Coronavirus: Was Sie jetzt wissen müssen

Regelmäßiges Händewaschen, mindestens 20 bis 30 Sekunden lang, sollte zur täglichen Routine gehören. Foto: Marcel Gäding
Regelmäßiges Händewaschen, mindestens 20 bis 30 Sekunden lang, sollte zur täglichen Routine gehören. Foto: Marcel Gäding

Das Leben in der Stadt ist quasi zum Erliegen gekommen. Öffentliche Einrichtungen, Bars, Kneipen, Schwimmbäder und Fitnessstudios wurden geschlossen. Das Bezirks-Journal hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Weitere Entwicklungen finden Sie zudem in unserem Newsticker

Ab sofort sind Veranstaltungen ab 50 Teilnehmern untersagt. Das beschloss der Senat am Wochenende. Geschlossen sind für den Publikumsverkehr weiterhin Kneipen, Clubs, Spielhallen, Spielbanken, Messen, Wettannahmestellen, Kinos, Theater, Konzerthäuser, Museen, Ausstellungen und ähnliche Einrichtungen und Vergnügungsstätten, ebenso für Prostitutionsstätten. Für öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen bis 50 Personen muss der Veranstalter eine Anwesenheitsliste führen, die Name, Adresse, Anschrift und Telefonnummer erhält. Diese Liste muss mindestens vier Wochen aufbewahrt werden und auf Verlangen des Gesundheitsamtes vollständig ausgehändigt werden.

Ausnahmen gibt es für Restaurants und Gaststätten. Gaststätten, die die Voraussetzungen einer Rauchergaststätte im Sinne des Nichtraucherschutzgesetzes erfüllen, dürfen nicht für den Publikumsverkehr öffnen. Gaststätten, in denen vor Ort zubereitete Speisen verabreicht werden, dürfen öffnen, allerdings nur, wenn die Tische mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander haben.

Der Sportbetrieb auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, in Schwimmbädern und Fitnessstudios wird untersagt. Auch der Besuch in Krankenhäusern wird eingeschränkt. Patientinnen und Patienten dürfen keinen Besuch empfangen. Ausgenommen sind Patientinnen und Patienten unter 16 Jahren und Schwerstkranke. Einmal am Tag dürfen sie für eine Stunde eine Person empfangen, allerdings keine, die eine Atemwegserkrankung vorweisen. Pflegeheimbewohner dürfen ebenfalls nur einmal am Tag Besuch empfangen, allerdings keine Kinder unter 16 Jahren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Schulen und Kitas: Seit Dienstag, 17. März, sind Schulen und Kitas geschlossen. Kitas dürfen nur noch eine Notbetreuung von Kindern jener Personen anbieten, „deren berufliche Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens (kritische Infrastrukturen) insbesondere für die Krankenpflege unabdingbar sind“, erklärte der Senat. So finde diese in der regulären Kita des Kindes statt und könne von Eltern genutzt werden, die „in systemrelevanten“ Berufen arbeiteten und keine andere Möglichkeit der Betreuung hätten. Beide Kriterien müssten erfüllt sein, hieß es. Schulen und Kitas werden bis einschließlich 17. April geschlossen.

Die Bezirke haben inzwischen reagiert und alle öffentlichen Einrichtungen – darunter Bibliotheken, Galerien, Jugend- und Seniorenfreizeiteinrichtungen – geschlossen. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 19. April. Darüber hinaus wurden die Sprechzeiten in den Bezirksämtern eingeschränkt beziehungsweise werden ausgesetzt. Wer ein Anliegen hat, sollte zunächst versuchen, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Für alle Fragen zur Verwaltung gibt es das Bürgertelefon, das unter Tel. 115 erreichbar ist.

Informationen über das Geschehen in Lichtenberg gibt es unter

https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/aktuelles/artikel.905911.php

Informationen über das Geschehen in Marzahn-Hellersdorf gibt es unter

https://www.dielinke-marzahn-hellersdorf.de/det/news/solidaritaet-ist-das-gebot-der-stunde-informationen-zu-den-auswirkungen-der-corona-pandemie-in-marza/

 

Coronavirus – Fragen und Antworten

Was sind Coronaviren?
Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Theoretisch möglich sind auch Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen.

Wer gehört zu den Risikogruppen?
Die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe: ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren), Raucher, Personen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens (z.B. koronare Herzerkrankung), der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis), Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Patienten mit einer Krebserkrankung, Patienten mit geschwächtem Immunsystem.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?
Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen die Hust- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Was sollten Personen tun, die fürchten, sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu haben, oder die aus Regionen zurückkehren, in denen es zu Übertragungen kommt?
Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Personen, die sich in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen internationalen Risikogebiet bzw. in einem in Deutschland besonders betroffenen Gebiet aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Wenn Sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten Sie – nach telefonischer Anmeldung und mit Hinweis auf die Reise – einen Arzt aufsuchen. Zudem sollten sie unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, die Husten- und Niesregeln sowie eine gute Händehygiene beachten.

Wie sollte sich die Bevölkerung jetzt generell verhalten?
Ziel der derzeitigen Strategie ist es, dass sich die Infektionswelle möglichst langsam ausbreitet. Dazu kann und sollte jeder einzelne beitragen. Maßgeblich dabei ist, nicht nur den eigenen Schutz vor Ansteckung im Blick haben, sondern auch den Schutz anderer Menschen. Folgendes Vorgehen ist in der derzeitigen Situation ratsam: Generell sollten Menschen, die an einer Atemwegserkrankung leiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Personen der Risikogruppen sollten besonders geschützt werden. Beispielsweise können Familien oder Nachbarn diese Risikogruppen für deren erhöhte Gefährdung sensibilisieren und beim Einkaufen unterstützen. Auch ist es empfehlenswert, ältere Menschen – wie die Großeltern – vorübergehend nicht mit der Betreuung von Kindern zu betrauen.

Wer beantwortet mir Fragen?
Die Senatsgesundheitsverwaltung hat eine Hotline zum Coronavirus eingerichtet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr unter Tel. 030 90 28 28 28 erreichbar.

Das Gesundheitsamt von Marzahn-Hellersdorf ist unter Tel. 030 90293-3639 erreichbar, das Gesundheitsamt von Lichtenberg unter Tel. 030 90296-7507.

Für allgemeine Fragen zum Coronavirus hat das Bundesgesundheitsministerium ein Bürgertelefon eingerichtet: Tel. 030 346 465 100. Erreichbarkeit: Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, am Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Das Beratungstelefon der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) ist unter der Telefon-Nummer 0800 011 77 22 erreichbar, Montag bis Freitag von 8 bis 22 Uhr und Samstag von 8 bis 18 Uhr.

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice erreichbar per Fax: 030 340 60 66-07 oder E-Mail: info.gehoerlos@bmg.bund.de. Gebärdentelefon (Videotelefonie): https://www.gebaerdentelefon.de/bmg/

An wen wende ich mich, wenn ich glaube, mich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben?
Zunächst sollten Sie Ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren und mit ihm die weitere Vorgehensweise besprechen. Darüber hinaus wurden berlinweit sechs Anlaufstellen für die Abklärung von Coronafällen eingerichtet (Adressen siehe unten). In keinem Fall sollte man, außer in lebensbedrohlichen Lagen, den Feuerwehrnotruf 112 wählen oder sich eigenmächtig in eine Rettungsstelle oder Notaufnahme begeben. Alle Berliner Krankenhäuser können Menschen mit Verdacht auf Coronavirus oder bestätigte Fälle isoliert unterbringen und behandeln.

verwendete Quellen: Robert-Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Senatsgesundheitsverwaltung, Senat von Berlin

Corona-Untersuchungsstellen in Berlin:

Charité Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Öffnungszeiten: täglich von 8.00 bis 16.00 Uhr
Bitte vor Besuch bei Hotline 9028-2828 anrufen.

DRK Kliniken Berlin Westend
Spandauer Damm 130, Haus 10
14050 Berlin
Öffnungszeiten: ab 9.00 Uhr

Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg
Zugang über Diesterwegstraße
10405 Berlin Prenzlauer Berg
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr
Bitte vor Besuch bei Hotline 9028-2828 anrufen.

Vivantes Wenckebach-Klinikum
Zugang über Albrechtstraße
12099 Berlin
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr
Bitte vor Besuch bei Hotline 9028-2828 anrufen.

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Herzbergstraße 79
10365 Berlin
Telefon 030 5472-6565
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 19.00 Uhr; Samstag und Sonntag: 10.00 bis 17.00 Uhr

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe
Kladower Damm 221
14089 Berlin
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.00 bis 20.00 Uhr
Bitte vor Besuch bei Klinik-Hotline 36501-7222 anrufen