Malchower Störche stehen gut im Futter

Einer der Altstörche versorgt die Jungtiere in Malchow mit Futter. Foto: Marcel Gäding
Einer der Altstörche versorgt die Jungtiere in Malchow mit Futter. Foto: Marcel Gäding

Sie wachsen und gedeihen, die beiden Jungstörche, die sich nun in Malchow auf ihre ersten Flugversuche vorbereiten: Erst im Mai waren die Jungvögel auf dem Gelände des Naturhofs geschlüpft, wochenlang kaum sichtbar. Nun strecken sie neugierig ihre Köpfe aus dem Nest, ihre Elterntiere immer fest im Blick.

Das Storchenmännchen war am 3. April in Malchow gelandet, drei Tage später folgte das Weibchen. „Es ist ein Irrglaube, dass immer wieder die gleichen Störche nach ihrer Rückkehr in unsere Gegend dasselbe Nest aufsuchen“, sagt Diplom-Biologin Beate Kitzmann, Geschäftsführerin des Vereins „Naturschutz Berlin Malchow“. Bei Störchen gilt das Motto: Wer zuerst landet, brütet zuerst. Und das hatte in Malchow Erfolg: Im Mai wurden drei Jungtiere im Nest entdeckt. Eines davon war allerdings so unterentwickelt, dass es nicht überlebte. Seine beiden Geschwister allerdings sind wohlauf und sehr hungrig. Zumindest bei Störchen herrscht Gleichberechtigung: Vater und Mutter brüten nicht nur abwechselnd die Eier aus, sondern organisieren auch je zur Hälfte die Nahrungssuche.

Es kann schon mal zwei Stunden dauern, bis die Elterntiere von der Nahrungssuche auf benachbarten Feldern und Wiesen zurück zum Nest kehren. Dort würgen sie die zuvor gesammelten Insekten und Amphibien schnabelgerecht für die Kleinen aus. Gut 1.600 Gramm verdrückt ein einzelner Jungstorch an einem Tag (!); der gesamte Nahrungsbedarf der vierköpfigen Malchower Storchenfamilie liegt bei mehr als 4 Kilogramm täglich.

Inzwischen sind die Jungstörche von einem Mitarbeiter des Naturschutzbundes beringt. So lässt sich ihre Reise über den Westen beziehungsweise Osten Europas Richtung Afrika besser verfolgen. In Berlin gibt es neben Lübars und Falkenberg nur noch in Malchow Störche. Und lange Zeit sah es um die Bedingungen vor Ort gar nicht gut aus. Weil in der Umgebung immer mehr gebaut wurde, reduzierten sich die Freiflächen. Hinzu kam eine gewaltige Stromleitung, die über den Naturhof in Malchow führt. Diese ist inzwischen mit Flatterband gekennzeichnet, sodass die Adebare einen großen Bogen um sie machen. Vor dem Anbringen der optischen Warnungen verendeten Störche regelmäßig an den Leitungen.

Schon Mitte bis Ende August brechen die vier Malchower Störche zu ihrer Reise nach Afrika auf. Bis dahin können Besucher des Naturhofs einen Blick in ihr Nest werfen. Möglich macht dies eine Kamera, deren Bilder direkt in das Storchencafé des Naturhofs übertragen werden.

Übrigens: In Falkenberg gab es dieses Jahr keinen Storchennachwuchs. Zwischen drei Altstörchen soll es Krach gegeben haben… (gäd.)