Der Helene-Weigel-Platz ist einer der wichtigsten Plätze in Marzahn-Hellersdorf. Drei Jahre wurden für das Areal an der Märkischen Allee Ideen und Visionen entwickelt. Am Mittwoch zogen Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) und die eigens ins Leben gerufene Zukunftsagentur Bilanz. Fazit: Es gibt noch viel zu tun. Von Marcel Gäding

Gruppenbild mit Dame: Abgeordnetenhausmitglied Regina Kittler (DIE LINKE), Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU), Altbürgermeister Gerd Cyske und Oleg Peters vom Stadtmarketing (v.l.n.r.). Foto: M. Gäding
Gruppenbild mit Dame: Abgeordnetenhausmitglied Regina Kittler (DIE LINKE), Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU), Altbürgermeister Gerd Cyske und Oleg Peters vom Stadtmarketing (v.l.n.r.). Foto: M. Gäding

MARZAHN. Als er gerade den neuen Wegweiser für den Helene-Weigel-Platz einweiht, wird es plötzlich laut. Eine Kindergruppe zieht an Christian Gräff (CDU) und seinen Zuhörern vorbei, und auch sonst ist es an diesem Mittwochvormittag geschäftig auf der Fläche vor dem alten Marzahner Rathaus. Ältere Frauen kaufen auf dem Wochenmarkt ein, während junge Paare Hand in Hand zum S-Bahnhof Springpfuhl schlendern. Keine Frage: Der Helene-Weigel-Platz ist ein pulsierendes Fleckchen nahe der Märkischen Allee mit Geschäften, Ärztehäusern und viel Grün. „Er verfügt über alles, was einen Stadtplatz ausmacht“, sagt Oleg Peters, der Projektleiter des Stadtmarketings und Chef des Zukunftsagentur Helene-Weigel-Platz. Bibliothek, Schwimmhalle, Rathaus und ein Wochenmarkt – alles an einem Ort.

Drei Jahre lang entwickelte der Bezirk unter Federführung von Oleg Peters Visionen und Ideen für den Helene-Weigel-Platz. Quasi als krönender Abschluss wurde Mittwoch eine „Landmarke“ entwickelt: Eine Stele mit einer großen Uhr und einem Wegweisersystem. Dort erfahren Passanten, welche Geschäfte und Einrichtungen sich wo befinden. Dass der frühere Stadtbezirksbürgermeister Gerd Cyske als Ehrengast zur Einweihung geladen wurde, hatte einen guten Grund: Schon vor geraumer Zeit schlug er vor, eine Uhr am Rathaus zu installieren, wie dies in jeder großen und kleinen Stadt der Fall ist. Da das Gebäude aber unter Denkmalschutz steht, wurde daraus nichts. „Schließlich erzählte ich dem Wirtschaftsstadtrat davon und der war sofort begeistert“, sagt Cyske. Christian Gräff (CDU) wäre sogar noch soweit gegangen, eine Art Weltzeituhr zu installieren, die auch die aktuelle Zeit der Partnerstädte des Bezirks zeigt. Doch diese Idee konnte sich nicht umsetzen. Aus Verbundenheit mit dem Platz erklärten inzwischen die Händler vom Wochenmarkt, die Stromkosten für die Stele mit Uhr zu übernehmen. „Das dürften pro Jahr um die 500 Euro sein“, sagt Marktleiterin Ina Hölzel.

Gut 20.000 Menschen wohnen im näheren Umfeld des Helene-Weigel-Platzes, der vor mehr als 35 Jahren entstand. „Damals trug er zwar schon den Namen“, erinnert sich Oleg Peters. Häuser suchte man dort aber vergebens. Heute befindet sich in der Platzmitte ein Springbrunnen, an dessen Rand sich Supermärkte, eine Einkaufspassage und das bereits erwähnte Marzahner Rathaus befinden. Vor wenigen Tagen noch standen die unzähligen japanischen Zierkirschen in voller Blüte. Überhaupt ist es hier vorn sehr grün. Sorgen bereitet eher der östliche Bereich des Platzes, auf dem das seit 2007 ungenutzte Kino Sojus steht. Dort wäre Potenzial für Einzelhandel in einer Größenordnung von rund 3.000 Quadratmetern, sagt Wirtschaftsstadtrat Gräff. Aktuell gebe es einen Projektentwickler, der dort Einzelhandel ansiedeln will. „Angedacht sind zudem Projekte wie altersgerechtes Wohnen und eine öffentliche Tiefgarage“, sagt Gräff. Auch kleinere Textilgeschäfte oder eine Bäckerei mit einem Café könne er sich vorstellen. Allerdings sei er nicht der Auffassung, dass man das Kino Sojus noch als Lichtspielhaus retten könne.

Große Pläne gibt es auch für das unter Denkmalschutz gestellte Marzahner Rathaus, das dringend saniert werden muss. Gut 20 Millionen Euro werden die Modernisierungsarbeiten kosten. Der Plan: Die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH soll das Gebäude übernehmen, die Kosten der Sanierung tragen. „Danach würden wir es als Bezirk mieten“, sagt Gräff. Noch vor der Sommerpause soll es hierzu konkrete Entscheidungen geben.

Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projekts „Zukunftsagentur“ floss auch Geld ins Marketing. Unter anderem in eine eigene Kiezzeitung, in ein Internetportal sowie ein Fest mit dem Titel „Helli lässt grüßen“. Das soll am 5. Juli in der Zeit von 14 bis 22 Uhr eine Neuauflage feiern, unter anderem mit einem Classic Open Air-Konzert des Jugendsinfonieorchesters und Theatereinlagen des bekannten Schauspielers Peter Bause. Ferner soll auch die Namensgeberin geehrt werden. Helene Weigel zu Ehren ist daran gedacht, eine steinerne Gedenkbank aufzustellen.

veröffentlicht am 6. Mai 2015

Viele Ideen für Marzahns wichtigsten Platz
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