Tierpark Berlin: auf Augenhöhe mit Geparden und Geiern

Tierpark-Direktor Andreas Knieriem und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop füttern zur Eröffnung der Afrika-Landschaft Brillenpinguine. Das Land Berlin unterstützt den Tierpark mit Fördermitteln. Foto: Tierpark Berlin / Frederic Schweizer
Tierpark-Direktor Andreas Knieriem und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop füttern zur Eröffnung der Afrika-Landschaft Brillenpinguine. Das Land Berlin unterstützt den Tierpark mit Fördermitteln. Foto: Tierpark Berlin / Frederic Schweizer

Nach Afrika geht es mit der Straßenbahn: Wer tierische Bewohner des Kontinents sehen will, muss dafür keine klimaschädliche Flugreise unternehmen. Ein BVG-Ticket genügt, um die neue Afrika-Landschaft des Tierparks Berlin zu sehen. Sie wurde am Montag eröffnet.

Gut 13.000 Quadratmeter ist die neue Afrika-Landschaft groß. Dort leben unter anderem Geparde, Geier und Pinguine. Besucher können imposanten Raubvögeln wie Gänse-, Sperber- und Wollkopfgeiern hautnah in der begehbaren Voliere begegnen und stoßen auf ihrer „Safari“ zudem auf Brillenpinguine, denen ab sofort deutlich mehr Platz zur Verfügung steht. Gleich nebenan geht es um harte Fakten zum Artenschutz: In einer alten Fischerhütte werden Besucher mit dem Thema „Überfischung der Meere“ konfrontiert. „Auch die übrigen Bedrohungen für Pinguinen und andere Meeresbewohner wie Plastikmüll und Öl werden anschaulich vermittelt“, erklärt der Tierpark. Für Denk- und Erholungspausen stehen Hängematten aus Fischernetzen bereit.

Wie im Nationalpark

Sechs Monate dauerte der Umbau des ersten, 7.000 Quadratmeter großen Teilstücks der Afrika-Landschaft. Die Kosten von 1,2 Millionen Euro wurden aus einem Fördermittelprogramm bezahlt. Der zweite Bereich des afrikanischen Parkteils ist bereits in Arbeit: Er bietet Zebras und Antilopen in einer großzügigen Savannenlandschaft Platz, ebenso Giraffen und Elefanten. Das Elefantenhaus soll künftig das Herzstück der neuen Afrika-Landschaft sein. Der Tierpark verspricht „malerische Szenen“, die man bisher nur aus afrikanischen Nationalparks kenne.

„Unser Ziel, den Tierpark Berlin nach geografischen Gesichtspunkten neu zu gestalten, rückt nun wieder ein Stückchen näher. Schon jetzt können unsere Gäste viele Tiere hier entsprechend ihrer natürlichen Lebensräume entdecken“, sagt Berlins Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. Künftig können die Besucher an nur einem Tag zwischen Nord-Amerika und Australien und zwischen Asien und Süd-Amerika schlendern. Gestaltet werden die neuen Erlebnislandschaften mit für die Kontinente typischen Elementen.

Krokodile und Tiger im Regenwald

Parallel laufen die Umbauarbeiten des denkmalgeschützten Alfred-Brehm-Hauses, das künftig Teil eines Regenwaldes wird, in dem unter anderem die Bewohner der bedrohten Inselwelt Südostasiens zu sehen sein werden. Besucher können dann Tiger im Dickicht suchen, Krokodile am Flussufer beobachten und Kängurus bewundern, die klettern können. Sobald die coronabedingten Einschränkungen aufgehoben sind, soll der neue Regenwald eröffnet werden. (bzj.)