Köpenicker Hauptmanngarde
Berlin bietet gerade im Sommer viel – und nicht immer müssen Touren ins Umland oder in Nachbarbezirke ein Vermögen kosten. Das Bezirks-Journal hat Tipps für erschwingliche Erlebnisse zusammengestellt.

Berlin bietet gerade im Sommer viel – und nicht immer müssen Touren ins Umland oder in Nachbarbezirke ein Vermögen kosten. Das Bezirks-Journal hat Tipps für erschwingliche Erlebnisse zusammengestellt.

 

Mit dem Rad zu den Barnimer Seen

Eine gemütliche Radtour zu den Barnimer Seen sorgt für Vitalität und verspricht viele kleine Highlights. Vom Bahnhof Bernau aus geht es über die Rieselfelder nach Hobrechtsfelde. Hier stehen Pferde und Rinder in freier Wildbahn, hier erlebt man Natur pur. Direkt am Wege oder versteckt im Grünen können Kunstinteressierte nach Skulpturen Ausschau halten, die aus dem Projekt „Steine ohne Grenzen“ entstanden sind. Fährt man über Schönwalde, empfiehlt sich ein Zwischenstopp im Hofcafé Antiquarium. Das Café an der Hauptstraße ist kein gewöhnliches: Es beherbergt verschiedene Möbelwerkstätten, veranstaltet kleine Konzerte oder Antiquitäten-Ausstellung. Von Schönwalde aus über Basdorf zum Wandlitzsee sind es nur noch zehn Kilometer. Dann erstreckt sich eine wunderschöne Seenlandschaft. Am Wandlitzsee können Sportbegeisterte den Trendsport „Stand-up-Paddling“ ausprobieren. Der Liepnitzsee wiederum betört mit azurblauem Wasser. An heißen Tagen ist das Waldbad restlos überlaufen. Geht man ein Stück in den Wald, findet man andere freie Badestellen. 

Kurzinfo: Radtour 27 km, Dauer 2-3 Stunden. Anfahrt mit RE von Hbf-Berlin nach Bernau. Abfahrt Wandlitz Bahnhof mit RB27 (Heidekrautbahn) nach S-Berlin-Karow (S2-Anschluss).

 

Bootsfahrt auf der Spree

Jemals davon geträumt, seinen eigenen Kapitän zu spielen? Möglich ist das an der Rummelsburger Bucht (Zur Alten Flussbadeanstalt 5). Spätestens ein Tag vorher das passende Boot bei www.spreeboote.de reservieren. Gewässerkarte und Einweisung vom Hafenmeister erhält man vor Ort. Innerhalb von zwei Stunden hat man die Insel der Jugend gemütlich umrundet oder ist Richtung Stadt bis zur Oberbaumbrücke geschippert. Für große Entdecker lohnt sich ein führerscheinfreies Motorboot. Dann heißt es: Auf den Müggelsee, fertig, los! Dort Pause machen und die Sonne im Rücken genießen. Das ist Sommer pur. Charmantes Extra: Bei der Bootsreservierung gleich einen Picknickkorb dazu bestellen. Den gibt’s von www.hafenkueche.de, die mit dem Bootsverleih kooperiert.

Kurzinfo: Tretboot für bis zu 4 Personen, 10 Euro pro Stunde. Motorboot Leo 2 für bis zu 8 Personen, 130 Euro für 4 Stunden. Picknick-Korb ab 28 Euro.

 

Zu Fuß  in der Altstadt Köpenick

Zwischen Dahme und Spree gelegen ist die Altstadt Köpenick eine wahre Perle. Wer hier einen Tag verbringt, fühlt sich gleich in eine andere Zeit zurückversetzt. Schon vor dem Eingang des Ratskellers wartet ein besonderes Spektakel. Männer in Uniform und mit Gewehren marschieren im Gleichschritt. Es ist die Hauptmanngarde. Die 20-minütige Vorführung zeigt die legendäre Rathausbesetzung und den Stadtkassenraub von 1906. Für einen historischen Rundgang ist sie der Auftakt schlechthin. Eine weitere Station ist der Innenraum des Rathauses mit dem Treppenhaus und dem repräsentativen Wappensaal. Die Fenster zeigen Glasmalereien mit historischen Motiven. Auch die Aussicht auf die St. Laurentius-Kirche und die bis zu 200 Jahre alten Häuser ist überwältigend. Auf der Schlossinsel, inmitten der Dahme, ragt das  Schloss Köpenick, einziges barockes Wasserschloss Berlins. Heute ist es Museum für Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko. Der angrenzende englische Park lädt zum kleinen Rundgang ein. Für eine Pause geht es durch kleine Gassen hinunter an die Dahme, wo Bänke zum Verweilen einladen. Restaurants sind hier zahlreich vorhanden. Das Waschhaus Alt-Köpenick oder der Ratskeller sind alt-bekannte Adressen. 

Kurzinfo: Anfahrt u.a. mit Bus 164, Tram 62 oder 68.  Hauptmanngarde jeweils mittwochs und sonnabends um 11 Uhr.

 

Mundraub-Tour

Warum Obst kaufen, wenn man es vom Baum bekommt? Unter diesem Motto verrät das Internet-Portal www.mundraub.org Standorte, wo es frei verfügbares Obst gibt. Mehrmals im Jahr veranstalten die Macher eine gemeinsame Mundraub-Tour. Auf einer leichten Fahrradroute durch Berlin erforscht man fast vergessene Bäume und Sträucher. Start ist der S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee. Über die Rummelsburger Bucht geht es weiter Richtung Treptower Park. Die Route schlängelt sich an der Rummelsburger Bucht entlang in Richtung Treptower Park. Dabei entdeckt der Mundräuber seine Stadt ganz neu. Die Tour macht Spaß und vermittelt zugleich Wissen darüber, welche rechtlichen Aspekte zu beachten sind, wie und wo man die leckeren Früchte aufspürt.

Kurzinfo: Auch für Kinder geeignet. Nächste Termine: 1. bis 3. August. Kosten: Erwachsene 12 Euro, Kinder 5 Euro. Eigenes Fahrrad mitbringen. Mehr Infos unter: www.mundraub.org

veröffentlicht am 28. Juli 2014; zusammengestellt von Thuy Anh Nguyen | Foto: Gerd Engelsmann

Bezirks-Journal-Ferientipps: Ausflüge für kleines Geld