Lokale und Vereine in Lichtenberg sind bestens für die Fußball-WM vor – sie laden zum „Public Viewing“. Das Bezirks-Journal präsentiert einige gute Orte. Foto: Andreas Hermsdorf/ pixelio.de
Lokale und Vereine in Lichtenberg sind bestens für die Fußball-WM vor – sie laden zum „Public Viewing“. Das Bezirks-Journal präsentiert einige gute Orte. Foto: Andreas Hermsdorf/ pixelio.de

Lokale und Vereine in Lichtenberg sind bestens auf die Fußball-WM vorbereitet – sie laden zum „Public Viewing“. Das Bezirks-Journal präsentiert einige gute Orte. 

Das Bier wird gekühlt, die Leinwand geputzt. Die Bestuhlung ist aufgestockt. Für die Fußball-Weltmeisterschaft vom 12. Juni bis 13. Juli sind die Lokale und Vereine in Lichtenberg und Hohenschönhausen zum gemeinsamen Fußballschauen bestens gerüstet. „Bei schönem Wetter werden die Übertragungen der Fußballspiele sogar von der Terrasse aus gesehen“, sagt Guido Waitschies, der Betreiber der Sportsbar Lausbub. Doch anders als im Jahr 2006, wo die Spiele in Deutschland ausgetragen wurden, findet die diesjährige WM in Brasilien statt. „Das heißt auch, dass viele Spiele aufgrund der Zeitverschiebung nachts ablaufen“, sagt Waitschies.

Da stellt sich die Frage, wie Lokal-Besitzer und Anwohner mit diesem Ausnahmefall umgehen. „Normalerweise sind Betreiber auf Grund der Lärmbelästigung dazu angehalten, ihre Terrassen nach 22 Uhr zu schließen“, sagt Sabine Thiele vom Amt für Umwelt und Naturschutz. Für diesen Sonderfall wurde eine Bundesverordnung erlassen. „Die Bezirke sind damit aufgerufen, unter bestimmten Voraussetzungen Sondergenehmigungen für Betreiber zu erteilen“, erklärt die Sachbearbeiterin. Wer ein Spiel also nach 22 Uhr auf der Terrasse weitersehen möchte, kann dies getrost tun.

Das dürfte auch den Fußballverein Lichtenberg 47 freuen. Auf der Terrasse ihrer Vereinsgaststätte in der Ruschestraße 90 sollen zumindest die Deutschlandspiele auf einer Großleinwand übertragen werden. „Wir haben 50 Plätze im Außenbereich und noch mal 50 Plätze drinnen, mit einem zusätzlichen Plasmabildschirm“, erklärt Pressesprecher Stephen Wiesberger. Hier lautet die Devise: Gäste können gemeinschaftlich mit ihren Sportlern aus dem Verein die Deutschlandspiele verfolgen. „Auf Anfrage würden wir auch andere Spiele übertragen, in dem Fall auch nachts“, sagt der 42-Jährige.

Wer Public Viewing anbietet, also Fußballschauen im öffentlichen Bereich, sollte nach Angaben Thieles einen Antrag stellen. „Formulare gibt es im Internet auf www.berlin.de. Diesen einfach ausfüllen und an das zuständige Bezirksamt zum Fachbereich Umwelt schicken.“ Kosten für Antragsstellung werden individuell nach Aufwand und Wirtschaftlichkeit ermittelt. Demnach kann eine Genehmigung zwischen 35 und 300 Euro pro Tag kosten. Formulare sollten aufgrund der vielen Anträge zeitnah eingereicht werden. „Wer aber drinnen ein Spiel anbietet, kann das nach Belieben tun.“

Demzufolge dürfte Dimitrios Vergos vom Pferdesportpark Berlin-Karlshorst e.V. keine Probleme haben. „Wir haben eine Halle an der Trabrennbahn mit Großleinwand“, erklärt der Vereinsgeschäftsführer. „Zudem wohnen in unmittelbarer Umgebung keine Anwohner, die gestört werden könnten.“ 1.200 Menschen passen in die Halle. Gemeinsam essen, trinken sowie kostenlos Fußballschauen und jubeln waren bereits 2006 ein gemeinschaftliches Erlebnis. In diesem Jahr werden nur die Deutschlandspiele dort ausgestrahlt. „Und da haben wir zumindest bei den Vorspielen Glück. Die beginnen ab 18 beziehungsweise 21 Uhr“, weiß Vergos.

Sowohl Thiele als auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister gehen liberal mit der kommenden WM um. „2006 gab es eine große Aufregung im Bezirk und am Ende lief alles friedlich ab. Selbst Anwohnerbeschwerden gab es nicht“, berichtet Dr. Andreas Prüfer. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister glaubt sogar, dass viele Nachtspiele nicht großartig verfolgt werden. „Und wenn doch, so können wir an die Betreiber nur appellieren, ein wenig Rücksicht zu nehmen. Nicht für uns. Wir gönnen jedem seinen Fußball-Spaß. Aber der Anwohner wegen. Wäre doch schade, wenn es sich Betreiber mit ihnen verscherzen.“

Guido Waitschis Kneipe liegt direkt im Alt-Hohenschönhausener Wohngebiet in der Goeckestraße 29. Sollten Gäste nachts noch Interesse an einem Spiel haben, dann wird „das Ganze nach innen verlegt“. „Klar könnte es ein wenig lauter werden“, sagt der 47-Jährige. „Aber doch eigentlich nur, wenn ein Tor für Deutschland fällt.“

veröffentlicht am 12. Juni 2014; Autorin: Lena Emm

Public Viewing in Lichtenberg: Ballfieber und ein frisch gezapftes Bier
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