Feuerwehr in Mahlsdorf: Standort für Neubau in Sicht

Viele Berliner Feuerwachen sind veraltet. Die Mahlsdorfer Wehr kann nun auf einen Ersatzneubau hoffen. Archivfoto: Marcel Gäding
Viele Berliner Feuerwachen sind veraltet. Die Mahlsdorfer Wehr kann nun auf einen Ersatzneubau hoffen. Archivfoto: Marcel Gäding

Die jahrelange Suche nach einem Ersatzstandort für die Freiwillige Feuerwehr Mahlsdorf ist offensichtlich beendet. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf teilte mit, dass ihm nun eine Entscheidung der Senatsinnenverwaltung vorliegt. Von Marcel Gäding.

Seit Jahren gibt es Streit um die Frage, wo im Ortsteil Mahlsdorf ein Neubau für die Freiwillige Feuerwehr entstehen kann. Nun aber ist die Antwort greifbar nahe: „Nach einsatztaktischer und baulicher Prüfung durch die Berliner Feuerwehr wurde der Standort an der Planstraße, also südlich der Schule und östlich des Regenrückhaltebeckens, ausgewählt“, erklärt das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Es sei beabsichtigt, auf einer Teilfläche von 4.500 Quadratmetern eine „XL-Wache“ zu errichten.

Der mögliche neue Standort der Freiwilligen Feuerwehr Mahlsdorf befindet sich nur wenige Hundert Meter entfernt von der alten Wache an der Donizettistraße: Sie ist zu klein und baulich inzwischen so in die Jahre gekommen, dass zuletzt ein Schimmelbefall zur vorübergehenden Schließung führte. Die Suche nach einem Alternativgrundstück dauert bereits Jahre. Ganz oben auf der Wunschliste stand zunächst eine Immobilie, die zur TLG Immobilien AG gehört, ein inzwischen privatisiertes Nachfolgeunternehmen der einstigen Treuhandliegenschaftsgesellschaft. Allerdings gab es von Anfang an ein Problem. Die TLG wollte die Immobilie nur ans Land Berlin veräußern, wenn bei den zu ihr gehörenden Nachbargrundstücken das Nutzungsrecht geändert wird. Statt ausschließlich für Gewerbezwecke sollten diese nun auch für Wohnbauten genutzt werden. Dagegen aber sprach sich der Bezirk aus. Jetzt soll das Land Berlin ein gleich in der Nähe der Straße An der Schule gelegenes Areal kaufen können.

 „Wir freuen uns, dass es gelungen scheint, ein für alle Seiten akzeptables Grundstück auszuwählen und endlich auch konkrete Verhandlungen über den Kauf durch den Senat zu beginnen“, erklärten am Freitag der Wahlkreisabgeordnete Kristian Ronneburg (Die Linke) sowie Bjoern Tielebein, der Vorsitzende der bezirklichen Linksfraktion. „Ebenfalls erfreulich ist, dass der Gewerbestandort erhalten bleibt und der Bezirk sein Interesse durchsetzen konnte. Die Senatsinnenverwaltung muss nun schnell die Finanzierung der neuen Feuerwache klären.“

Die SPD-Abgeordnete Iris Spranger hofft, dass schon im Jahr 2022, zum 120-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Mahlsdorf, der Bau der XL-Wache gefeiert werden kann. „Die Senatsinnenverwaltung hat jetzt den Bezirk aufgefordert, zügig den in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan zu ändern, damit die Umsetzung schnellstmöglich erfolgen kann.“ Der Mahlsdorfer Wahlkreisabgeordnete Mario Czaja (CDU) erklärte, dass nun „die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und vor allem die Gelder bereitgestellt werden“ sollen.

Am Freitagnachmittag teilte Bezirksamtssprecher Frank Petersen mit, dass die Senatsinnenverwaltung beim Bezirk die „Einordnung einer Feuerwehr in den Bebauungsplan“ beantragt habe. Damit könne der Standort planungsrechtlich als Gemeinbedarfsfläche gesichert werden. „Die Verhandlungen zum Verkauf des Grundstücks an das Land Berlin haben zwischen BIM und TLG bereits begonnen“, erklärte das Bezirksamt.

Die XL-Wache wird Platz für fünf Einsatzfahrzeuge – darunter Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge (LHF) und ein Rettungswagen (RTW) – haben.