Zum vierten Tischtennis Firmen-Cup werden am 30. August in Siemensstadt mehr als 200 Teilnehmer erwartet. Die Synergie GmbH aus Karlshorst tritt zum zweiten Mal mit einer bunten Truppe an. Unter den zehn Spielern ist nicht nur der Chef, sondern auch der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold (CDU) und der an Autismus erkrankte Max Kröber. Von Marcel Gäding.

Trainieren für den Tischtennis-Firmen-Cup: Karsten Dietrich, Sherin Omer, Max Kröber und Martin Pätzold (v.l.n.r.). Foto: Marcel Gäding
Trainieren für den Tischtennis-Firmen-Cup: Karsten Dietrich, Sherin Omer, Max Kröber und Martin Pätzold (v.l.n.r.). Foto: Marcel Gäding

HOHENSCHÖNHAUSEN. Karsten Dietrich ist an diesem Vormittag im Stress. Der Kalender ist prall gefüllt, der Geschäftsführer der Synergie GmbH hat noch einige Baustellenbesuche vor sich. Der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold (CDU) muss sich auch beeilen, im Anschluss warten einige Termine im Bundestagsbüro im Parlamentsviertel. Doch jetzt ist erst einmal der Sport wichtig: Gut eine Stunde haben sich Dietrich und Pätzold im Kalender frei gehalten, um sich mit ihren Mitspielern Max Kröber und Sherin Omer auf den vierten Tischtennis Firmen-Cup vorzubereiten. In der ersten Etage des Vereins „Kietz für Kids Freizeitsport e.V.“ am Hohenschönhausener Hechtgraben schmettern die vier also ihre Bälle über die Platte. Alle duzen sich, wie das beim Sport so üblich ist. Alle verbindet die Freude am Tischtennis und ein orangefarbenes T-Shirt, auf dem in großer Schrift das Motto zu lesen ist: „Erfolg und Spaß inklusive“.

Mit fünf Teams hat sich die Synergie GmbH für den vierten Tischtennis Firmen-Cup angemeldet. Alle zusammen geben eine nette, lustige und vor allem bunte Truppe ab: Angestellte, Azubis, freie Mitarbeiter, Prokuristin und Geschäftsführer wollen am 30. August einen der begehrten Pokale ergattern. Bewusst entschieden sie sich, auch „Externe“ in ihre Reihen aufzunehmen. Der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold (CDU) spielt seit vielen Jahren Tischtennis, genau wie der Schüler Max Kröber.

Was Außenstehende erst im Gespräch erfahren: Viele der Tischtennisspieler aus dem Synergie-Team haben ein Handicap. „Darunter sind Schwerbehinderte oder an einer Sucht erkrankte Kollegen“, berichtet Karsten Dietrich. Der 15-jährige Max beispielsweise ist Autist. „Uns verbindet der gemeinsame Spaß an der Sache und der Wille zum Erfolg“, sagt Karsten Dietrich. Hinter dem Projekt steckt aber noch eine ganz andere Botschaft: „Wir reden nicht von Inklusion, wir leben sie!“ Zum Ansatz der Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft gehöre für Dietrich auch, dass er seinen jungen Mitarbeiterinnen ein Studium finanziert und damit ihre berufliche Perspektive sichert.

Max Kröber hat im Tischtennis eine Sportart entdeckt, die ihm viel Freude bereitet. Und er hat Talent. „Inzwischen trainiere ich dreimal die Woche“, sagt Max, dem man seine Aufregung nicht anmerkt. Seine Mutter Doreen sagt jedoch, dass gerade bei einem Turnier einige Bedingungen erfüllt sein müssten. „Max braucht einen ruhigen Platz zum Spielen und mehr Pausen als andere Spieler“, sagt sie. Auf keinen Fall darf es wuselig sein. Am Tag des Trainings jedenfalls hat Max seine Freude. Die Mitspieler in seinem Team sind ihm vertraut und verbunden. Mit Martin Pätzold an seiner Seite bringt er Karsten Dietrich und Sherin Omer jedenfalls ganz schön ins Schwitzen.

Für den Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Pätzold ist die Teilnahme am vierten Tischtennis Firmen-Cup auch mit einer politischen Aussage verbunden. Er möchte Unternehmen animieren, Potenziale von Menschen mit Behinderung zu erkennen und da, wo es möglich ist, Menschen mit und ohne Handicap zusammenbringen. 

Gespielt wird am 30. August ab 8.30 Uhr in Doppelteams an 26 Tischtennisplatten. Es geht um 13 Titel. Ort: Sport Centrum Siemensstadt, Buolstraße 14, 13629 Berlin.

veröffentlicht am 18. August 2015

Tischtennis- Firmencup: Synergie GmbH schickt fünf Teams ins Rennen