso der Biesdorfer Friedhofsweg, nördlich der B1. Er sollte einen Belag erhalten, der auch radtauglich ist, schlägt Pascal Grothe vor. Derzeit nutzen viele Radfahrer den Fußweg, weil die Fahrbahn gepflastert ist. „Man könnte Teilbereiche der Fahrbahn mit einer Deckschicht versehen“, schlägt Grothe vor. „So bleibt Versickerung durch die Pflastersteine möglich, und die alten Platanen am Weg bekommen nicht wesentlich weniger Wasser.“ Der Biesdorfer Friedhofsweg würde die Radverbindung zum U- und S-Bahnhof Wuhletal führen. Der geeignete Fahrbahnbelag könne kurzfristig aufgebracht werden, meint Pascal Grothe.

Schwierig sei es für Radfahrer und Fußgänger, die stark befahrene Bundesstraße 1 in Höhe des Friedhofswegs zu überqueren. Der Vorschlag des Grünen-Sprechers von Marzahn-Hellersdorf: eine Mittelinsel auf der breiten Fahrbahn der B1.

Als langfristige Lösung schlägt Pascal Grothe vor, Brücken für Radfahrer über der Köpenicker Straße und über der B1 zu errichten. „Aber die werden nicht übermorgen da sein. Doch wir müssen jetzt schon die klimafreundliche Mobilität ermöglichen.“ Deshalb solle das Bezirksamt möglichst zügig Teile des Radschnellwegs entlang der U5 realisieren.