Eine Verfolgungsfahrt ist am frühen Mittwochmorgen in Hohenschönhausen blutig zu Ende gegangen: Polizisten hatten versucht, auf der Rhinstraße ein verdächtiges Fahrzeug zu stoppen. Anschließend versuchten die Insassen zu flüchten. Einer überlebte dies nicht. Er wurde – vermutlich von der Kugel aus der Waffe eines Beamten – getötet. Von Marcel Gäding.

Nur noch Schrott ist dieser Opel Vectra. Ein Insasse überlebte die Flucht nicht. Er wurde erschossen. Fotos: Marcel Gäding
Nur noch Schrott ist dieser Opel Vectra. Ein Insasse überlebte die Flucht nicht. Er wurde erschossen. Fotos: Marcel Gäding

HOHENSCHÖNHAUSEN. Wenige Stunden nach dem Vorfall ist die Rhinstraße zwischen Landsberger Allee und Plauener Straße gesperrt. Wer auf dem Weg zur Arbeit stadteinwärts ist, muss mit Staus rechnen. Nur eine Spur Richtung City Ost ist für den Verkehr freigegeben. Wegen der andauernden Ermittlungen hat die Polizei den Bereich um das vermeintliche Fluchtfahrzeug weiträumig gesperrt. Gegen 8.45 Uhr begannen Beamte damit, die Gegend aus der Luft mit einer Kameradrohne zu filmen. Der völlig demolierte, weinrote Opel Vectra lässt erahnen, mit welcher Wucht das Auto gegen einen Laternenmast geknallt war – zuvor hatten sich die Insassen ersten Erkenntnissen zufolge eine wilde Verfolgungsjagd durch Marzahn und Hohenschönhausen geliefert. Dabei wurde auch eines der Einsatzfahrzeuge beschädigt, das mit dem mutmaßlichen Fluchtwagen kollidierte.

Verbandsmaterial, eine Rettungsdecke und ein tellergroßer, frischer Blutfleck machen deutlich, was nach dem Crash des Autos passierte. Einer der mutmaßlichen Täter wurde bei der versuchten Flucht angeschossen. Jeder Versuch eines Notarztes, ihn zu retten, schlugen offenbar fehl. Ob der Insasse vor Ort oder auf dem Weg ins Krankenhaus starb, war Mittwochmorgen noch unklar. Zwei weitere Komplizen wurden festgenommen. Einem dritten Mann soll die Flucht gelungen sein, berichteten mehrere Zeitungen unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur. Keine gesicherten Erkenntnisse gibt es zurzeit, warum es zur Verfolgung der Männer kam.

Wegen der Spurensicherung am Tatort sperrten mehrere Dutzend Beamte einer Einsatzhundertschaft Teile der Rhinstraße ab – was zu Staus im morgendlichen Berufsverkehr führte. Alle Zufahrtsstraßen nach Berlin, darunter die B158, die B1/B5 und die Landsberger Allee, waren davon betroffen.

Bilder vom Fluchtfahrzeug:

veröffentlicht am 2. März 2016, 10 Uhr

Hohenschönhausen: Verfolgungsfahrt endet tödlich
Markiert in: