Er kannte (fast) jeden Winkel in Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg und Hohenschönhausen: Ingo Rößling. Mehr als 20 Jahre berichtete der gebürtige Halberstädter zunächst aus Hohenschönhausen, später auch aus Lichtenberg, Marzahn und Hellersdorf. Wie jetzt bekannt wurde, starb Ingo Rößling am 7. November 2015, wenige Wochen nach seinem 73. Geburtstag. Von Marcel Gäding.

Ingo Rößling (1944-2015) - hier auf einem Unternehmerball des Wirtschaftskreises. Foto: M. Gäding
Ingo Rößling (1942-2015) – hier auf einem Unternehmerball des Wirtschaftskreises. Foto: M. Gäding

Die Nachricht auf seiner Facebookseite ist kurz: „Herr Ingo Rößling ist am 7. November 2015 gestorben. Ruhe in Frieden!“ steht dort. Nach Informationen unseres Partnerportals lichtenbergmarzahnplus.de bestätigte die Friedhofsverwaltung inzwischen, dass die Beisetzung Rößlings für den 7. Dezember geplant sei.

Bis vor anderthalb Jahren hatte Rößling für die Berliner Morgenpost aus Hohenschönhausen, später auch aus Lichtenberg, Marzahn und Hellersdorf berichtet. Für Aufsehen sorgte er oft bei Pressekonferenzen und Gesprächen, weil er häufig nachbohrte und auch schon mal unangenehme Fragen stellte. Seine unzähligen Beiträge hatten Hand und Fuß. Schlich sich doch mal ein Fehler ein – was nur sehr selten passierte – ärgerte ihn das maßlos. Wie er selbst einmal sagte, brauchte er schon mal einige Stunden für eine einzige Formulierung.

Für den Springer-Konzern wurde Rößling, der bis zum Fall der Mauer beim DDR-Rundfunk arbeitete, nach der Wende aktiv. Zunächst als Produktionsredakteur, später als Reporter – meist mit einem Platz in einem der Außenbüros der Berliner Morgenpost. Als auch die letzte Außenstelle der Tageszeitung geschlossen wurde, fuhr Rößling wieder wie nach der Wende fast täglich nach Kreuzberg ins Haupthaus von Springer, um dort Meldungen zu schreiben oder an seinen Beiträgen zu recherchieren. Dies tat er auch noch nach dem Eintritt in die Rente.

Sein Tod kommt für seine Kolleginnen und Kollegen in Lichtenberg plötzlich. Mit ihnen verband ihn der „Journalisten-Stammtisch“, eine lockere Journalisten- und Pressesprecherrunde, in der man sich nach Feierabend über dies und das austauschte und zu der auch der eine oder andere Politiker dazu stieß. Ingo Rößling hat Großes für die Berichterstattung aus dem Berliner Osten geleistet.

Die Beisetzung findet am 7. Dezember um 13 Uhr auf dem Kirchhof der Segensgemeinde Weißensee, Gustav-Adolf-Straße 67, statt, wie lichtenbergmarzahnplus.de berichtet.

veröffentlicht am 13. November 2015

Medien: Trauer um Lokalreporter Ingo Rößling