Bahnhof Ahrensfelde: keine Zukunft für die Schalterhalle

Das alte Empfangsgebäude vom Bahnhof Ahrensfelde bietet aktuell keinen schönen Anblick. Foto: Marcel Gäding
Das alte Empfangsgebäude vom Bahnhof Ahrensfelde bietet aktuell keinen schönen Anblick. Foto: Marcel Gäding

Das alte Empfangsgebäude vom Bahnhof Ahrensfelde hat keine Zukunft. Es steht dem Bau einer Ortsumfahrung im Wege.

Nun hat auch das letzte Geschäft geschlossen. Seit einigen Wochen sind die Rollläden vom „Blumeneck Ahrensfelde“ heruntergelassen. Graffitisprayer haben ihre Spuren bereits deutlich hinterlassen. 

Das Blumeneck hielt bis zum Schluss aus: Es befand sich im Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Ahrensfelde. Der Zweckbau wurde in den 1980er-Jahren errichtet – kleine Wartehalle und Fahrkartenschalter inklusive. Doch seit Jahren ist das Gebäude, sieht man vom Blumenladen ab, verwaist und verfällt zusehend.

Erst im November hatte die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung auf den schlechten Zustand des Gebäudes hingewiesen. „Anstatt das Gebäude zu sanieren und wieder zu nutzen, hat die Bahn AG einen Container für einen Kiosk auf dem Bahnhof aufgestellt. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar“, erklärte die Fraktion. „Der Bahnhof Ahrensfelde ist als erste Haltestelle der Regionalbahn RB 25 auf Stadtgebiet das Tor nach Berlin. Davon ist vor Ort allerdings kaum etwas sichtbar. Die Bahn AG lässt das Gebäude verfallen“, heißt es weiter.

Eine Nachfrage bei der Deutschen Bahn AG ergibt, dass das bundeseigene Verkehrsunternehmen gute Gründe hat, nichts zu unternehmen. Ein Sprecher teilt mit, dass das Gebäude an sich nicht „betriebsnotwendig“ ist. „Aufgrund von erheblichen Vandalismus- und baulichen Schäden wurde das Empfangsgebäude verschlossen.“ Die Bahn macht auch keine Hoffnung auf eine mögliche Wiederinbetriebnahme. Denn das Gebäude befindet sich nur wenige Meter entfernt von der Bundesstraße 158.

Das Grundstück, auf dem das Haus steht, sei „planungsbehaftet“: „Die Fläche einschließlich des Empfangsgebäude wird durch den Senat für die geplante Maßnahme benötigt.“ Die aufgezeigte Perspektive sei für die Deutsche Bahn AG der Grund, vorerst keine Maßnahmen hinsichtlich Aktivierung des Gebäudes anzustreben. Im Gegenteil: Wie es aussieht, steht das Bahnhofsgebäude längst auf der Abrissliste.

Erst Ende vergangenen Jahres hatten die Bezirksverordneten auf Initiative der Linksfraktion beschlossen, dass sich das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf bei der Deutschen Bahn AG dafür einsetzen soll, dass das Gebäude saniert und wieder genutzt wird. Wie es scheint, ist dieser Antrag nun hinfällig… (gäd.)