Berlin und Brandenburg stecken voller Erlebnisse ­und Abenteuer – der be.bra verlag hat drei beachtenswerte Bücher herausgebracht, die Lust auf einen Ausflug machen. Das Bezirks-Journal hat sich die Neuveröffentlichungen genauer angeschaut. Von Marcel Gäding.

Ein Sommer in BrandenburgEIN SOMMER IN BRANDENBURG: Einen Sommer lang, von Juni bis Mitte September, waren der rbb-Journalist Johannes Unger und seine Kollegen unterwegs in Brandenburg. Mit einem Robur-Bus, vielen auch als „LO“ bekannt, durchstreiften sie das Land von der Prignitz bis zum Spreewald. Herausgekommen ist nicht nur eine sehenswerte Dokumentation, sondern auch ein kleines Begleitbuch mit kurzweiligen Geschichten – etwa die von Evelyne Bülow. Sie ist Besitzerin von Schloss Sonnenburg bei Bad Freienwalde, das einst dem NS-Außenminister Joachim von Ribbentrop gehörte und heute zunehmend verfällt. Nicht nur die Schönheit Brandenburgs wurde dokumentiert, das rbb-Team besuchte auch ein Asylbewerberheim und machte einen Abstecher zum Testgelände für strombetriebene Lkw…

Ein Sommer in Brandenburg, be.bra verlag, ISBN 978-3-86124-688-6, 14 Euro

 

Brandenburg auf dem WasserBRANDENBURG AUF DEM WASSER: Brandenburg ist mit seinen 3.000 Seen das wohl wasserreichste Bundesland. Gelegenheiten, mal ein paar Stunden oder Tage auf dem Wasser zu verbringen, bieten sich reichlich. Wer nicht gerade im Besitz eines eigenen Bootes ist, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Es präsentiert – gegliedert nach Regionen – wertvolle Tipps für Touren auf dem Floß, im Kanu oder mit einem führerscheinfreien Boot. Zum Service dieses Buches gehört nicht nur eine Auflistung der unterschiedlichen Wasserfahrzeuge. Die Autoren liefern auch Adressen und Kontaktdaten von Anbietern, bei denen man ein Boot mieten kann. Zusätzlich liefern sie Tipps für Wassertouren abseits der stark frequentierten Touristenpfade.

Brandenburg auf dem Wasser, be.bra verlag, ISBN 978-3-86124-687-9, 14 Euro

 

 

Verlassene OrteVERLASSENE ORTE: Von außen mutet der Bau an wie viele dieser noch vorhandenen unsanierten Plattenbauten im Ostteil der Stadt. Doch das Haus in Pankow bietet im Inneren ein schauerliches Sammelsurium an verstaubten Telefonen, ausgedienten Fernschreibern und Bergen von Akten. Das Konterfei Saddam Husseins an der Wand verrät, dass dieses Haus einst die Botschaft des Iraks in der DDR war. Heute ist das Gebäude ungenutzt und wirkt, als wären die letzten Diplomaten erst vor Kurzem ausgezogen. 28 dieser Orte hat der Fotograf Clarán Fahey aufgesucht, darunter die alte Bärenquell-Brauerei am Adlergestell oder das Olympische Dorf in Wustermark. Die wirklich eindrucksvollen Bilder machen dem Leser Lust, selbst einmal zu den vergessenen Orten zu fahren. Kenner entdecken in dem Buch durchaus neue Aspekte, auch dank der informativen, gut recherchierten Begleittexte.

Verlassene Orte Berlin, be.bra verlag, ISBN 978-3-8148-0208-4, 22 Euro

veröffentlicht am 13. Mai 2015

Unterwegs im alten Bus, in Ruinen und auf dem Wasser