Die IGA 2017 existiert lange auf den Plänen, jetzt beginnen die konkreten Bauarbeiten: Rund um den Kienberg werden die ersten Bauzäune aufgestellt. Unterdessen werden in der IGA-Markthalle am Blumberger Damm nicht nur Pläne ausgestellt. Dort ist auch die Gondel einer Seilbahn zu sehen, die von 2017 an mindestens drei Jahre das IGA-Gelände durchstreift. Von Steffi Bey.

Stellten sich den Fragen der Anwohner im Dialog: Christoph Schmidt und Katharina Langsch. Foto: Marcel Gäding
Stellten sich den Fragen der Anwohner im Dialog: Christoph Schmidt und Katharina Langsch. Foto: Marcel Gäding

MARZAHN. Sie ist die Attraktion in der IGA-Markthalle: Die erste Modell-Kabine der Seilbahn, die ab 13. April 2017 Besucher der Internationalen Gartenausstellung vom Auftakt Hellersdorf, nahe des U-Bahnhofs Neue Grottkauer Straße, über den Kienberg bis zum Blumberger Damm und zurück bringen soll. „Täglich kommen Interessierte an unseren neuen Veranstaltungsort, betrachten die ausgestellten Pläne für das Großprojekt und steigen in die Gondel“, sagt Sabine Wacker, Sprecherin der IGA Berlin 2017 GmbH. Diese Kabine wird dort auf jeden Fall dauerhaft zu besichtigen sein.

Ende August ist das 15-köpfige IGA-Team von Tempelhof direkt nach Marzahn an den Blumberger Damm gezogen. Von dort ist es nur ein Katzensprung bis zum künftigen Gartenschaugelände. Das etwa 100 Hektar große Areal beginnt praktisch um die Ecke: an der Eisenacher Straße, zieht sich weiter bis zum Kienberg und umfasst Teile des Wuhletals. Für Katharina Langsch, Geschäftsführerin der IGA Berlin 2017 GmbH, ist die umgebaute Markthalle, die bekanntlich ihrem eigentlichen Zweck nie gerecht wurde, mehr als ein gewöhnliches Bürogebäude. „Wir haben hier inzwischen einen neuen Veranstaltungsort etabliert und laden beispielsweise ab November jeden ersten Donnerstag im Monat Anwohner und Interessierte zwischen 16 und 18 Uhr zu Sprechstunden ein“, kündigt sie an. Diese Woche gab es zudem einen Bürgerdialog, um die Anwohner mit deren Vorschlägen in die IGA-Planung einzubeziehen. „IGA im Dialog“ nennt sich diese Reihe, zu der an die 150 Männer und Frauen kamen. Damit wird kontinuierlich der vor Monaten begonnene Meinungsaustausch mit der Öffentlichkeit fortgesetzt.

Beeindruckt ist Katharina Langsch vom Engagement vieler Marzahn-Hellersdorfer: Weil sich die Menschen sehr stark mit ihrem Bezirk identifizieren, außerdem kluge Fragen stellen und qualifizierte Vorschläge unterbreiten. Das sei bei den vielen Infoveranstaltungen deutlich geworden.

Inzwischen führten sogar etliche Vorschläge, Hinweise und kritische Anmerkungen zu Änderungen der ursprünglichen Ideen. So wird unter anderem aus der geplanten Brücke über das Wuhletal nur ein Steg, um Biotope zu schützen. Auch der so genannte Wolkenhain, das begehbare Aussichtsbauwerk auf dem 102 Meter hohen Kienberg, reduziert sich um ein Viertel seiner ursprünglich vorgesehenen Größe. Die zwei anfangs angedachten Seilbahnstationen kommen dort oben ebenfalls nicht hin – dafür entsteht eine einzige mit kombinierter An- und Abfahrt. „Außerdem gibt es künftig im Wuhletal keine einzige Säule“, nennt Katharina Langsch noch ein Beispiel.

Während seit Mittwoch die ersten Bauzäune aufgestellt werden, hat sich bereits in den zurückliegenden Wochen einiges auf dem Gelände getan. Entstanden sind unter anderem drei Infopoints. In den beiden Holzhäuschen am Haupteingang der Gärten der Welt kann man sich über das gesamte Vorhaben und das Baugeschehen erkundigen. Der Point südlich des Kienbergs zeigt eine Vorschau auf die Entwicklungen im Wuhletal und auf dem Berg. Dieser Pavillon dient zudem als Ausgangspunkt für „naturschutzfachliche Führungen“. Baustellenbesichtigungen beginnen künftig zumeist an der neuen Geschäftsstelle der IGA Berlin, am Blumberger Damm 130.

Zur diesjährigen IGA-Herbsttour starteten genau dort bereits spezielle Spaziergänge zu IGA-Bereichen. Matthias Kolle, Leiter des Bau- und Planungsbereiches, erklärte den vielen Interessierten unter anderem den geplanten Waldumbau am Kienberg – beschrieb Lichtungen, die entstehen, Streuobstwiesen und neue Gehölzränder an den Wegen. „In diesem Winter werden vereinzelt Gehölze, für die ab 2015 entstehenden Infrastrukturen und Anlagen, wie unter anderem das Aussichtsbauwerk auf dem Gipfel, entnommen“, betonte der Planungsleiter. Parallel erfolge zu den gesamten Baumaßnahmen eine ökologische Planungs- und Baubegleitung durch ein externes Büro.

Die Ankündigung, dass schon im November Wege rund um den Kienberg größtenteils dicht gemacht werden und dann niemand mehr auf den Berg hinauf kommt, fanden viele Marzahn-Hellersdorfer allerdings nicht so gut.

Auch am Wuhleteich und für den mehr als 300 Meter langen Steg starten demnächst die Arbeiten. In einer ersten Phase werden die betonierten Uferbefestigungen zurückgenommen. „Der ausgehobene Boden kommt in den ,Gärten der Welt’, bei den Internationalen Gartenkabinetten, wieder zum Einsatz“, erklärte Matthias Kolle. Und er stellte noch einmal klar: „Nach der IGA verschwinden die Zäune im Wuhletal und um den Kienberg wieder.“ Offen bleiben unter anderem auch während der Ausstellung der Plattenweg neben den „Gärten der Welt“ zum Blumberger Damm und der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Rad- und Wanderweg durch das Wuhletal auf seiner östlichen Seite.

veröffentlicht am 27. November 2014

IGA 2017: Arbeiten am Kienberg haben begonnen
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