Von Lichtenberg aus lassen sich vorzüglich Touren unternehmen, kurze und lange. Guido Schulz und Matthias Kajdan haben es bis nach Kopenhagen geschafft. Das Bezirks-Journal präsentiert Touren für Anfänger und Profis.
Von Lichtenberg aus lassen sich vorzüglich Touren unternehmen, kurze und lange. Guido Schulz und Matthias Kajdan haben es bis nach Kopenhagen geschafft. Das Bezirks-Journal präsentiert Touren für Anfänger und Profis.

Von Lichtenberg aus lassen sich vorzüglich Touren unternehmen, kurze und lange. Guido Schulz und Matthias Kajdan haben es bis nach Kopenhagen geschafft. Das Bezirks-Journal präsentiert Touren für Anfänger und Profis.

Die Belohnung ist noch auf dem Handy gespeichert. Ein Foto zeigt Guido Schulz und Matthias Kajdan mit ihren Fahrrädern vor dem Tivoli. Etwas geschafft wirken die beiden Monteure, aber sie sehen glücklich aus. Am Ende einer 590 Kilometer langen Reise mit dem Fahrrad dokumentieren sie ihr Ziel… Vor einem Jahr haben Schulz und Kajdan ihre Radreise absolviert. Nach wochenlanger Vorbereitung starteten sie Mitte Juni zu ihrer Tour nach Dänemark. „Ich fuhr in den Jahren zuvor schon zweimal mit dem Fahrrad nach Usedom“, erzählt Schulz. „Da der Radweg Berlin-Kopenhagen durch unsere Heimatstadt Oranienburg führt, dachten wir, dass wäre ja mal was.“ Wochen vorher machten sie immer wieder Proberunden, am Tag bis zu 100 Kilometer. Denn genau dieses Pensum wollten die begeisterten Radfahrer auch bis Kopenhagen schaffen. Am Ende brauchten sie für die Strecke fünf Tage. „Im Schnitt schafften wir pro Stunde 20,9 Kilometer“, sagt Schulz stolz.

Das Training zuvor hat sich ausgezahlt. „Ohne Übung schafft man das nicht.“ Gut 15 Kilo Gepäck hatte jeder dabei, mehr ging in die Rucksäcke nicht hinein. „Dann wären wir viel länger unterwegs gewesen.“ In den vorher gebuchten Pensionen wurden die Klamotten bei Bedarf durchgewaschen. Zählt man die reine Fahrzeit zusammen, kommt man auf 28 Stunden. „Natürlich tat uns abends der Hintern weh, und auch Rücken oder Knie zwickten mal“, sagt Schulz. Doch die Wehwehchen waren am nächsten Tagen wie weggeblasen. Der Weg nach Kopenhagen führt durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In Rostock geht es auf die Fähre nach Dänemark. „Besonders begeistert war ich davon, dass der Radweg dort gut 70 Kilometer direkt an der Ostsee durch dunkle Wälder führt“, sagt Schulz. Der Nachteil: Lange Zeit gab es weder ein Lebensmittelgeschäft noch eine Kneipe am Wegesrand. „Die wären aber zur Stärkung wichtig gewesen“, sagt Schulz. Er rät daher allen Nachahmern, sich genügend Snacks und zuckerhaltige Getränke einzupacken, damit es keine schlackrigen Knie gibt. Unterwegs haben sie „jede Kirche dreimal umrundet“, sagt Schulz. Darüber hinaus fehlt es an touristischen Höhepunkten. Schön fand er bei seiner Ankunft in Kopenhagen, dass alle Sehenswürdigkeiten der Stadt bequem mit dem Fahrrad zu erreichen waren. „Die Radwege sind teilweise breiter als die Straßen, und Radfahrer haben eindeutig Vorrang.“ Einmal hatten sie einen platten Reifen, den sie mit einem Reparaturset aus dem Discounter wieder flott machten.

„Ins Gepäck gehört in jeden Fall ein bisschen Werkzeug und ein Ersatzschlauch“, sagt Schulz. Grundsätzlich sollte man die Etappen vorher festlegen, dann die passenden Pensionen buchen. Gut 500 Euro hat die Reise mit dem Rad nach Kopenhagen gekostet. Und die nächste Tour steht auch schon an. Dieses Jahr soll es über die Elbe einmal quer durch Norddeutschland gehen – über Brunsbüttel hoch zum Ostseeradwanderweg nach Wismar.

DREI TOURENTIPPS: für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Barnimer Feldmark, Falkenberg.
Barnimer Feldmark, Falkenberg.

Für Anfänger – quer durch Lichtenberg: Unsere Tour beginnt an der Endstation der Straßenbahnlinien M4 und M17. Es geht stadtauswärts über die Falkenberger Chaussee in die Dorfstraße von Falkenberg. Von dort passiert man links in den Stegeweg, der direkt in die Barnimer Feldmark mit ihren Altobstwiesen und dem Pferdehof Hahn führt. Am Tierheim Berlin vorbei geht es wieder zur Dorfstraße und von dort Richtung Coca Cola über das Landschaftsschutzgebiet „Falkenberger Krugwiesen“. Informationen sowie Radkarten im Netz unter www.berlin.de/ba-lichtenberg/freizeit/gruen/gruen003.html

Köllnitzer Fischstuben, Storkow.
Köllnitzer Fischstuben, Storkow.

Für Fortgeschrittene: Vom Bahnhof Lichtenberg geht es mit der Regionalbahn 79643 nach Storkow (Mark), die Stadt des Storches. Dort kann man prima mit dem Fahrrad in Richtung Wendisch-Rietz und Bad Saarow fahren (ca. 18 Kilometer). Lohnenswert ist auch eine Radtour entlang der B246 Richtung Prieros. Kurz hinter Storkow eröffnet sich das zur Sielmann-Stftung gehörende Landschaftsschutzgebiet. In den Köllnitzer Fischerstuben lässt sich prima frischer Frisch aus der Region essen. Für die Radfahrt sollte man einen Tag einplanen. Infos: www.reiseland-brandenburg.de/themen/radfahren.html 

 

Karlshagen, Insel Usedom.
Karlshagen, Insel Usedom.

Für Profis: Gut 350 Kilometer lang ist der Radfernweg Berlin-Usedom: Von Hohenschönhausen aus geht es Richtung Malchow und Buch nach Bernau und von dort immer Richtung Ostsee durch Kiefernwälder und an Seen entlang. In beschaulichen Dörfern kann man preiswert übernachten. Lohnenswert ist ein Aufenthalt in der malerischen Stadt Ueckermünde, bevor es mit der Fähre übers Stettiner Haff geht. Fünf Tage sollte man dafür einplanen. Auf der Insel lohnt ein Aufenthalt in Karlshagen. Informationen: www.adfc.de

 

 

Radfahren in Lichtenberg – unsere Serie:

veröffentlicht am 10. Juni 2014, Autor: Marcel Gäding

Von Lichtenberg in die weite Welt mit dem Fahrrad