Vom CleanTech Business Park Berlin Marzahn werden auch Unternehmen in der Region profitieren. Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) sieht den Standort im Aufwind. Von Marcel Gäding.

Uwe Hess und Klaus Teichmann vom Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis. Foto: Marcel Gäding
Uwe Hess und Klaus Teichmann vom Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis. Foto: Marcel Gäding

MARZAHN. Noch gehört eine Menge Fantasie dazu, sich Berlins größtes Industriegebiet bildlich vorzustellen. Derzeit dominieren freie, sandige Flächen das Areal zwischen der Straße Am Nordring, der Hohenschönhauser Straße, der Bitterfelder Straße und der Wolfener Straße. Aber: Straßen und Zuwegungen sind fertiggestellt, neue Parkplätze sind entstanden, Leitungen wurden verlegt. Am 2. September soll der CleanTech Business Park Berlin-Marzahn eröffnet werden. Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) blickt mit voller Vorfreude auf diesen Tag. „Der Clean Tech Business Park wird ein Magnet sein und das Herzstück von Berlin Eastside bilden“, ist sich Uwe Heß, der MHWK-Vorsitzende sicher. 

Gut drei Jahre dauerten die Vorbereitungen, um das 90 Hektar große Industriegebiet ans Netz zu nehmen. Nach Auskunft von Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) sollen dort produzierende Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien angesiedelt werden, darunter auch Startups. Das Areal bietet dafür die perfekte Infrastruktur: Zur Autobahn ist es nicht weit, die Innenstadt ist auch gut erreichbar. Die S-Bahn ist fußläufig entfernt, zum neuen Großflughafen dauert es gerade einmal etwas mehr als eine halbe Stunde. Im Gegensatz zu anderen Standorten stehen hier auch Flächen für spätere Unternehmenserweiterungen zur Verfügung. Entscheidend aber ist, dass der CleanTech Business Park für Unternehmen geeignet ist, die mit einer Vielzahl von Gefahrenstoffen arbeiten.

Uwe Heß vom Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis geht davon aus, dass durch die Ansiedlung von Unternehmen im CleanTech Business Park neue Arbeitsplätze entstehen. Er rechnet damit, dass es einen großen Schub geben wird bei der Schaffung von neuen Industriearbeitsplätzen. „Das wird sich zudem auf den Wohnungsmarkt auswirken“, sagt Heß, hauptberuflich Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor eG. Er geht davon aus, dass – auch bedingt durch den nicht enden wollenden Zuzug – bis 2030 an die 3.000 bis 3.500 neue Wohnungen entstehen werden. Für den Bezirk bedeute dies eine riesige Herausforderung, sagt Hess. „Denn auch die Infrastruktur in Form von Schulen, Kitas oder Sportplätzen muss entsprechend entwickelt werden.“ Vor allem aber könnten nach Darstellung des MHWK Dienstleister im Bezirk von den neuen Unternehmen profitieren. „Das können Reinigungsfirmen ebenso sein wie Unternehmen aus dem Bereich der Bauunterhaltung“, sagt MHWK-Geschäftsstellenleiter Dr. Klaus Teichmann. „Ich denke, dass für ortsansässige Firmen die Chance besteht, zu partizipieren“, fügt Uwe Heß hinzu.

Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis rechnet damit, sein Netzwerk von derzeit 222 Mitgliedsunternehmen und unzähligen Partnern weiter auszubauen. Gleichzeitig mahnt der MHWK aber wichtige Infrastrukturprojekte an und hofft, dass die Tangentialverbindung Ost von Treptow-Köpenick über Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf bis zum Berliner Ring kommen wird. „Ohne eine vernünftige In­frastruktur wird es mit der Ansiedlung neuer Unternehmen schlecht“, sagt Uwe Heß auch mit Blick auf andere Industrieflächen im Bezirk. Ein Arbeitsschwerpunkt der kommenden Monate werde zudem das Thema Fachkräfte sein, die auch im CleanTech Business Park benötigt werden.

Zur Eröffnung des CleanTech Business Parks wird es am 2. September von 11 bis 20 Uhr eine Industriekonferenz im Rahmen des 11. Wirtschaftspartnertages geben. Podiumsdiskussion sind unter anderem zu den Themen „Chancen, Risiken und Herausforderungen für die Cleantech-Branche in Berlin“, „Mission Zukunft – Cleantech global, national und regional“ sowie „Cleantech meets eastside“ geplant.

Informationen im Internet:
www.wirtschaftspartnertag-berlin-eastside.de

veröffentlicht am 18. August 2015

CleanTech Business Park: Chance auf Arbeitsplätze
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