Großer Rummel in Karlshorst: Am Donnerstag wurde Richtfest für die Treskowhöfe gefeiert. Bis Sommer kommenden Jahres soll die neue Wohnanlage mit 414 Quartieren bezugsfertig sein, teilte die Wohnungsbaugesellschaft Howoge mit. Zehn Monate nach dem Baustart an der Ecke Treskowallee und Hönower Straße wurde für das Ensemble im Süden Lichtenbergs die Richtkrone gehisst. „Es ist toll zu sehen, wie ein solches Bauvorhaben innerhalb weniger Monate gelingt“, sagte Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).

 Am Donnerstag wurde Richtfest für die Treskowhöfe gefeiert. Bis Sommer kommenden Jahres soll die neue Wohnanlage mit 414 Quartieren bezugsfertig sein.
Am Donnerstag wurde Richtfest für die Treskowhöfe gefeiert. Bis Sommer kommenden Jahres soll die neue Wohnanlage mit 414 Quartieren bezugsfertig sein.

KARLSHORST. Nein, auf das Dach musste für dieses Richtfest keiner der Ehrengäste steigen, auch dem durchaus richtfesterfahrenen Berliner Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) blieb das erspart: Stattdessen durften die Damen und Herren am Donnerstagvormittag die symbolischen Nägel auf dem sicheren Erdboden einschlagen. Dafür wurde eigens ein kleiner nachgebauter Dachstuhl beschafft. Während einer der Architekten der Treskowhöfe, Claus Neumann, seinen Nagel als erstes im Gebälk versenkt hatte, belegte Senator Müller den letzten Platz. Sein Nagel wollte sich partout nicht einschlagen lassen. Das sorgte für viele Lacher bei dem Richtfest, für das die Howoge mehrere Hundert Gäste aus dem Bezirk, aus der Politik und der Wirtschaft einlud. Derzeit entstehen im Bezirk Lichtenberg neben den Treskowhöfen zahlreiche weitere neue Mietwohnungen. Allein die Howoge wird ihren Bestand von derzeit 54.000 auf 60.000 Wohnungen im Jahre 2018 erweitern. Neben dem Neubau sind auch Ankäufe von Projektentwicklungen und Bestandszukäufe vorgesehen.

GALERIE: Richtfest Treskowhöfe Karlshorst

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„Heute ist ein guter und wichtiger Tag für die Howoge“, sagte Michael Müller. Vor allem die kurze Bauzeit der Treskowhöfe beeindruckte den Landespolitiker. Das Neubauvorhaben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft hat für Müller auch große politische Bedeutung: Immerhin wird mit dem zweitgrößten kommunalen Wohnungsbauprojekt Berlins preiswerter Wohnraum geschaffen, der momentan in der ganzen Stadt gefragt ist. Darüber hinaus sollen in der Anlage mit ihren neun Gebäuden Menschen aller Generationen leben. Die zwischen 38 und 108 Quadratmeter großen Mietwohnungen sind barrierefrei. Zudem entstehen auf dem 27.000 Quadratmeter großen Areal eine Kita mit 90 Plätzen sowie zwei Senioren-Wohngemeinschaften mit 23 Appartements. Für Karlshorst bedeutet das Wohnviertel eine städtebauliche Aufwertung. „Während drum herum nach dem Abzug der Russen viel gebaut wurde, war das hier ein richtiger Schandfleck“, sagte Hans Krautzig, früherer Lichtenberger Baustadtrat und Mitglied des Bürgervereins Karlshorst. Zuletzt wurde das Areal als Studentenwohnheim der Hochschule für Technik und Wirtschaft genutzt und lag dann 18 Jahre brach. Teile des Altbaus wurden mit großem planerischen Aufwand in die neue Wohnanlage integriert.

Die Anlage passt sich architektonisch in die Umgebung ein, betonte Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch. „Hier handelt es sich um ein innerstädtisches Grundstück in einer gewachsenen Wohnstruktur“, sagte sie. Im November 2011 hatte die Howoge die Immobilie erworben und im Zuge dessen eine Neubauabteilung gegründet, die innerhalb des Konzerns weitere Projekte plant. Bei den Treskowhöfen geriet der Plan anfangs etwas durcheinander: Bei Erdarbeiten wurden die Reste einer Siedlung aus der Bronzezeit entdeckt. Daraufhin durchkämmten 40 Archäologen das Grundstück nach historischen Fundstücken. Im Herbst vergangenen Jahres erfolgte schließlich der erste Spatenstich.

Im Rohbau konnten am Donnerstag auch die ersten Musterwohnungen besichtigt werden. Die Nachfrage nach den 414 Quartieren ist groß, die Miethöhen gestalten sich jedoch unterschiedlich. Im Rahmen des bezirklichen Bündnisses für Wohnen ist vereinbart, dass auch Wohnungen für Menschen mit wenig Geld entstehen. Jede Wohnung hat einen Balkon oder eine Terrasse.

veröffentlicht am 10. Juli 2014; Autor: Marcel Gäding | Fotos: Falko Hoffmann

Treskowhöfe in Karlshorst: Projekt nimmt Gestalt an
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