Sana-Klinikum: Protest gegen Personalnotstand

Mit einer symbolischen Aktion haben am Mittwochmittag die Beschäftigten des Sana Klinikums in Lichtenberg gegen einen drohenden Personalabbau protestiert. Gut 100 Mediziner und Pflegekräfte versammelten sich zur Mittagspause mit ihren Chefs vor dem Haupteingang. Hintergrund ist die Klinikreform der Bundesregierung, derzufolge bundesweit Stellen gekürzt werden müssten. Von Marcel Gäding.

Protestierten mit den Beschäftigten: Irmgard Wübbeling, Gesine Lötzsch und Christian von Klitzing. Foto: Marcel Gäding

Protestierten mit den Beschäftigten: Irmgard Wübbeling, Gesine Lötzsch und Christian von Klitzing. Foto: Marcel Gäding

LICHTENBERG. Die Aktion vor dem Sana Klinikum an der Fanningerstraße ist Teil einer bundesweiten Kampagne gegen die Klinikreform der Bundesregierung. Sollte sie vom Bundestag beschlossen werden, könnten rund 10.000 Pflegestellen wegfallen. „Die Leute arbeiten bereits jetzt am Limit“, sagt Iris Zimmer vom Betriebsrat des Sana Klinikums Lichtenberg. Personalmangel sei an der Tagesordnung. Fast täglich gingen beim Betriebsrat sogenannte Gefährdungsanzeigen ein, mit denen die Beschäftigten darauf hinweisen, dass nicht genügend Personal vorhanden sei oder zusätzliche Arbeiten anfielen. „Wobei man sagen muss, dass unsere Klinikleitung über Leasingkräfte die Situation etwas zu entschärfen versucht.“

Symbolisch stellten sich die beiden Sana-Geschäftsführer, Irmgard Wübbeling und Christian von Klitzing, am Mittwoch an die Seite der Pflegekräfte, unterstützt wurden sie von der Bundestagsabgeordneten Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE). Alle hielten Zettel mit einer Zahl in die Kamera, jede steht für eine von insgesamt 162.000 Pflegestellen bundesweit. Parallel fanden ähnliche Aktionen an den Sana-Standorten in Sommerfeld (Oberhavel) und Templin (Uckermark) statt. Lötzsch forderte eine bessere personelle Ausstattung der Kliniken, denn einerseits gehe es um die Sicherheit der Patienten, andererseits aber auch um die Gesundheit der überlasteten Beschäftigten. „Wir hoffen, dass es beim Krankenhaus-Strukturgesetz noch Änderungen gibt“, sagte Irmgard Wübbeling. „Es geht nicht, einerseits Pflegestandards vorzugeben und andererseits die Refinanzierung der Personalkosten außer acht zu lassen“, ergänzte Christian von Klitzing.

Sollte die Klinikreform beschlossen werden, fehlen den Krankenhäusern in der Bundesrepublik jährlich rund 500 Millionen Euro. Dies hätte zur Folge, dass rund 10.000 Stellen gekürzt werden müssten. Aufgrund der drohenden gesetzlichen Vorgaben würden viele Kliniken zu engeren Personalausstattungen gezwungen werden, heißt es seitens der Sana Kliniken in Berlin und Brandenburg. „Die vorgesehenen Regelungen werden es immer schwerer für die Kliniken machen, pflegerischen, aber auch medizinischen Nachwuchs für ein Krankenhaus zu gewinnen“, erklärt Irmgard Wübbeling.

veröffentlicht am 24. Juni 2015

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