Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und seine Senatskollegen besuchten heute Lichtenberg. Nach einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bezirksamt Lichtenberg brach Müller mit Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) zur Tour durch den „Boom-Bezirk“ auf. Vor Ort bewies Müller, dass er sogar eine Straßenbahn fahren kann. Von Marcel Gäding.

Michael Müller am Steuer der Straßenbahn. Die Einweisung dauerte nur wenige Minuten. Foto: Marcel Gäding
Michael Müller am Steuer der Straßenbahn. Die Einweisung dauerte nur wenige Minuten. Foto: Marcel Gäding

LICHTENBERG. Nach der dritten Weiche hat Michael Müller genug. Kurzerhand lockert er seine Krawatte, befreit sich schließlich ganz von ihr. Zweimal schon musste er für seine Straßenbahn die Weiche per Hand stellen. Jetzt, beim dritten Mal, gibt sich Berlins Regierender Bürgermeister locker. Keine fünf Minuten durfte er am Dienstag die neue Straßenbahn vom Typ Flexity GT 8-08 steuern. Über den BVG-Betriebshof ging es kurz auf die Siegfriedstraße und dann in die Werkstatthalle. Mit Müller an Bord BVG-Chefin Sigrid Nikutta, Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen, Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler, Lichtenbergs Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro und eine Handvoll Journalisten.

Seine Sache hat er gut gemacht, bescheinigt ihm danach die Fahrlehrerin. Müller wirkt an diesem Dienstag entspannt, obgleich er eine Reihe von Terminen in Lichtenberg absolviert. Nach Marzahn-Hellersdorf und Spandau ist er nun also mit seiner Mannschaft in Lichtenberg zu Gast. Am Vormittag geht es bei der Sitzung mit dem Bezirksamt unter anderem um die Personalausstattung der Verwaltung und um zusätzliches Geld aus Überschüssen im Landeshaushalt. Dann steht ein Fototermin an, bevor Müller in den Bus steigt und sich den Bezirk zeigen lässt. Auf dem Gelände des BVG-Betriebshofes an der Siegfriedstraße hat Müller sichtlich Freude, setzt sich hinters Lenkrad eines nagelneuen BVG-Busses und verfolgt im Lagezentrum am Monitor, welcher Bus gerade Verspätung hat. Herrlich unaufgeregt lässt er sich von den Fachleuten erklären, was auf acht Überwachungsmonitoren zu sehen ist. Ganz nebenbei erfährt er, dass von Lichtenberg aus alle Bus- und Straßenbahnlinien überwacht werden und demnächst auch die U-Bahnkollegen mit ihrem Lagezentrum in den Bezirk ziehen, nämlich nach Friedrichsfelde. Später geht es in die Druckerei von BVZ Zeitungsdruck, in der auch das Bezirks-Journal gedruckt wird. Abends will sich Berlins Regierender Bürgermeister in einem Bürgerdialog den Fragen der Lichtenberger stellen.

„Lichtenberg ist ein wirklich boomender Bezirk, das wurde uns heute noch einmal eindrucksvoll von der Bezirksbürgermeisterin gezeigt“, sagt Michael Müller. Aus einem Bezirk, der nicht immer den besten Ruf genossen habe, ist ein Anziehungspunkt geworden, resümiert der Regierende Bürgermeister. Lichtenbergs Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro sprach mit dem Senatschef auch über die Einrichtung eines virtuellen Bürgeramtes und die Ausstattung ihrer Verwaltung mit Personal. „Wir haben uns darauf verständigt, dass die wachsende Stadt auch einer wachsenden Verwaltung bedarf“, sagt Monteiro.

Fotogalerie: Michael Müller in Lichtenberg

veröffentlicht am 16. Juni 2015

Senat vor Ort: Berlins Regierender Straßenbahnfahrer
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