Lichtenberger Eltern beklagen die Sauberkeit an den Schulen. Sie wollen mehr Geld vom Bezirk – oder Reinigungskräfte, die direkt an den Schulen angestellt sind. Ein Gespräch mit Dirk Gawlitza von der Elterninitiative.

Lichtenberger Eltern beklagen die Sauberkeit an den Schulen. Sie wollen mehr Geld vom Bezirk – oder Reinigungskräfte, die direkt an den Schulen angestellt sind. Ein Gespräch mit Dirk Gawlitza von der Elterninitiative.
Lichtenberger Eltern beklagen die Sauberkeit an den Schulen. Sie wollen mehr Geld vom Bezirk – oder Reinigungskräfte, die direkt an den Schulen angestellt sind. Ein Gespräch mit Dirk Gawlitza von der Elterninitiative.

KARLSHORST. Der Unternehmer Dirk Gawlitza wohnt seit dreieinhalb Jahren in Karlshorst. Nächstes Jahr kommt der Sohn des 37-Jährigen in die Schule. Doch der Vater macht sich um die Sauberkeit in den Schulen des Bezirks Sorgen. Im Gespräch mit anderen Eltern erfuhr er, dass es um die Reinigung nicht zum Besten bestellt ist. Das möchte er ändern und engagiert sich mit anderen Eltern, um den Zustand zu verbessern. 

Herr Gawlitza, wie dürfen wir uns das Problem in der Praxis vorstellen?

Besondere Schwerpunkte bilden die Toiletten. Im Moment werden die Toiletten einmal am Tag gereinigt. Nun macht aber so ein kleiner Junge oder ein Mädchen auch schon mal daneben. Und wenn alle Kinder einmal am Tag ein wenig daneben machen, sind die Toiletten bald nicht mehr so, dass man dort gerne hingeht. Die Kinder ekeln sich und gehen gar nicht mehr auf die Toilette. Einmal tägliche Reinigung reicht bei Kindern nicht aus. Ein weiteres problematisches Thema ist die Sauberkeit der Flure und der Klassenzimmer. Die Reinigungszyklen sind nicht ausreichend. Allein in Lichtenberg sind schon mindestens sieben Schulen mit der Reinigung nicht zufrieden. Es gibt zwar einen Musterhygieneplan des Landes Berlin. Das Bezirksamt bestätigt aber, dass die Mittel nicht ausreichen. Aber das kann ja nicht so hingenommen werden, denn es muss ja nicht unbedingt mehr Geld kosten. Der andere Punkt: Ausschreibungsverfahren. Das ist im Moment nicht ausreichend im Detail strukturiert, dass man auch die bestmöglichen Anbieter findet. Denn der Billigste ist nicht unbedingt der Sauberste. 

Wie ist das mit den Mitteln konkret? Wie viel Geld steht für die Schulreinigung zur Verfügung? Und wie viel Geld müsste es idealerweise sein?

Im Moment werden in Lichtenberg für 46 Schulen 2,3 Millionen Euro ausgegeben. In der letzten Bezirksverordnetenversammlung hatte ich eine neue Anfrage gestellt, was es kosten würde, den landesweiten Musterhygieneplan umzusetzen. Das Bezirksamt konnte mir keine Antwort geben. Die sind momentan am Prüfen, sie versuchen es herauszufinden. Ich weiß aber über mein Engagement in der FDP-Arbeitsgruppe „Saubere Schulen“, dass Marzahn-Hellersdorf über drei Millionen Euro für 73 Schulen ausgibt und die Kriterien des Musterhygieneplans erfüllt. 

Wenn eine Schulreinigung am Tag nicht ausreicht: Was wäre Ihrer Ansicht nach optimal?

Die Toiletten sollten konkret zweimal am Tag gereinigt, die Klassenräume einmal täglich gewischt werden, Abfallbehälter wären einmal am Tag zu reinigen. Das haben wir auch konkret so in einen Einwohnerantrag als Forderung geschrieben. Wenn Lichtenberg für sich in Anspruch nimmt, ein kinder- und familienfreundlicher Bezirk sein zu wollen und sich hierzu auch zertifizieren lassen will, dann gehört dazu, sich drumherum die Rahmenbedingungen anzuschauen. Ich finde, man müsste in den Bezirkshaushalt schauen. Den einen oder anderen Euro wird man dort noch finden. Vielleicht wäre es auch kostengünstiger, die Reinigungskraft wieder direkt bei der Schule anzustellen.

Wie viele Einwohner stehen bislang hinter dem Einwohnerantrag für Lichtenberg?

Wir habe gerade angefangen, im Moment sind es ca. 500 Unterschriften und wir freuen uns über jede weitere. Benötigt werden 1.000 Stimmen. Unser erstes Ziel ist es, das bis zum 20. August hinzubekommen. Hintergrund ist, dass es im Herbst wieder Besprechungen zum Haushalt gibt. Quer durch alle Parteien erhalten wir eine positive Resonanz. Ich denke, dass das Thema lösbar ist – und es sollte der Wille aller Bezirksverordneten sein, das Problem zu lösen.

Das Gespräch führte Marcel Gäding.

Für jede Schule eine Putzfrau
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