Der Tierpark Berlin wird bereits in diesem Jahr sein Gesicht verändern. Unter anderem wird das Alfred-Brehm-Haus umgebaut und in eine asiatische Dschungellandschaft integriert. Von Marcel Gäding

Auch das Elefantenhaus steht auf der Liste der Einrichtungen, die im Tierpark Berlin umgebaut werden. Foto: Marcel Gäding
Auch das Elefantenhaus steht auf der Liste der Einrichtungen, die im Tierpark Berlin umgebaut werden. Foto: Marcel Gäding

FRIEDRICHSFELDE. Besucher des Tierparks Berlin in Friedrichsfelde werden sich in diesem Jahr auf Einschränkungen einstellen müssen – vermutlich aber gerne damit leben. Denn nur wenige Wochen nach der Freigabe von 18 Millionen Euro Landesmitteln beginnen demnächst auf dem 160 Hektar großen Areal umfangreiche Umbauarbeiten. Schon im Frühjahr könnte das Alfred-Brehm-Haus ganz beziehungsweise teilweise gesperrt werden, „um Baufreiheit zu schaffen“, wie Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem gegenüber dem Bezirks-Journal sagt. Geplant ist, Gehege zusammenzulegen und gleichzeitig den Bestand an Löwen, Tigern und anderen Großkatzen zu reduzieren. „Keine Frage: Das Haus war überbesetzt“, erklärt Knieriem, seit 1. April 2014 Chef von Zoo, Tierpark und Aquarium.

Das Alfred-Brehm-Haus war 1963 eröffnet worden. Die Pläne dafür stammen von Heinz Graffunder, einem der führenden DDR-Architekten. Zwar wurde das denkmalgeschützte Gebäude vor einigen Jahren energetisch saniert. Für die dort untergebrachten Löwen, Tiger, Schneeloparden und Geparden änderte sich allerdings kaum etwas. Sie müssen weiterhin mit wenig Platz auskommen.

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Im Rahmen des Umbaus soll aus dem Alfred-Brehm-Haus eine Dschungellandschaft werden, kündigt Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem an. Das Geld dafür ist da, die Planungen laufen auf Hochtouren. „Je nachdem wie der Winter verläuft wollen wir mit den Bauarbeiten im Frühjahr beginnen“, sagt Knieriem. Vor allem Tierarten mit dem Bezug zu Asien werden dort künftig zu finden sein. Hinter den Kulissen wird derzeit geklärt, welche Tiere bleiben dürfen und welche der Tierpark auf Reisen schickt – etwa in andere Zoos. „Das ist schon eine große Herausforderung“, sagt Knieriem.

Tierpark-Chef Dr. Andreas Knieriem freut sich über die Zuschüsse vom Land Berlin. Foto: Marcel Gäding
Tierpark-Chef Dr. Andreas Knieriem freut sich über die Zuschüsse vom Land Berlin. Foto: Marcel Gäding

Quasi parallel laufen die Vorbereitungen für den Bau der Himalaya-Gebirgslandschaft, bestehend aus Bauschutt, der in der Amtszeit des einstigen Tierpark-Direktors Bernhard Blaszkiewitz angehäuft wurde. Fünf Millionen Euro stehen dafür bereit.

Sichtbare Veränderungen wird es auch im Eingangsbereich geben, der Knieriem zufolge bislang eher den Charme einer Tankstelle hat. Die derzeitigen Planungen sehen eine Ausweitung des Kassenbereichs vor. Außerdem soll der Eingang an das Entree eines Nationalparks erinnern. Dafür sollen die Gebäude mit Holz verkleidet werden. Auf dem Platz dafür findet eine übergroße Skulptur eines Bisons – 1961 geschaffen vom Künstler Dietrich Rohde. Sie wechselt von einem Nebeneingang direkt vor den neuen Kassenbereich. „Schließlich ist der Bison ja das Markenzeichen des Tierparks“, sagt Knieriem.

Ebenfalls in Betrieb gehen werden die beiden neuen Spielplätze im Tierpark. Außerdem wird das alte Verwaltungsgebäude saniert. Dorthin werden die Mitarbeiter wechseln, die seit einigen Jahren im Schloss Friedrichsfelde arbeiten.

veröffentlicht am 15. Januar 2016

Großer Umbau: Tierpark Berlin wird ab Frühjahr Baustelle
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