Überraschung aus Lichtenberg:  Schon Ende des Monats sinkt die Arbeitslosenquote unter zehn Prozent. Der für Wirtschaft zuständige Bürgermeister Andreas Geisel sieht dafür mehrere Gründe – und ein weiteres Indiz dafür, dass Lichtenberg einen grundlegenden Wandel vollzieht.

Überraschung aus Lichtenberg:  Schon Ende des Monats sinkt die Arbeitslosenquote unter zehn Prozent. Der für Wirtschaft zuständige Bürgermeister Andreas Geisel sieht dafür mehrere Gründe – und ein weiteres Indiz dafür, dass Lichtenberg einen grundlegenden Wandel vollzieht.
Überraschung aus Lichtenberg: Schon Ende des Monats sinkt die Arbeitslosenquote unter zehn Prozent. Der für Wirtschaft zuständige Bürgermeister Andreas Geisel sieht dafür mehrere Gründe – und ein weiteres Indiz dafür, dass Lichtenberg einen grundlegenden Wandel vollzieht.

LICHTENBERG. Noch gibt es keine konkreten Zahlen, doch so viel ist sicher: Ende August wird die Arbeitslosenquote in Lichtenberg erstmals unter zehn Prozent liegen. Zu diesem Schluss kommt eine Prognose der Bundesagentur für Arbeit. Demnach beträgt der Anteil der Erwerbslosen für den Monat August um die 9,9 Prozent. Treffen die von den Arbeitsmarktexperten getroffenen Vorhersagen ein, sinkt die Arbeitslosenzahl in Lichtenberg auf das Niveau von 1990.

Geisel sieht mehrere Gründe für die einstellige Arbeitslosenquote. „Einen ganz wesentlichen Beitrag hat das berlinweite Programm Berlin in Arbeit geleistet“, sagt der Rathaus-Chef. So konnten in Lichtenberg an die 7.000 Frauen und Männer in ein Arbeitsverhältnis auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Zwar seien einige Beschäftigte dort nicht dauerhaft verblieben. Für einen Großteil der Langzeitarbeitslosen jedoch habe sich das Programm gelohnt und als nachhaltig erwiesen. Sie verdienen inzwischen mit sozialversicherungspflichtigen Jobs ihren Unterhalt.

Der Erfolg des Programms hat den Bezirk positiv überrascht – immerhin wurden die dafür benötigen finanziellen Mittel bei freien Trägern abgezogen. Bis dato hatten sie vom Land Berlin und der Bundesagentur für Arbeit Zuschüsse erhalten, um Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen.

Nach Informationen des Bezirks-Journals wird die Arbeitslosenquote weiter sinken. „Der Trend ist so eindeutig, dass er sich im September fortsetzen wird“, kündigt Geisel an. Ende August will der Bezirk erst einmal gemeinsam mit dem Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit die neuen Arbeitsmarktzahlen präsentieren – und lädt die Hauptstadtpresse daher in das Unternehmen Aponeo nach Hohenschönhausen ein. Der Onlineversandhändler schuf 30 neue Arbeitsplätze und steht Geisel zufolge für die zahlreichen Unternehmen, die derzeit kräftig im Bezirk investieren. „Dadurch entstehen natürlich auch Jobs, von denen Lichtenberger sowie Menschen aus anderen Bezirken und dem Land Brandenburg profitieren.“

Der Erfolg des Arbeitsmarktprogramms „Berlin in Arbeit“ beweise einmal mehr, dass man Menschen nicht aufgeben soll, sagt Geisel. Schließlich habe es sich um langzeitarbeitslose Lichtenberger gehandelt, denen auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine Chance eingeräumt wurde. Auch die Zahl der Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit ist spürbar gesunken – sie ist ebenfalls so niedrig wie in keinem anderen Ostbezirk. „Neben dem Arbeitsmarktprogramm und den vielen investierenden Unternehmen in Lichtenberg spielt uns auch die gute Wirtschaftskonjunktur in die Karten“, erklärt Geisel, dem auch das Wirtschaftsressort unterstellt ist. Im Juli dieses Jahres suchten in Lichtenberg 24.970 Menschen einen Job – das sind 1,9 Prozent weniger als im Juli 2013. Laut Arbeitsmarktbericht vom Juli 2014 beenden jeden Monat rund 2.500 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, in dem sie einen neuen Job antreten. Mai 2014 waren es sogar 2.645.

Allerdings: Ausruhen will sich der Bezirk Lichtenberg nicht. Ganz im Gegenteil. Zwar soll die Arbeitslosenquote im September weiter sinken. „Doch noch sind wir nicht auf dem Bundesniveau“, sagt Andreas Geisel. Die Quote der Erwerbslosen beträgt bundesweit rund sechs Prozent.

veröffentlicht am 12. August 2014; Autor: Marcel Gäding | Fotomontage: Bezirks-Journal

Zahl der Arbeitslosen in Lichtenberg sinkt spürbar
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