Berlin und Brandenburg gehen in Sachen Wirtschaft erstmals offiziell gemeinsame Wege: Der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die östlichen Berliner Umlandgemeinden von Märkisch-Oderland und Ahrensfelde (Landkreis Barnim) gaben am Donnerstag den Startschuss für das erste länderübergreifende Regionalmanagement. Von Marcel Gäding.

Gaben am Donnerstag den Auftakt zum gemeinsamen Regionalmanagement: Kerstin Karasch (Projektleiterin), Karsten Knobbe (Bürgermeister Hoppegarten), Wilfried Gehrke (Bürgermeister Ahrensfelde), Henner Bunde (Wirtschaftsstaatssekretär in Berlin), Christian Gräff (Bezirksstadtrat Marzahn-Hellersdorf), Arno Jaeschke (Bürgermeister Altlandsberg), Rainer Schinkel (Beigeordneter Landkreis Märkisch-Oderland), Elke Stadeler (Bürgermeisterin Strausberg), Gundolf Schülke (IHK Frankfurt Oder), Jochen Brückmann (IHK Berlin) und Jürgen Henze (Bürgermeister Neuenhagen). Foto: Marcel Gäding
Gaben am Donnerstag den Auftakt zum gemeinsamen Regionalmanagement: Kerstin Karasch (Projektleiterin), Karsten Knobbe (Bürgermeister Hoppegarten), Wilfried Gehrke (Bürgermeister Ahrensfelde), Henner Bunde (Wirtschaftsstaatssekretär in Berlin), Christian Gräff (Bezirksstadtrat Marzahn-Hellersdorf), Arno Jaeschke (Bürgermeister Altlandsberg), Rainer Schinkel (Beigeordneter Landkreis Märkisch-Oderland), Elke Stadeler (Bürgermeisterin Strausberg), Gundolf Schülke (IHK Frankfurt Oder), Jochen Brückmann (IHK Berlin) und Jürgen Henze (Bürgermeister Neuenhagen). Foto: Marcel Gäding

STRAUSBERG. Es ist eine kleine Länderfusion, zumindest was die Wirtschaftsförderung und die Vernetzung von Unternehmen im östlichen Berliner Umland betrifft: Am Donnerstag startete in Strausberg das bundesweit erste länderübergreifende Regionalmanagement. In den kommenden drei Jahren wollen der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die zum Landkreis Märkisch-Oderland gehörenden Umlandkommunen und die Gemeinde Ahrensfelde gemeinsam Unternehmen vernetzen und neue Investoren in die Region holen. Am Standort der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland mbH nahm ein dreiköpfiges Team um Projektleiterin Kerstin Karasch seine Arbeit auf. Von dort wollen die Regionalmanager ein Unternehmensnetzwerk aufbauen, die Zusammenarbeit mit den Kommunen in Brandenburg und dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf in Berlin koordinieren und dafür sorgen, dass unter einer gemeinsamen Marke der Wirtschaftsraum gestärkt sowie ausgebaut wird. Zentrale Themenschwerpunkte werden der Tourismus, die Industrie, die Energieeffizienz sowie Elektromolität sein. Gefördert wird das Projekt bis Ende 2018 mit 560.000 Euro vom Bund. Der stellt das Geld über die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zur Verfügung. Berlin und die Kommunen beteiligen sich mit einer sogenannte Koofinanzierung an den Kosten. Marzahn-Hellersdorf übernimmt die Federführung, die Geschäftsstelle wird von Strausberg aus an ihren Projekten arbeiten.

Werbung

Von einem längst überfälligen „Brückenschlag in die östliche Richtung“ sprach Marzahn-Hellersdorfs Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) – auch mit Blick auf bereits bestehende Verbindungen in die Umlandgemeinden Berlins. „Große Projekte kann man nur umsetzen, wenn man sich zusammentut.“ Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Henner Bunde (CDU) sagte, dass die Vernetzung ein wichtiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung sei. „Das ist eine wirklich gute Idee, die hier umgesetzt wird“, sagte Bunde. Am Ende profitierten davon alle. Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke geht davon aus, dass das Regionalmanagement die wachsende Region zusammenbringt. Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler erhofft sich eine langfristige Wirkung: „Es geht nicht nur um einen kurzen Prozess.“ Ihr Altlandsberger Amtskollege Arno Jaeschke ergänzt, dass es viele „Themenfelder gibt, die wir gemeinsam angehen können“.

Neben Netzwerkveranstaltungen soll es unter dem Dach des Regionalmanagements „Marzahn-Hellersdorf – MOL – Ahrensfelde“ auch Messen, Arbeitsgruppen und sogenannte Unternehmstalks geben. Zu tun gibt es reichlich. Unter anderem erhoffen sich die Umlandgemeinden, von der 2017 stattfindenden IGA Berlin zu profitierten.

Allerdings: Der Bezirk Lichtenberg ist nicht in dem Regionalmanagement vertreten, was die Akteure irriert – schließlich bildet Lichtenberg mit Marzahn-Hellersdorf den Wirtschaftsraum „Berlin Eastside“. Auf Nachfrage äußerte sich Christian Gräff zurückhaltend. „Vielleicht kommt ja noch die Erkenntnis bei den Lichtenberger Kolleginnen und Kollegen, dabei sein zu wollen.“ Und Staatssekretär Bunde kommentierte mit den Worten: „Wenn andere vom Regionalmanagement profitieren, dient es der Gesamtregion.“

veröffentlicht am 11. Februar 2016

Wirtschaft: kleine Länderfusion im Osten