Marzahn-Hellersdorf: Planschbecken und Brunnen statt Freibad

Freibäder wie dieses kennen die Marzahn-Hellersdorfer nur aus dem Urlaub oder aus anderen Berliner Bezirken. Foto: Marcel Gäding
Freibäder wie dieses kennen die Marzahn-Hellersdorfer nur aus dem Urlaub oder aus anderen Berliner Bezirken. Foto: Marcel Gäding

Seit Jahren ringt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf um ein eigenes Freibad. Immerhin gibt es bereits eine Studie, die potenzielle Standorte für das Planschvergnügen unter freiem Himmel ausweist. Klar ist aber: So schnell wird es mit der Umsetzung nicht klappen. Die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf macht deshalb jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag: Sie will dezentralen Wasserspaß – und zwar mit Hilfe von Planschbecken!

Bis 2002 verfügte der Bezirk mit dem Wernerbad über ein Freibad. Allerdings wurde es geschlossen und ist nun renaturiert. Wer in Marzahn-Hellersdorf baden will, fährt entweder in andere Bezirke, ins nahe Umland oder springt in einen der Kaulsdorfer Baggerseen beziehungsweise den Habermannsee, was jedoch offiziell nicht gestattet ist. Da der Bau eines Freibades in Marzahn-Hellersdorf noch auf sich warten lässt, will die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung nun das Bezirksamt auffordern, mit den Betreibern von Sozial- und Jugendeinrichtungen sowie Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften ins Gespräch zu kommen, um Möglichkeiten auszuloten, wie vor Ort in den Kiezen „dezentral Wasserspaß“ ermöglicht werden kann.  „Denkbar wäre zum Beispiel, wenn eine bestimmte Anzahl von Kindern auf dem jeweiligen Gelände der Einrichtungen oder auf den Innenhöfen mit Planschbecken und Ähnlichem spielen könnte und ein Wasseranschluss zur Verfügung gestellt wird“, erklärten die beiden Bezirksverordneten Sarah Fingarow und Steffen Ostehr am Freitag.

Planschbecken sind aber nicht die einzige Alternative aus der Sicht der Linksfraktion: So sollte das Bezirksamt schnell prüfen, ob die öffentlichen Brunnen und Wasserspielplätze wie das Kinderbad „Platsch“ wieder in Betrieb genommen werden können. Dass das funktioniert, sei auf dem Cecilienplatz in Kaulsdorf zu sehen, wo auf privatem Boden wieder ein Brunnen sprudelt.

„Damit möglichst viele Kinder in Marzahn-Hellersdorf wohnortnah die Möglichkeit auf ein bisschen Abkühlung haben, muss das Bezirksamt Maßnahmen ergreifen, die eine Öffnung der Wasseranlagen ermöglichen und gleichzeitig der aktuellen Situation Rechnung tragen“, erklären die beiden Kommunalpolitiker. „Dezentrale Spielmöglichkeiten auf Wasserspielplätzen und Brunnenanlagen könnten sich als sinnvoller erweisen als überfüllte Seen im Süden des Bezirks.“ (bzj.)