Bezirksmuseum würdigt Berliner Pressezeichner

Marzahn-Hellersdorf. „Emil Stumpp. Berliner Porträts der 1920er- und 30er- Jahre. Lithographien“ ist der Name der neuen Ausstellung, die am 14. November um 11 Uhr im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf eröffnet wird. Damit würdigt die Einrichtung den heute kaum noch bekannten einst wichtigen Pressezeichner der 1920er- und 1930er-Jahre.

Der Maler und Zeichner Emil Stumpp (1886-1941) porträtierte bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft und ließ seine „Modelle“ die Zeichnungen eigenhändig unterschreiben. Stumpp hinterließ ein immenses Gesamtwerk von zwanzigtausend Lithografien, unzähligen Aquarellen, Zeichnungen und mehreren hundert Ölgemälden. Nach seinem Tod gründeten seine Tochter Hedwig und deren Mann Kurt Schwaen das Emil-Stumpp-Archiv. Sie kuratierten daraus eine Ausstellung, die im Juni 1945 als erste Kunstausstellung überhaupt nach Kriegsende in Berlin-Wilmersdorf gezeigt wurde. In den Folgejahren betreute das Ehepaar Schwaen diese Archivbestände weiterhin sorgsam und ermöglichte über Jahrzehnte weitere Stumpp-Ausstellungen in Ost- und Westdeutschland. Ende der 1980er-Jahre ließ Schwaen auf seinem Grundstück in Mahlsdorf einen eigenen Bungalow für diese Werke errichten. Seit den 1990er-Jahren ist der größte Teil des Nachlasses im Emil-Stumpp-Archiv konzentriert, das sich heute in Gelnhausen befindet. Es wird von Michael Stumpp, einem Neffen Emil Stumpps, betreut. Daneben gibt es weitere Sammlungen unter anderem im Deutschen Historischen Museum in Berlin, im Institut für Zeitungsforschung in Dortmund, im Deutschen Bundestag, in vielen Museen und in privaten Graphiksammlungen. Die Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl von Porträts, die vom Kurt-Schwaen-Archiv zur Verfügung gestellt wurden.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Juli wochentags von 10 bis 18 Uhr im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 2, Alt-Marzahn 55, 12685 Berlin, zu sehen. Der Eintritt ist frei.