Lichtenberger Eltern beklagen die Sauberkeit an den Schulen. Sie wollen mehr Geld vom Bezirk – oder Reinigungskräfte, die direkt an den Schulen angestellt sind. Ein Gespräch mit Dirk Gawlitza von der Elterninitiative.
Lichtenberger Eltern beklagen die Sauberkeit an den Schulen. Sie wollen mehr Geld vom Bezirk – oder Reinigungskräfte, die direkt an den Schulen angestellt sind. Ein Gespräch mit Dirk Gawlitza von der Elterninitiative.

Die Schulen in Lichtenberg und Hohenschönhausen sollen sauberer werden – das ist die zentrale Forderung eines Einwohnerantrages, der heute Abend in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beraten wird. Zuvor hatte eine Elterninitiative innerhalb weniger Wochen 1.296 Unterschriften gesammelt, von denen 1.125 gültig waren. Damit wurden 125 Stimmen mehr erreicht als notwendig, um den entsprechenden Antrag auf die Tagesordnung der BVV zu bringen. Nun ist der Bezirk gefragt.

Hintergrund des Einwohnerantrages ist die mangelnde Sauberkeit an den Schulen in Lichtenberg. Klassenräume und Toiletten werden nach Darstellung einer Elterninitiative zu selten gereinigt. „Die Reinigungszyklen sind nicht ausreichend“, hatte Initiativsprecher Dirk Gawlitz im Interview mit dem Bezirks-Journal gesagt. „Es gibt zwar einen Musterhygieneplan des Landes Berlin“, erklärt der Familienvater. „Das Bezirksamt bestätigt aber, dass die Mittel nicht ausreichen.“

Der erfolgreiche Einwohnerantrag fordert unter anderem, dass Klassenräume einmal täglich und Toiletten zweimal täglich gewischt werden. Die zuständige Bildungsstadträtin Kerstin Beurich (SPD) kann das Begehren der Eltern nachvollziehen, weist aber auf zusätzliche Kosten hin. Der Musterhygieneplan des Landes Berlin werde in vielen Punkten bereits erfüllt. Zudem sind im Doppelhaushalt mehr Mittel für die Schulreinigung vorgesehen. Dadurch könnte die Nassreinigung der Klassenzimmer von derzeit zweimal in der Woche auf statistische 2,5-mal in der Woche erhöht werden. Beurich geht aber davon aus, dass die in dem Elternantrag formulierten Forderungen Mehrkosten von mindestens einem siebenstelligen Betrag verursachen. Hinzu käme, dass durch die neuen Schulen weitere Kosten entstehen. Allein in diesem Schuljahr gehen vier zusätzliche Schulen ans Netz. „Mehr Reinigung zu fordern, ist grundsätzlich gut“, sagt Kerstin Beurich. Dies müsse aber auch zu finanzieren sein. Sie sieht daher – ähnlich wie seinerzeit beim Schulessen – den Senat in der Pflicht. „Da muss auch der Senat mehr Verantwortung übernehmen und die Bezirke unterstützen“, sagt die Bildungsdezernentin.

veröffentlicht am 28. August 2014; Autor: Marcel Gäding | Foto: Marcel Gäding

Saubere Schulen: Einwohnerantrag erfolgreich
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