Der Bürgerverein Mahlsdorf setzt sich seit zwei Jahren für den Bau eines Bürgerhauses ein. Es soll Menschen aller Generationen und Nationen zusammenbringen. Von Marcel Gäding.

Hans-Joachim Richter und Klaus Lichtenstein vom Bürgerverein Mahlsdorf. Foto: Gäding
Hans-Joachim Richter und Klaus Lichtenstein vom Bürgerverein Mahlsdorf. Foto: Gäding

MAHLSDORF. Hans-Joachim Richter ist Mahlsdorfer, einer der Alteingesessenen. Zwar wohnt er selbst erst seit 1995 in dem beschaulichen Stadtteil. „Aber meine Großeltern hatten hier bereits seit 1922 ein Wochenendgrundstück“, sagt Richter. Schön sind die Erinnerungen an die Kindertage im Garten der Großeltern. Wer heute aufmerksam durch die kleinen Seitenstraßen links und rechts des Hultschiner Damms fährt, wird die einstigen Gartenlauben von einst aber nicht mehr finden. Viele Gartengrundstücke wurden mit Einfamilienhäusern bebaut. Seit Ende der 1980er-Jahre weichen die Datschen den Wohnhäusern. „Früher bestand Mahlsdorf zu zwei Dritteln aus Wochenendgrundstücken“, sagt Klaus Lichtenstein.

Lichtenstein und Richter engagieren sich im Vorstand des Bürgervereins Mahlsdorf, einer für die Öffentlichkeit, der andere als stellvertretender Vorsitzender. Der Bürgerverein wurde 2012 aus einer Bürgerinitiative heraus gegründet. Denn Mahlsdorf ist inzwischen ein gefragter Wohnstandort, jedes Jahr ziehen Familien dorthin. Das Bild des Ortsteils hat sich gewandelt. Zwischen den kleinen Häusern von einst entstanden Stadtvillen, massive Bungalows und Reihenhäuser. Inzwischen dürften rund 10.000 Menschen in Mahlsdorf leben. Doch bis auf eine Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt, einen Jugendklub und den Saal des Theodor-Fliedner-Heims gibt es in dem wachsenden Kiez keinen Treffpunkt. Deshalb hat der 51 Mitglieder starke Bürgerverein Mahlsdorf ein Konzept für ein Bürgerhaus entwickelt. Hier sollen Kurse, Veranstaltungen und Behördendienstleistungen angeboten werden. Der Bürgerverein möchte unter einem Dach Generationen vereinen und Angeboten Raum geben, die von Sport über Kultur bis hin zu Bildung reichen. Der Bedarf an Singe- und Gymnastikkursen, an Englisch-Unterricht für Ältere oder PC-Seminaren bei Trägern wie der AWO sei bereits jetzt stark nachgefragt. „Die Räumlichkeiten dort reichen oft nicht mehr aus“, berichtet Klaus Lichtenstein. Außerdem gebe es auch immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln. „Die wollen wir auch in unsere Planungen einbeziehen.“ Das Bürgerhaus solle offen für alle sein.

Der erst zwei Jahre alte Bürgerverein hat bereits wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Bürgerhaus erreicht. Im Bezirksamt sucht man inzwischen nach einem passenden Grundstück. Auch wurde das Projekt in die Investitionsplanung für die Jahre 2018/2019 aufgenommen. „Die BVV unterstützt uns und hat ein sehr offenes Ohr“, freut sich Hans-Joachim Richter. Am liebsten wäre es den beiden Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins jedoch, wenn die Grundstücksfrage bereits geklärt wäre.

Eine Wunschadresse für das Bürgerhaus gibt es bereits. Es handelt sich um eine Brache am Durlacher Platz. Aktuell prüft das Bezirksamt, ob dieses Grundstück zur Verfügung steht. Allerdings müsste dann auch kalkuliert werden, was ein Neubau kostet. „Das wollen wir den Fachleuten überlassen“, sagt Klaus Lichtenstein. Vorstellbar wäre jedoch, im Erdgeschoss eine Kita einzurichten, während die obere Etage für Vereine und Veranstaltungen zur Verfügung steht. Angedacht ist ein Veranstaltungsraum mit Platz für bis zu 150 Personen, ein PC-Raum, Beratungs- und Sporträume sowie ein kleines Café. Einen dazugehörigen Garten könnte man dem Konzept des Bürgervereins zufolge als Spielplatz oder Grillecke nutzen. Selbst wolle und könne der Bürgerverein das Bürgerhaus Mahlsdorf aber nicht betreiben. „Dafür müsste ein freier Träger gefunden werden“, sagt Hans-Joachim Richter.

Weitere Informationen: Webseite des Bürgervereins

veröffentlicht am 15. März 2015

Guten Chancen für ein Bürgerhaus in Mahlsdorf