CDU will Bürohunde im Bezirksamt erlauben

Maximilian Schröder teilt sich seinen Arbeitsplatz im Bürgerbüro von Alexander J. Herrmann mit Dackelhündin Walli. Foto: Jan Thiele
Maximilian Schröder teilt sich seinen Arbeitsplatz im Bürgerbüro von Alexander J. Herrmann mit Dackelhündin Walli. Foto: Jan Thiele

Der Bezirksverordnete Maximilian Schröder (CDU) setzt sich dafür ein, dass Beschäftigte des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf ihre Hunde mit ins Büro nehmen können.

Hunde bereichern das Leben und helfen, Stress abzubauen. Daher soll es künftig den Beschäftigten der Bezirksverwaltung erlaubt sein, ihre Vierbeiner mit zur Arbeit zu nehmen. Das schlägt die CDU-Fraktion vor: „Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, wie ein Pilotprojekt Bürohunde in den Räumlichkeiten des Bezirksamtes ohne Publikumsverkehr eingerichtet werden kann“, heißt es in dem entsprechenden Antrag. Maximilian Schröder ist der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion und hofft, dass eine derartige Regelung dazu beiträgt, die Motivation der Mitarbeiter des Bezirks­amtes zu stärken. Er selbst hat gute Erfahrungen mit einem Bürohund gemacht.

Sie teilen sich Ihren Arbeitsplatz im Bürgerbüro von Alexander J. Herrmann mit der Rauhaardackeldame Walli. Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Walli gehört zu unserem Büroleiter und ist für uns alle eine positive Ablenkung. Kommen Besucher hinein, werden sie von Walli begrüßt. Meist legt sie sich auf den Rücken und wartet darauf, dass man ihren Bauch streichelt.

Was führte dazu, dass Sie auf die Idee kamen, auch den Beschäftigten des Bezirksamtes zu erlauben, ihren Hund mit ins Büro zu bringen?
In einem Podcast hatte ich vor einiger Zeit vom Bundesverband Bürohund e.V. gehört und mich damit näher beschäftigt. Dabei stieß ich auf zahlreiche Studien, aus denen hervorgeht, dass ein Bürohund dabei hilft, Glückshormone auszuschütten und Stress abzubauen. Da dachte ich: Was in der Privatwirtschaft schon seit vielen Jahren gut funktioniert, müsste doch auch im Bezirksamt klappen. In der Verwaltung haben wir immerhin erreicht, dass diese bereits familienfreundlich aufgestellt ist. Nun ist es an der Zeit, auch tierfreundlich zu werden. Am Ende könnte es uns vielleicht gelingen, mit diesem Mehrwert Mitarbeiter für freie Stellen zu gewinnen.

Welchen Effekt erhoffen Sie sich mit dem vorgeschlagenen Pilotprojekt?
Es geht um einige Faktoren. Neben dem schon beschriebenen Stressabbau kann ein Hund im Büro auch die Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten stärken. Außerdem profitieren die Tiere davon. Denn einen Hund viele Stunden allein zu Hause zu lassen, ist nicht wirklich tiergerecht.

Wie soll das Pilotprojekt Bürohunde in der Praxis umgesetzt werden?
Zunächst wird unser Antrag in den entsprechenden Ausschüssen beraten. Wir hoffen, dass er die Zustimmung der Bezirksverordneten erhält. Klar ist, dass Bürohunde nur in Räumen ohne Publikumsverkehr erlaubt sein sollten und dass sich andere Beschäftigte ohne Hund nicht belästigt fühlen. Auch muss der Platz für ein Körbchen als Rückzugsort vorhanden sein. Wir sollten uns das dann ein bis zwei Jahre anschauen und entscheiden, ob Hunde in Büros des Bezirksamtes dauerhaft gestattet sind. Und toll wäre es, wenn auch wir Bezirksverordnete unsere Hunde zu den Sitzungen mitbringen könnten. Mut macht mir ein ähnliches Projekt, auf das man sich in Spandau geeinigt hat. Ich finde, das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf kann ebenfalls mit gutem Beispiel vorangehen – und zum Nachahmen für Unternehmen in Marzahn-Hellersdorf beitragen.

Welche Hunde eignen sich Ihrer Meinung nach fürs Büro?
Alle, die gut erzogen sind und nicht aggressiv oder aufdringlich gegenüber fremden Personen sind. Ein Bürohund sollte auch nicht gleich bellen, wenn Frauchen oder Herrchen das Zimmer mal verlassen.

Interview: Marcel Gäding

Zur Person

Maximilian Schröder ist 26 Jahre alt. Der Angestellte trat 2013 der CDU bei und ist seit Juni 2020 als Nachrücker Mitglied der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. Herr Schröder wuchs mit Hunden auf. Derzeit bereichert der Jack Russel „Herby“ seine Familie.