Nein, eine pompöse Eröffnungsfeier soll es nicht geben. Sagt zumindest Karin Halsch, Abgeordnete der SPD aus Hohenschönhausen und Vorsitzende des Berliner Sportausschusses. Halsch ist, wie die meisten Sozialdemokraten, Befürworterin der Olympischen Spiele in Berlin. „Wir gehen davon aus, dass sie kleiner, bescheidener und preiswerter ausfallen werden“, sagt Halsch an diesem Abend vor Sportfunktionären und Wirtschaftsvertretern. Die SPD hat zu einer „Fraktion vor Ort“ eingeladen. Kritiker sucht man an diesem Februartag im Sportlerhotel Kolumbus in Hohenschönhausen vergebens. Man ist unter sich.

Karin Halsch, SPD-Fraktion. Foto: SPD
Karin Halsch, SPD-Fraktion. Foto: SPD

Wie Karin Halsch lässt auch der sportpolitische Sprecher der Berliner SPD-Fraktion, Dennis Buchner, derzeit keinen Termin aus, um für die Olympischen Spiele in Berlin zu werben. Noch ist gar nicht sicher, ob sich das Internationale Olympische Komitee überhaupt für eine deutsche Stadt entscheidet. Momentan ringen Hamburg und Berlin darum, die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 austragen zu dürfen. „Beide Städte haben sehr unterschiedliche Konzepte abgegeben“, sagt Buchner. Und fügt hinzu: „Die Olympischen Spiele gehen nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger.“ Jeder Berliner habe die Chance, im Rahmen der für September geplanten Volksabstimmung Ja oder Nein zu sagen. Dass Berlin sich kostentechnisch mit Olympia übernimmt, sieht Buchner nicht. Im Gegenteil: „Das Kostenargument ist eine abwegige Diskussion.“ Er geht davon aus, dass Berlin nur einen kleinen Teil an öffentlichem Geld in die Hand nehmen wird und der Rest über Sponsoring und Merchandising – also den Verkauf von Fanartikeln – generiert wird. „Das werden Mittel sein, die wir in dieser Menge so schnell nicht generieren könnten“, sagt Buchner. Olympia sollte als Motor für die Stadt genutzt werden. Vor allem die Bezirke würden profitieren – sie durften bereits eine Wunschliste mit drei Sportstätten einreichen, die für Olympia hergerichtet werden und anschließend auch den Sportvereinen zur Verfügung stehen sollen. In Lichtenberg sind dies das Stadion Friedrichsfelde, das Stadion 1. Mai und die Sportanlage in der Storkower Straße.

Feuer und Flamme ist auch Oleg Krüger, der Verwaltungsleiter des Sportforums Berlin in Hohenschönhausen. Die 45 Hektar große Anlage zwischen Konrad-Wolf-Straße und Weißenseer Weg wird derzeit von rund 3.000 Sportlern genutzt, darunter sind 300 Bundeskader und 800 Landeskader, die im Olympiastützpunkt trainieren. 200 Millionen Euro würde es kosten, die in den 1950er-Jahren gebaute Anlage zu sanieren. „Das Werben um Olympia ist für uns eine Chance, diesen Prozess zu beschleunigen“, sagt Krüger. Vor Ort gebe es Sportstätten für Handball, Badminton, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Taekwondo und Bogenschießen. Karin Halsch ergänzt, dass man im Gegensatz zu Hamburg gut gerüstet ist. „Wir haben bereits ein Olympiastadion und müssen kein neues mehr bauen.“ Mit Sportveranstaltungen wie dem Internationalen Stadionfest ISTAF, dem Berlin-Marathon oder dem Champions League-Finale verfüge die Stadt zudem über gute Erfahrungen bei sportlichen Großveranstaltungen.  

veröffentlicht am 13. März 2015

Olympia-Befürworter: Freudenfest statt Gigantismus
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