Marcel GädingWenn wir uns zum Wochenende hin Freunde oder Nachbarn einladen, geht es gesellig zu. Dann wird der Grill angeworfen, das Bier kalt gestellt und bis zum Einbruch der Dunkelheit über Gott und die Welt gesprochen. Geht die Grillsause dem Ende entgegen, sind die Gäste nicht zu bremsen: Jeder will mit anpacken und schnell noch beim Aufräumen helfen. 

von Marcel Gäding

Dieser Gemeinsinn ist den Besucherinnen und Besuchern der Lichtenberger Parks und Grünflächen wohl schon lange abhanden gekommen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass spätestens am Montag nach den durchzechten Wochenenden so viel Müll liegt, dass die Frauen und Männer des bezirklichen Grünflächenamtes mehrere Container damit füllen. Die Essenreste stinken, die Müllbeutel anzufassen erfordert schon einiges an Überwindung. Ich ziehe den Hut vor den Bezirksgärtnern, die zweimal in der Woche dafür sorgen, dass es wenigstens für einige Stunden schön aussieht in unseren Parks. Und ich ärgere mich über die Besucher, die sich – im wahrsten Sinne des Wortes – einen Dreck um die aufopferungsvolle Arbeit der Gärtner scheren.

Ich habe mich schon lange gefragt, warum das Unkraut in den Blumenbeeten unseres Parks so in die Höhe sprießen kann. Seit ich mich mit den Bezirksgärtnern unterhalten habe, kenne ich die wahren Hintergründe. Diese Arbeit verdient unseren Respekt. Mehr aber noch als warme Worte sind wahre Taten: Ist es so schwer, den Müll vom Grillabend wieder mit nach Hause zu nehmen oder wenigstens in den vielen Papierkörben Berlins zu entsorgen? Jetzt könnte man natürlich eine Diskussion um mehr Präsenz des Ordnungsamtes in den Parkanlagen aufmachen, worauf ich an dieser Stelle jedoch verzichte. Fakt ist aber: Wenn die Verursacher des Mülls nicht empfindlich zur Kasse gebeten werden, besteht das Müllproblem in Lichtenberg – wie in anderen Berliner Bezirken auch – fort.  

Was sagen Sie zum Müll in den Parkanlagen? Schreiben Sie dem Autor direkt: marcel.gaeding@bezirks-journal.de

Kommentar: Der Müll der Anderen