Virtuell durch den Ortsteil flanieren – dabei Geschäfte, Restaurants, Dienstleister oder Spielplätze und Kulturangebote entdecken: das ist künftig mit einer neuen App namens Karla möglich. Von Steffi Bey.

Christoph Beyer hat „Karla“ entwickelt, eine Karlshorst-App. Foto: Steffi Bey
Christoph Beyer hat „Karla“ entwickelt, eine Karlshorst-App. Foto: Steffi Bey

KARLSHORST. Wer „Karla“ dabei hat, findet sich künftig in Karlshorst noch besser zurecht. Denn das kleine Programm mit dem freundlichen Namen, soll ab Mai jederzeit abrufbar sein. Auf dem Smartphone oder auch auf dem Computer kann es empfangen werden. „Neue Karlshorster lernen so ihren Kiez besser kennen und Alteingesessene entdecken, was es Neues gibt“, sagt Geschäftsführer Christoph Beyer.

Der Chef der Werbeagentur 3mal1 GmbH gehört zu den kreativen Köpfen des Projektes. Beyer lebt seit mehr als zehn Jahren mit seiner Familie in dem sich turbulent entwickelnden Ortsteil. „Ich wohne und arbeite gerne hier, auch weil es eben alles gibt, was man braucht“, sagt der 34-Jährige. Er meint damit jede Menge Händler, Dienstleister und Handwerker mit hervorragenden Geschäftsideen. Doch der Stadtteil sei nicht gerade überschaubar. Denn das Zentrum von Karlshorst ist praktisch durch die Treskowallee und die Bahntrasse zerschnitten. „Mit dem virtuellen Lotsen, wollen wir dabei helfen, den Kunden das bunte Treiben entlang der Haupt- und Nebenstraßen vorzustellen“, betont Christoph Beyer.

Zu den vielen Informationen, die durch die Web-Applikation praktisch auf Hosentaschenformat schrumpfen, gehören neben Geschäften und Händlern ebenso versteckte Bolzplätze, Spielmöglichkeiten aber auch Kulturangebote. Solche Details erscheinen auf einer Karte und sind verschiedenfarbig gekennzeichnet. Beyer geht davon aus, dass zum Projektstart in vier Monaten, wenn die Feierlichkeiten zum 120-jährigen Jubiläum der Kolonie-Gründung beginnen, zwischen 100 und 150 Unternehmen bei „Karla“ mitmachen.

Ziel sei es, den Handelsstandort Karlshorst mit dem kreativen Marketing für die Zukunft fit zu machen. Darüber sind sich die Gewerbetreibenden einig. Den Anstoß für das aktuelle Projekt gaben die lokalen Händler selbst. Eine Gruppe, die seit einigen Jahren im lockeren Zusammenschluss „DreiEinsAcht“ kooperiert, brachte schließlich das Vorhaben ins Rollen.

Auftrieb und Anerkennung zugleich brachte der Wettbewerb „Mittendrin Berlin! Zentren-Initiative“ des Landes Berlin und der Industrie- und Handelskammer, bei der Ende vergangenen Jahres die Web-Applikation mit einem von insgesamt drei Preisen ausgezeichnet wurde. Noch sei aber der Erarbeitungsprozess im Gang, bestätigt Beyer. Geplant sind unter anderem Detail-Infos zu den Unternehmen, besondere Angebote und Partner. Zudem soll es künftig jede Woche einen speziellen Kieztipp geben. Außerdem sind verschiedene Kooperationen zwischen einzelnen Gewerbetreibenden vorgesehen, die sich mit günstigen Rabatten beim Kunden auswirken. Die kostenlos abrufbaren Daten werden dann von den Händlern und Dienstleistern regelmäßig aktualisiert.

„Anfangs unterstützen wir sie dabei, aber letztendlich sollen sie das selbstständig tun“, kündigt der Karlshorster an. Das sei eben auch das Besondere dieser Web-Applikation: Sie funktioniere wie eine Internetseite, könne aber mehr – beispielsweise unkompliziert erweitert werden. Um das Projekt bekannt zu machen, gestalten demnächst viele Händler ihre Schaufenster mit „Karla-Informationen“. Auch Poster und Flyer wird es geben.

Auf den Namen „Karla“ einigten sich die Initiatoren, weil er „freundlich klingt und vor allem junge Mütter in Karlshorst anspricht, von denen es ja immer mehr gibt“, sagt Beyer augenzwinkernd. Er hofft natürlich, dass künftig junge und alte Karlshorster, egal ob Frau oder Mann, die Angebote nutzen. „Wenn dann jemand fragt, wohin gehst du, könnte die Antwort lauten  – mit ,Karla‘ einkaufen.“

veröffentlicht am 19. Februar 2015

Eine App für Karlshorst: Der Kiez kauft mit „Karla“