Star-Architekt erhält Zuschlag für Knorr-Park

Simulation: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz International Landscape Architects
Simulation: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz International Landscape Architects

Direkt am S-Bahnhof Marzahn entsteht ein neuer Stadtteil: Das neue Wohn- und Gewerbequartier im Osten vom Geog-Knorr-Park wird nach den Plänen der renommierten Büros „David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH“ sowie der „Wirtz International Landscape Architects“ gebaut. Darauf hat sich eine neunköpfige Jury aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten, Vertretern der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, der HOWOGE und des Investors Laborgh Investment GmbH verständigt.

Damit erhielt der Londoner Star-Architekt den Zuschlag für den Georg-Knorr-Park. Chipperfield machte sich in Berlin vor allem mit den Entwürfen für die James-Simon-Galerie sowie den Wiederaufbau des Neuen Museums einen Namen.

Simulation: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz International Landscape Architects
Simulation: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz International Landscape Architects

Geplant ist eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe: So sind in sogenannten Hofhäusern 1.430 Wohnungen und Studenten-Apartments geplant, ergänzt um rund 90.000 Quadratmeter Gewerbe- und Bürofläche. 50 Prozent der neuen Wohnungen sollen gefördert werden, also zu günstigen Preisen in die Vermietung gehen. Markant dürften die drei Hochhäuser mit bis zu 45 Etagen sein. „Im Kontext eines dringlichen gesellschaftlichen Bedürfnisses nach bezahlbarem Wohn- und Arbeitsraum bietet das Gelände die einmalige Möglichkeit, auf diese Nachfrage zu reagieren und ein vielseitiges und lebendiges Quartier zu entwickeln“, heißt es dazu in den von den beiden Büros präsentierten Unterlagen. Das Areal wird von einem schützenden Grüngürtel umfasst mit einheimischen Bäumen, öffentlichen Sport- und Spielplätzen sowie Beetflächen für das gemeinschaftliche Gärtnern. Auch sollen Begegnungsflächen mit Bänken und Tischen für Senioren- und Jugendtreffen sowie dünenartig gewölbte Spiel- und Rasenflächen entstehen. Im zentralen Hof ist ein Stadtplatz mit Spielgarten, Rasenhügeln, Kindergarten, Café und Restaurants geplant.

„Die Fertigstellung ist für 2027 geplant“

Das Gelände gehört dem Berliner Projektentwickler Laborgh Investment GmbH, der die Wohnungen bereits an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE verkauft hat. „Bestehende Baudenkmäler aus früheren Nutzungsphasen des Areals bleiben erhalten und werden im Quartier entsprechend gewürdigt“, kündigt Laborgh an. „Ziel ist es, noch in dieser Legislatur Planungsrecht zu schaffen und in 2021 mit dem Rohbau des Gewerbeteils zu beginnen. Die ersten Wohnungen könnten im Zeitraum 2022 bis 2024 entstehen. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant“, erklärte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

An dem Wettbewerb, aus dem „David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH“ sowie die „Wirtz International Landscape Architects“ als Sieger hervorgingen, hatten sich 27 Büros beworben. 20 von ihnen erfüllten die geforderten Kriterien. „Das Ergebnis des Verfahrens bildet die Grundlage für das Bebauungsplanverfahren sowie für die hochbauliche Planung des Projektentwicklers Laborgh Investment GmbH“, erklärt die Senatsverwaltung.

„Völlig neues Stadtquartier“

Simulation: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz International Landscape Architects
Simulation: David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH mit Wirtz International Landscape Architects

„Der Entwurf schafft mit den einfachen Mitteln von verschiedenen Hof- und Hochhäusern eine prägnante Form, die mit ihren verschieden proportionierten, grünen und ruhigen Hofräumen eine hohe und dem Standort angemessene Wohnqualität bietet. Zugleich verbinden die an den Ecken positionierten Hochhäuser das Areal visuell mit der umgebenden Stadt“, erklärt James Miller Stevens, der Vorsitzende des Obergutachtergremiums. „Auf einem Teil des ehemaligen Industrieareals der Knorr-Bremse wird in den kommenden Jahren ein völlig neues Stadtquartier entstehen. Die Idee, Gewerbe und Wohnen an diesem Ort miteinander zu denken, wurde nicht zuletzt durch die gute verkehrliche Anbindung des Areals geboren“, sagt Staatssekretär Sebastian Scheel (Die Linke).

Die drei Finalentwürfe, darunter der Siegerentwurf, sind vom 17. Bis zum 30. März im EASTGATE Berlin und vom 1. bis zum 17. April im Haus 10 in der Georg-Knorr-Straße 4, 12681 Berlin, zu sehen. Vom 22. April bis zum 26. Mai gibt es zudem eine frühzeitige Bürgerbeteiligung für das Bebauungsplanverfahren XXI-22-2. Die Unterlagen können in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, sowie im Rathaus Marzahn, Helene-Weigel-Platz 8, 12681 Berlin, eingesehen werden. Marcel Gäding