Der Bahnhof Karlshorst ist saniert, die Bahnbrücke auch. Doch darunter ist der Ausbau der Treskowallee von zwei auf vier Fahrspuren ins Stocken geraten. Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) drückt jetzt auf die Tube. Mit den längst überfälligen Arbeiten soll Ende 2018 begonnen werden: „Wenn wir schnell sind“, sagte Geisel am Montagabend auf einer Informationsveranstaltung des Bürgervereins Karlshorst. Von Marcel Gäding.

Noch hält die Straßenbahn weit vor dem Bahnhof. Das soll sich ändern. Fotos: Marcel Gäding
Noch hält die Straßenbahn weit vor dem Bahnhof. Das soll sich ändern. Fotos: Marcel Gäding

KARLSHORST. Mit dem Ausbau der Treskowallee in Höhe des Bahnhofs soll ein Nadelöhr beseitigt werden. Denn genau an dieser Stelle staut sich der Verkehr täglich in beide Richtungen. Erst vor einem Jahr hatte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) in Aussicht gestellt, dass mit den Arbeiten für die Verbreiterung der Treskowallee in Höhe Bahnhof Karlshorst frühestens Mitte 2018 zu rechnen sei. Jetzt, ein Jahr und ein Bausenator später, erklärt Ressort-Chef Andreas Geisel: „Ich gehe davon aus, dass das erforderliche Planfeststellungsverfahren noch in diesem Jahr eröffnet wird und die Arbeiten Ende 2018 beginnen.“ Geisel, seit Dezember 2014 Berliner Senator für Stadtentwicklung, spricht von einer „äußerst beschämenden Situation, die durch nichts mehr zu entschuldigen ist“. „Damals habe ich gedacht, ich werde Senator und beschleunige das.“

Doch Geisel, seit vielen Jahren Karlshorster und Mitglied im hiesigen Bürgerverein, rechnete nicht mit den langsamen Mühlen der Berliner Verwaltung und der landeseigenen Betriebe: Denn sowohl die Senatsverwaltung als auch die Berliner Verkehrsbetriebe und die Berliner Wasserbetriebe haben bei dem Bauprojekt ein Wörtchen mitzureden. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens werden verschiedene Varianten für die Verbreiterung vorgestellt. Außerdem können Bürger und Behörden Bedenken oder Einwände äußern. Einerseits plant die BVG, ihre Haltestellen für die Straßenbahn womöglich unter die Brücke vom Bahnhof Karlshorst zu verlegen. Die Wasserbetriebe wiederum müssen sich Gedanken machen, wie anfallendes Regenwasser abfließen kann.

Immerhin konnte Geisel am Montagabend auf der Informationsveranstaltung des Bürgervereins Karlshorst mit einer guten Nachricht aufwarten: Die Federführung für das notwendige Verfahren liegt jetzt bei der BVG. Parallel beginnen die Wasserbetriebe mit ihren Planungen, um Zeit zu sparen – unabhängig vom Ausgang des Planfeststellungsverfahrens. „Müssen die Wasserbetriebe noch einmal umplanen, wird das Land Berlin die Mehrkosten dafür tragen“, sagte Geisel. Andernfalls hätten die Wasserbetriebe erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens mit ihrer Konzeption begonnen – dem Vernehmen nach wäre das erst frühestens Anfang 2019 der Fall gewesen.

Vierspurige TVO soll ab 2020 Biesdorf mit der Wuhlheide verbinden

Dr. Andreas Köhler vom Bürgerverein und Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU) informierten am Montag die Karlshorster.
Dr. Andreas Köhler vom Bürgerverein und Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU) informierten am Montag die Karlshorster.

Konkretere Informationen gibt es auch, was die neue Verbindung zwischen der Bundesstraße 1 und 5 in Friedrichsfelde und Biesdorf sowie der Straße an der Wuhlheide betrifft. Die sogenannte Tangentiale Verbindung Ost (TVO) soll aus vier Fahrspuren bestehen – pro Richtung zwei. Geplant ist, das Zentrum von Karlshorst deutlich zu entlasten. „Das Planfeststellungsverfahren ist schon seit längerem im Gange“, sagt Lichtenbergs Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). In die engere Auswahl käme nun eine Strecke, die östlich und westlich des Bahnaußenrings entlang verlaufe. Er wolle im Januar 2016 über einen möglichen Trassenverlauf informieren. Bausenator Andreas Geisel ergänzt, dass man theoretisch 2018 mit dem Bau beginnen könne. Allerdings rechnet er mit Klagen, die das Vorhaben noch um zwei Jahre hinauszögern können. Konkret bedeutet dies einen Baustart im Jahr 2020.

veröffentlicht am 17. November 2015

Karlshorst: Senator will Ausbau der Treskowallee vorantreiben