Containerdorf am Blumberger Damm ohne Bewohner

Das Containerdorf kurz nach seiner Fertigstellung. Bis vor wenigen Tagen lebten dort bis zu 400 geflüchtete Menschen. Foto: Marcel Gäding
Das Containerdorf kurz nach seiner Fertigstellung. Bis vor wenigen Tagen lebten dort bis zu 400 geflüchtete Menschen. Foto: Marcel Gäding

Fünf Jahre diente ein Containerdorf an der Ecke Landsberger Allee und Blumberger Damm als vorübergehendes Zuhause für geflüchtete Menschen. Jetzt sind die letzten Bewohner ausgezogen. Die Container werden wieder abgebaut.

Die Container waren im Sommer 2015 aufgestellt worden, um vornehmlich Kriegsflüchtlinge aus Syrien, dem Irak, dem Iran, aber auch Afghanistan aufzunehmen. Wie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf am Mittwoch mitteilte, seien vergangene Woche die letzten Bewohner ausgezogen. Viele von ihnen leben in der kürzlich eröffneten neuen Unterkunft am Murtzaner Ring. „Die leeren Wohncontainer werden derzeit von der zuständigen Berliner Immobilienmanagement GmbH auf ihre weitere mögliche Verwendung geprüft und anschließend abgebaut“, erklärt das Bezirksamt.

Das Containerdorf bot rund 400 geflüchteten Familien ein vorübergehendes Zuhause. Betrieben wurde es vom Sozialunternehmen PRISOD GmbH, das nach Auskunft des Bezirksamtes eine „vorbildliche Sozialarbeit“ geleistet habe. „Anfängliche Ängste und Sorgen von Nachbarinnen und Nachbarn, die mit dem Bezug der Unterkunft einhergingen, konnten im Laufe der letzten Jahre aufgelöst werden.“ Nicht Wenige engagierten sich ehrenamtlich, zum Beispiel durch eine Kleiderkammer oder gemeinsames Gärtnern. Soziale Einrichtungen aus dem Umfeld, darunter „Anna Landsberger“, „Treibhaus“, Kinder- und Jugendhaus BOLLE, Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Marzahn-Hellersdorf, Gangway e.V., BENN Blumberger Damm, Edusation gGmbH, Schulen, Kitas und viele mehr trugen dazu bei, geflüchtete Menschen langfristig einzubinden und willkommen zu heißen. In den ersten Wochen nach der Eröffnung hatten sich über die bezirkliche Ehrenamtsagentur 60 Menschen aus dem Umfeld bereiterklärt, ehrenamtlich in der Notunterkunft zu helfen.

„Mein besonderer Dank gilt der Einrichtungsleiterin Frau Tenge und ihrem Team, denen es gelungen ist, die provisorischen Wohncontainer in einen Zufluchtsort zu verwandeln“, sagt Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke). (bzj.)